02.01.2014 – Südostasien – Singapur: Unser Leben ein riesiger Freizeitpark

Ich verliebe mich immer mehr in diese Stadt. Es ist sauber. Es gibt alles von Einkaufszentren über Kultur bis hin zum Strand. Vers. Kulturen leben friedlich zusammen, Menschen nehmen Rücksicht aufeinander, man bietet Älteren im Bus den Sitz an, niemand ist laut, es gibt keine öffentliche Gewalt…Die Nachteile sind natürlich die ständige Beobachtung unter der man hier steht aber scheinbar sind nur so die Vorteile durchzusetzen, denn hier scheint es zu funktionieren.

Heute wurde ich schon halb 9 vom Zimmerservice geweckt. Ich glaube zwar, dass das Klingeln und Housekeeping rufen gar nicht mir galt, aber die Wände sind hier sehr dünn, sodass ich mich da automatisch mit angesprochen fühle. Aber das mit dem wieder einschlafen klappt immer. Ich frage mich gerade, wie ich je wieder halb 7 aufstehen können soll  und dann auch noch ohne Mittagsschlaf.

Bin heute dann wieder erst gegen halb 12 los aber wozu Stress machen. Ich hab Urlaub und hier ist es relativ lange hell. Auf jeden Fall bis nach 7. Ich setzte mich in den 131 er Bus und fuhr damit fast eine Stunde und machte quasi gleich noch eine Stadtrundfahrt, denn der Bus fuhr an Little India vorbei und am Raffles Hotel und an hübschen alten Gebäuden im englischen Stil, die ich mir auf dem Rückweg nochmal angucken wollte. Erst mal ging es über die Bayview zur Harbour Front 2, wo Start der Cable Car ist. Glück mit dem Wetter hatte ich heute auch, denn es war ein Sonne, Wolken, kurzer Regenschauer-Mix. Deshalb waren die 26$ auch gut investiertes Geld, denn heute konnte man schön über die Stadt und den Hafen gucken.

Es ging nach Sentosa, Singapur’s Vergnügungsinsel. Es gibt dort Strand, Wasserparks, Hotels, Bars, Aquarium, der Alkohol ist nicht so teuer und mit Geld kann man dort jede Menge toller Dinge anstellen aber es ist halt alles sehr teuer.

 


Ich wollte mir nur die Insel angucken und genoss erst mal den Ausblick von der Seilbahnstation und ging dann durch die tropischen Gärten zur Merlion Figur, ein Fabelwese – halb Löwe und halb Fisch. 

Das Wahrzeichen Singapurs.


Witzig fand ich, dass auf der ganzen Insel an allen Wegen kleine Lautsprecher installiert waren, wo Reggae Musik oder lateinamerikanische Rhythmen raus kamen, damit man auch ja ein ordentliches Urlaubsfeeling hier hat. Ich lief dann erst mal zum, wieder mal, perfekt organisierten Strand der in vers. kleine künstliche Buchten eingeteilt war und in jeder gab es eine Baywatch Station und abgesperrte Bereiche wo man nicht baden durfte, weil dort Wasserski gefahren wurde oder ähnliches. Die Auswahl der Möglichkeiten war riesig. Allerdings fand ich es komisch, dass die Leute da alle so mit Freuden ins Meer sprangen obwohl nur ein paar hundert Meter weiter, die riesigen Containerschiffe zu Hunderten standen und auf ihre Einfahrt in den Hafen warteten. Ich bezweifle, dass die Wasserqualität an so einer Stelle besonders gut sein kann.

Ich lief am Strand entlang wo noch die Überreste der großen Silvesterparty beseitigt wurden. War sicher eine bessere Party hier aber wohl auch sehr teuer. Ein Urlauber versuchte sich gerade an so einer übers Wasser-flieg-Maschine, die man auf den Rücken geschnallt bekommt. Nachdem er die ersten Male fast abgesoffen war, bekam er es recht schnell auf die Reihe und war die Attraktion am Strand, da er wirklich richtig abhob und übers Wasser lief. Sah gut aus. Vorm Strand gab es immer mal so kleine künstliche Inselchen, sicher um die Meeresströmungen minimal zu halten. Auf ein paar konnte man auch rauf und gerade als ich auf einer war, fing es an zu schütten. Da es hier nichts zum unterstellen gab, rannte ich schnell über die wacklige Kettenbrücke zurück zum Strand und stellte mich dort unter. Nachdem der Regen nachgelassen hatte und ich auch fast am einen Ende der Insel angekommen war, lief ich wieder zurück und machte Halt an einer Taste of Asia Filiale. Hier gibt es aus allen asiatischen Ländern, die typischsten Gerichte in Fast Food Form. Ich bestellte mir nur ein paar Samosas und einen Lemongrass Ginger Icetea. War recht schmackhaft und relativ günstig.

