01.01.2014 – Südostasien – Singapur: walk this way

01.01.2014 – Südostasien – Singapur: walk this way

Meine Sandalen kann ich nach dem Urlaub echt wegwerfen bzw. an meinem letzten Tag. Die sehen schlimm aus aber auch kein Wunder. An was für Orte die mich schon tragen mussten. Ich hätte mir vielleicht einen Kilometerzähler für die Reise kaufen sollen.

Nachdem ich ja eher gelangweilt ins neue Jahr gerutscht war, kam ich trotzdem erst halb 5 zum Schlafen und wurde dann halb 10 vom Zimmerervice klopfen geweckt obwohl ich extra den „do not disturb“  Knopf gedrückt hatte…arghgh…Naja, nochmal umgedreht und bis kurz vor 12 weiter gepennt….

Und dann ging es los, zunächst einmal möchte ich dieses vorbildliche Bahnsystem loben an dem sich Deutschland mal ne fette Scheibe abschneiden könnte. Jeder hat hier eine Chipkarte, die man an den Stationen auflädt. Wie eine Art Prepaidkarte für Bus und Bahn. In den Bussen gibt es beim Einstieg und beim Ausstieg ein Lesegerät. Man zahlt also immer nur die km Anzahl die man wirklich gefahren ist. Genauso in den MRT Stationen. Dort muss man schon im Eingangsbereich die Chipkarte ranhalten weil man sonst gar nicht zu den Bahnen kommt und beim Ausstieg muss man wieder piepsen damit man das Gelände verlassen kann. Absolut genial und zum Glück konnte ich mein Touristenticket auch aufladen.

Erstmal nach Chinatown. Schon beim Aussteigen aus der Ubahn roch es irgendwie igitt. Die Mischung von Müll, Essen, Tigerbalsam und chemisch behandelter Kleidung war nicht ganz nach meinem Geschmack. Genau am Eingang zur MRT lag gleich ein riesen großer Chinamarkt und es war sofort laut und stickig und eng. Sowas kennt man sonst in dieser Stadt gar nicht. Aber trotz allem war es auch irgendwie interessant dieses Gewusel. Hier reparierte einer auf der Straße Schuhe und dort wurde lauthals eine Saftpresse angepriesen.

An der einen Ecke gab es Neujahrsdekokrams und unzählige Klamottenberge und mittendrin nen Food Court mit merkwürdig aussehenden Gerichten und wieder diese dicken weißen toten Enten. Ich kann mich nicht an diesen Anblick gewöhnen. Mir läuft jedesmal ein kalter Schauer über den Rücken.

Ich lief durch die vielen Gassen und durch ein riesen Chinaeinkaufszentrum was irgendwie total unordentlich war aber trotzdem lagen mittendrin Uhren für 7000$ rum.

Dann ging es über eine Straßenbrücke und auf einmal war man in einer zauberhaften anderen Welt.

Total schöne alte und zum Teil schon restaurierte Häuser, dazwischen waren über der Straße bunte Lampions gespannt und es gab einen kleinen Chinamarkt und Restaurants.  

Und obwohl ich in Chinatown war gab es an der einen Ecke einen kitschig bunten indischen Tempel und auf der anderen Seite eine unscheinbare Moschee. Warum können so viele Religionen auch in anderen Teilen der Erde so friedlich nebeneinander existieren?!  Ich ging aber nirgendwo rein. Immer dieses Schuhe ausziehen und ich will die da auch irgendwie keinen beim Beten stören.

Ich lief noch eine Weile durch die Gassen auf der Suche nach Postkarten, denn bisher hatte ich in der ganzen Stadt noch nirgendwo Postkarten gesehen. In Chintown gab es zwar welche aber die sahen leider auch alle aus wie Chinatown. Total schlecht gedruckt mit riesigen Pixeln. Also wenn ihr Lieben zu Hause aus Singapur keine Karte bekommt, dann liegt das daran, dass es hier keine Vernünftigen gibt.

Dann kam ich an den nächsten großen Einkaufstempel und ging zu Mc Doof. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich den Fraß Scheiße finde aber ich weiß einfach nicht was ich hier essen soll. Und wenigstens ein bisschen asiatisch war es, denn es gab Litschi Limonade. Frisch gestärkt ging es dann weiter nach Stadtplan zum Clarke Quay.

Man kann hier echt ziemlich viel erlaufen, weil so weit ist das alles gar nicht. Immer durch die Hochhausschluchten und an kleinen Parks vorbei. Am Clarks Quay war es dann total schön. Ein ehemaliges Hafengebiet was zur Party- und Ausflugsmeile umgebaut wurde. Die Häuser dort waren alle bunt angestrichen und auf dem Fluß fuhren die Ausflugsboote und man konnte sich gemütlich dorthin setzen und Leute beobachten.

Weiter ging es über eine der vielen kleinen Brücken zum Fort Canning Park und da war es dann endlich mal richtig schön und ich merkte zum ersten Mal, dass ich in den Tropen bin und nicht nur in einer normalen Großstadt. Ein grüner Berg, oben drauf das abgesperrte Fort und rings rum ein riesen Park mit totaler Urwald Bewucherung und zwischendrin vers. Kunstobjekte. Sehr interessant!

Ich schwitzte mich mal wieder halb tot beim Erklimmen des Berges.

Eigentlich wollte ich danach noch nach Little India aber die Füsse schmerzten inzwischen arg und so wild war ich auf klein Indien auch nicht. Deshalb ging ich nur zur MRT Station Dhoby Ghoud und guckte mir die mal oberirdisch an. Alles sehr hübsch gemacht  mit viel grün und Sitzmöglichkeiten und mal wieder einem riesen Einkaufszentrum, wo ich gleich nochmal in der Kosmetikabteilung bei 20% off zuschlug.

Nach dem ganzen Gelatsche und Geshoppe war es inzwischen schon halb 6 geworden und ich machte mich langsam auf den Heimweg mit Geld (ja schon wieder Geld holen. Das geht hier nämlich weg wie warme Semmeln) und Essen holen an „meiner“ MRT Station.

Danach dann nur noch Füße hochlegen.

Song: Aerosmith – walk this way



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere