24 h im weihnachtlichen Prag

24 h im weihnachtlichen Prag

24 h in Prag – das reicht gerade mal um ein bisschen angefüttert zu werden um dann mit mehr Zeit, bei besserem Wetter und mit stärkeren Nerven zurück zu kommen. Und starke Nerven braucht man, denn Prag ist total „hyped“ (zurecht) und deshalb extrem voll.

Anfahrt:

Wir sind von Leipzig nach Prag über Dresden mit dem Fernbus gefahren. In 3 h für gerade mal 17 €. Fernbusse fahren ja mittlerweile von jeder größeren Stadt und ich kann sie uneingeschränkt empfehlen.

Unterkunft:

Wenn man nur so kurz irgendwo ist, dann ist eine zentrale Unterkunft das A und O, denn man will schnell an den wichtigsten Punkten sein ohne stundenlang zu laufen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Eine zentrale Lage in der Altstadt ist allerdings am Ende dann auch nicht unbedingt günstig. Ich habe bei www.booking.de  das neu eröffnete Hotel MeetMe23 gefunden. Direkt neben dem Hauptbahnhof, 2 Min vom Wenzelsplatz weg und gleich neben der Metro. Somit beste Lage. Das Hotel ist der Wahnsinn. So zwischen Minimalismus und Kunst in einem wahnsinnig schönen Gründerzeithaus mit einer riesen Tür.  Im Eingangsbereich begrüßt einen gleich eine blaue Figur (die man sich per 3 D Drucker auch für zu Haus ausdrucken lassen könnte) und ein mega cooles animiertes Hologram was einen den Weg weist (sowas abgefahrenes habe ich noch nie gesehen). An der Rezeption wird es dann schon recht bunt und künstlerisch. Die Zimmer sind grundsätzlich super minimalistisch, haben aber immer einen gewissen Pfiff wie eine Tapete mit Metroplan oder bunte Lampen oder ein knallorangenes Bad. Da das Hotel erst seit Nov. 2017 geöffnet ist, ist noch alles sehr neu und schön. Für ein 3 Bett Zimmer haben wir 65 € bezahlt. Frühstück kostet 7 €. Haben wir nicht genommen, deshalb kann ich dazu nichts weiter sagen.

Ich war schon öfter in Prag und kannte daher bereits die Highlights wie den Altstädter Ring, die Karlsbrücke oder die Prager Burg. Deshalb hatte ich für mich noch 2 neue Dinge mit ins Programm genommen, die momentan sehr bei Instagram gehypt werden:

 

Das tanzende Haus

Wenn man auf der Altstadtseite links der Karlsbrücke die Moldau lang spaziert, kommt man irgendwann zum tanzenden Haus. Im Grunde ist es nur ein Hotel/Bürogebäude aber halt mit einer sehr interessanten Architektur und deshalb ein Foto wert.

 

Der sich drehende Kafka Kopf – Kafka Monument

Direkt an der Metrostation Narodni Trida, hinter dem Einkaufszentrum ist der, sich seit 2014 drehende, berühmte Kafka Kopf zu finden. Wollte ich unbedingt sehen und fand ich auch super cool wie sich die unters. Schichten des Kopfes alle paar Minuten verdrehen.

Die klassischen Sehenswürdigkeiten wollten wir natürlich auch sehen.

 

Wenzelsplatz

Ein großer lang gezogener Platz  der an den Seiten von wunderschönen Gründerzeit Häusern gesäumt wird und an der einen Seite an der Statue des heiligen Wenzels endet. Der Platz an sich ist recht unspektakulär, wenn nicht wie bei uns gerade ein Weihnachtsmarkt dort statt findet. Aber die Häuser rechts und links sind ein absoluter Traum.

 

Die Altstadt mit der astronomischen Uhr

Man kann absolut nichts falsch machen wenn man sich einfach durch die Gassen der Altstadt treiben lässt. Aber versucht möglichst keinen Termin zu haben und schnell von A nach B zu müssen, denn mit schnell durch die engen Gässchen mit super vielen Touristen wird meistens eher nichts. Außerdem kann es passieren, dass man sich das ein oder andere mal verläuft. Ist uns 2 mal passiert obwohl ich jemand mit super Orientierung bin aber wenn es dann dunkel wird und die Straßennamen bei Google Maps nicht mit denen an den Häuserwänden übereinstimmen, dann braucht man doch mal ein halbes Stündchen länger zum Hotel als geplant.