Dann lief ich weiter zum anderen Ende der Insel, wo dann eine weitere Kettenbrücke an den südlichsten Punkt von Kontinental-Asien führte wo es zwei Aussichtspunkte gab. Wirklich eine coole Insel. Ein riesiger Freizeitpark auf einer Insel und jeder kann sich das rauspicken was er am liebsten mag. Ich wollte die Insel erkunden fernab vom Pauschaltourismus und lief wieder dort lang wo keiner lang läuft und wurde mehrfach von Parkangestellten gefragt ob ich mich verlaufen hätte. Nein hatte ich nicht, ich hatte eine Karte und wollte auch die entlegensten Ecken sehen. Hin und wieder rannte mal ein Pfau durchs Bild. Zurück ging es an der Straße entlang, zur Cable Car Station. Der Weg war heiß, lang und bergauf aber nur die Harten sehen auch mal die Punkte fernab des Gartens. Es gab auch recht viele ordentliche Toiletten und an manchen sogar kostenlose Wasserspender.

Wieder an der Bahn, fuhr ich zurück zum Harbour Front Tower 2 und blieb gleich sitzen und hatte die Bahn zum Mount Faber dann ganz für mich allein und konnte den Getränkehalter missbrauchen um Selbstauslöser Fotos zu machen. Auf dem Mount Faber war nicht viel los außer toller Ausblick, ein Souveniershop und ein Nobelrestaurant.

Nach ein paar Fotos nahm ich die Bahn wieder zurück zum Harbour Front Tower 2 und nahm von dort den Bus 131 zurück und stieg am Fullerton Hotel aus.

Mitten im Bankenviertel und mal auf der anderen Seite der Marina Bay.

Hier gab es die „echte“ Wasser speiende Merlion Figur und eine schicke Aussichtsplattform mit Massen an Menschen die alle das Marina Bay Sands, das Museeum of Arts and Science und den Flyer fotografieren wollten. Toller Ausblick.

Ich spazierte weiter zum Quay, wo es einige Museen gab (die haben sogar den hellen Boden vor den Museen mit einem Staubsauger abgesaugt) die im englischen Stil erbaut wurden, sowie ein Monument von Sir Thomas Raffles, dem Begründer von Singapur (Singapur gibt es übrigens erst seit 1816, vorher war es einfach nur eine leere Insel). Ein toller Kontrast zu den modernen Hochhäusern dahinter und den bunten chinesischen Häuschen am Fluss. Ich liebe die Architektur dieser Stadt. Sehr viel Moderne, die aber teilweise durch Bepflanzungen verschönert wurde und dazu diese ganzen alten Elemente aus verschiedenen Kulturenkreisen und Stilrichtungen.

Schon allein wegen der Architektur eine sehenswerte Stadt. Ich lief weiter, vorbei an den verschiedenen tollen Museen zur Bras Basah Station um die herum schöne englische Kirchen waren.

 Gegen 6 fuhr ich mit dem 145 er Bus wieder bis zu „meiner“ Station und lief dann nochmal rüber zu dem Tempel und dem tollen Gebäude, was ich vom Bus aus immer gesehen hatte.

Der Platz zwischen den Hochhäusern war sehr schön gestaltet mit einer Wiese und Wasserbecken und Steinen und einem Restaurant das frisches deutsches Bier anbot (war schon das zweite deutsche Restaurant heute, das andere nannte sich Brotzeit). Dahinter lag dieses tolle alte Gebäude, was scheinbar ein Museum für irgend einen besonderen Chinesen sein musste, dem Namen nach zu urteilen. Dahinter lag ein Tempel mit einem Buddha der durch einen blinkenden Leuchtlampenkranz eingerahmt wurde. Sehr skurril. Danach ging ich wieder Richtung Hotel und traute mich heute endlich mal zu diesem Food Court und ärgere mich hinterher warum ich die ganze Zeit den ungesunden Brötchenmist gegessen habe.

Es gab nämlich nirgendwo eklige tote Enten zu sehen und stattdessen unter anderem einen indischen Stand der super geiles frisches Naanbrot mit Knoblauch hatte und dazu nahm ich ein Gemüsecurry und noch einen Lemon Icetea und bezahlte zauberhafte 5 Dollar und geschmeckt hat das Naan auch extrem köstlich. Das Gemüse war leider schon sehr verkocht aber geschmacklich war auch das Curry super. Morgen geh ich wieder hier her und gucke mal was die anderen Stände noch so zu bieten haben.

Mit vollem Magen dann wieder ins Hotel zurück. Ich mag das total. Es ist verkehrsgünstig gelegen und sauber und es ist alles da und es ist modern. Im Vergleich zu Thailand ist das Zimmer sehr teuer aber im Vergleich zu anderen in Singapur, ist es ein sehr guter Preis. Klar ist das Zimmer winzig aber wozu brauche ich ein großes Zimmer und die Wände sind hellhörig aber das ist in Asien normal.
Morgen dann letzter voller Tag hier- Schade!

Song: Frozen Plasma – Tanz die Revolution



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