Generell kann man aber sagen, es ist alles in der Prager Altstadt sehenswert vom Pulverturm über die vers. Museen, die Oper, große Einkaufsläden, kleine Kneipen und dem Altstädter Ring mit dem Prager Rathaus und seiner astronomischen Uhr. Alles ein absolutes Must See egal wie überlaufen es ist. Es hat schon so seinen Grund warum Millionen Menschen jedes Jahr nach Prag strömen. Weil es einfach verdammt schön ist!

Highlight an der astronomischen Uhr ist das Glockenspiel zu jeder vollen Stunde. Dann versammeln sich jedesmal hunderte Menschen vor der Uhr und staunen über die hübschen sich drehenden Apostel, die Melodie und die Figur vom Tod die die Glocke läutet. Wirklich sehr hübsch anzusehen. Da wir an einem Adventswochenende dort waren gab es zusätzlich nach dem Glockenspiel noch ein Trompetenspiel aus der Rathausfenster heraus.

 

Karlsbrücke

Crowded as fu**. Am meisten fasziniert mich an dieser Brücke, die die Prager Kleinseite mit der Altstadt verbindet, wie viele Menschen sich da stündlich, täglich, monatlich oder sogar jährlich drüber schieben und das Ding steht noch. Aber auch hier muss man sagen, dass es nicht umsonst so einen Hype um diese wunderschöne Brücke gibt die die Moldau überquert. Die 30 Brückenstatuen haben alle eine andere heilige Bedeutung und viele werden religiös sehr verehrt und sind immer mit Blumen geschmückt. Die Brückentürme an beiden Seiten machen das Fotomotiv dann richtig perfekt. Auf den Altstädter Brückenturm kann man theoretisch auch drauf aber dazu müsste man dann wahrscheinlich gleich bei Öffnung vor der Tür stehen.

Prager Burg

Dort gefällt es mir zu jeder Jahreszeit einfach am allerbesten. Denn man kann den Massen mehr oder weniger gut aus dem Weg gehen. In der Altstadt sind alle Gassen sehr eng und voll. Auf der anderen Seite der Moldau kann man auch mal die Straße für sich allein haben wenn man abseits der typischen Touristenpfade läuft. Wir sind mit der Metro bis zur Station Malostranska gefahren. Von dort dann nicht mit dem Touristenstrom oberhalb der königlichen Gärten zur Burg sondern unterhalb vorbei an wahnsinnig alten Gebäuden mit riesen großen Türen. Hier und dort ein schöner Platz und immer mal eine tolle Sichtachse zur Burg hoch. Dann am Ende kommen einige Treppenstufe zur Burg, die man schwer umgehen kann und wo man sich dem Touristenstrom anschließen muss. Von dort hat man großartige Aussichten auf die Stadt. Oben auf der Burg angekommen wurden wir von einer unfassbar langen Menschenschlange begrüßt die alle in die Burg wollten. Wollten wir nicht unbedingt. Wir ließen uns lieber ein bisschen durch die Gassen treiben. Ich war vor einigen Jahren mal im Sommer dort, wo wir durch den Burggraben gelaufen sind und durch die königlichen Gärten zum Lustschloss von Königin Anna. Das ist eine so schöne Strecke die  nicht überfüllt ist und ganz tolle Aussichten zu bieten hat. Leider ist im Winter der königliche Garten geschlossen, was wir nicht wussten und auf der Suche nach dem Eingang durch Zufall am Hintereingang der Burg gelandet sind. Dort werden die ganzen Touristenbusse rangekarrt und der Eingangsbereich mit der Sicherheitskontrolle ist viel größer als oben am Burgplatz bzw. wenn man über die königlichen Gärten kommt. Dort gibt es überall nur eine Sicherheitsschleuse und da steht man sich die Füße in den Bauch. Protipp also – kommt von der Straßenseite an die Burg. Dort gibt es 4 Sicherheitsschleusen und es geht sehr schnell. Man stellt seine Tasche ab, läuft durch nen Scanner und ist drin. So kamen wir dann doch noch dazu uns den Burgplatz und den Veitsdom anzusehen. Alles recht beeindruckend aber meiner Meinung nach von innen kein must see. Hier ist meiner Meinung nach eher der Weg das Ziel. Zurückzu sind wir dann von oben über die königlichen Gärten runter gelaufen. Ganz tolle Strecke. Im Sommer natürlich noch viel viel schöner wenn der Wein dort wächst und man eine sonnige Aussicht über die Stadt hat.

Kleinseite

Wir hatten nicht viel Zeit, deshalb sind wir sehr durchgehetzt aber die Kleinseite ist mindestens genauso schön wie die Altstadt Seite dabei aber viel weniger überlaufen. Definitiv der tollste Punkt ist am Moldauufer eine Stelle wo unzählige Schwäne „wohnen“. Da bekommt man dann das ultimative Bild von Karlsbrücke mit Schwänen im Vordergrund. Die Gassen sind dort auch alle sehr sehr schön, mit vielen niedlichen kleinen Läden und Restaurants. Da wir ja in der Weihnachtszeit dort waren gab es so eine Art kleinen Pop Up Store wo gaaaanz viele Plätzen gebacken wurden die man kaufen konnte. Es roch herrlich, überall lagen Plätzchen herum – so stell ich mir den Himmel vor 😀

 

Architektur

Mein Steckenpferd. Ich liebe Architektur. Mir kommt es dabei nicht auf Daten und Fakten an. Mich interessiert nicht welches Jahrhundert und von wem. Mich interessiert nur das Gefühl das ich habe wenn ich vor einem Bauwerk stehe. Und in der Prager Altstadt und auf der Kleinseite lösen die meisten Gebäude ein sehr wohliges Gefühl in mir aus. Denn alle sind einfach nur wunderschön anzusehen. Vielen vers. Gebäude im Barock, Gotik, Kubismus oder meiner liebsten Stilrichtung dem Jugendstil säumen die Straßen. Ich könnte mich da tot fotografieren so begeistert bin ich jedesmal von der Prager Architektur. Alles ist ganz wunderbar restauriert und ich bekomme jedesmal Herzklopfen und ein grenzdebiles Dauergrinsen wenn ich mich durch Prag treiben lasse.

Weihnachtsmärkte

Prag zur Weihnachtszeit ist toll. Das war bereits mein zweiter Besuch zu dieser Zeit. Es gibt so so viele Weihnachtsmärkte in Prag (wir haben in unseren 24 h schon allein 7 Stück gesehen), da kommt man gar nicht drum herum in Weihnachtsstimmung zu kommen.  Auch die doch recht humanen Getränkepreise auf dem Weihnachtsmärkten steigern die Stimmung enorm. Hier eine kleine Zusammenfassung einiger Weihnachtsmärkte:

– Altstädter Ring –

sicherlich der bekannteste Weihnachtsmarkt. Wollte wir erst auslassen, da wir von Freunden ein Video geschickt bekommen hatten wie schrecklich voll es dort war. Als wir dann aber gegen 9 dort waren, war es halbwegs erträglich und sehr hübsch. Es gibt nicht so übertrieben viele Buden wie auf deutschen Weihnachtsmärkten. Bei uns gab es auf der Bühne gerade ein Konzert einer „Gospel“ Schülerband. Das war mein Highlight. Sie sangen z.B. „Africa“  ToTo als Gospelversion aber auch typische Weihnachtslieder. Gänsehaut! Nach dem Konzert gab dann der Weihnachtsbaum noch ein Konzert. Sowas hatte ich auch noch nie erlebt. Es wurde „die Moldau“ von Smetana gespielt und im Takt dazu flackerte den Lichter am Weihnachtsbaum. Ich, als bekennender Grinch, wurde dabei dann doch etwas rührseelig.

– Weihnachtsmarkt auf der Burghof –

Wir waren tagsüber dort. Da war es schon toll. Abends ist das sicher super gemütlich. Eher so bisschen mittleralterlich gestaltet und ein bisschen rustikaler, was mir sehr gut gefallen hat. Dazu noch ein schöner stilvoller Weihnachtsbaum. Große Empfehlung!

– Weihnachtsmarkt am Wenzelsplatz –

hm, naja nicht so meine erste Wahl aber kann man mitnehmen. Hauptsächlich Essen und Trinken. Ganz nett aber nichts Besonderes.

– am allerbesten hat mir der kleine Markt

auf der Kleinseite unterhalb der Karlsbrücke gefallen. Ganz klein und niedlich mit vielen Ständen wo es selbstgemachtes gab. Man hat dort das Gefühl als wenn man auf einem kleinen Dorfweihnachtsmarkt wäre und vergisst, dass man in einer Millionenstadt ist.

Food

Ich fand die Essenssuche verdammt schwer. Wir waren stellenweise schon recht „hangry“. Klar, kann man sich an den Imbissbuden was holen, was wir aus Verzweiflung am Abend auch gemacht haben aber eigentlich will man in Prag doch lecker deftig tschechisch für wenig Geld essen gehen. Und das, meine Freunde, ist nicht einfach. Ja, es gibt tausende Restaurants aber es gibt auch eine gefühlte Milliarde Touristen, sodass wir nirgendwo einen Platz gefunden haben. Deshalb mein Tipp – Seitenstraßen und von außen eher Unscheinbar. Wir sind Sonntag Mittag in einer kleinen Seitenstraße in der Nähe unseres Hotels gelandet. Sah von außen wenig touristisch aus aber es saßen einige Einheimische beim Essen und dort wo Locals essen kann man nie verkehrt sein. Das Essen und das Preis/Leistungsverhältnis war unschlagbar. Das Ambiente war vielleicht nicht so gemütlich wie in den Touristenkneipen aber dafür haben wir für unser Essen mit alkoholischem Getränk weniger als 10€ gezahlt.

Tipps

Abseits des Mainstrems gehen. Ist immer eine gute Idee! In Zeiten von offline Maps muss man doch nicht mehr den Touristenströmen folgen um irgendwo hin zu kommen. Das geht sogar in der Altstadt. Da gab es oft kleine Gassen mit super vielen Menschen und Gassen die nahezu parallel verliefen wo fast niemand lief. Deshalb mein Tipp – rennt nicht allen hinterher, es sei denn ihr steht darauf rechts und links von anderen Menschen angekuschelt zu werden.

Funfact

Ich habe panische Angst vor den  Metrostationen. Ist jemand mit Höhenangst schon mal in Prag Metro gefahren, dann weiß er sicher was ich meine. Die Metro liegt super tief und ist meist nur durch eine steile Rolltreppe zu erreichen. Also so richtig steil. Ich bekomme sofort nasse Hände wenn ich daran denke. Ich bin grundsätzlich nur mit geschlossenen Augen gefahren. Mir gehen da ja immer sämtliche Horrorszenarien durch den Kopf. Wenn da mal einer stolpert und runter fällt und alle anderen mit sich reißt, wie so ein Dominoeffekt. Gruselig! Nachdem wir abends leicht angetrunken vom Weihnachtsmarkt zurück kamen wollten wir zu einer Metrostation (weil wir uns verlaufen hatten) bei der die Rolltreppe super steil und verdammt schnell war. Wir haben uns nicht getraut darauf zu stellen und haben gewartet bis andere Leute kamen die vor uns liefen und uns die angst nahmen. Ich würde also jedem empfehlen nicht betrunken mit der Metro zu fahren. Die Verletzungsgefahr kann recht hoch sein.

Fazit

Du warst noch nicht in Prag? Dann nichts wie hin da! Ich verspreche, dass niemand enttäuscht sein wird. Tolle Stadt mit viel Geschichte, wunderbrarer Architektur und bezahlbaren Preisen. Was will man mehr?!

 



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