Dunedin – die südlichste Studentenstadt der Welt

Dunedin – die südlichste Studentenstadt der Welt

 

 

Wenn man Dunedin bei Instagram eingibt, dann bekommt man fast nur Fotos von der Baldwin Street (der steilsten Straße der Welt) oder vom Bahnhof dabei hat Dunedin so viel mehr zu bieten.

Was genau, lest ihr hier:

 

Anreise

 

Von meiner Zwischenstation an den Moeraki Boulders ging es in 3 h über die gewundenen Straßen nach Dunedin. Ich hatte Glück denn der Bus hielt an der Universität, unweit meiner ersten Unterkunft.

 

 

 

 

Unterkünfte

 

Kiwis Nest

 

Da ich etwas länger in Dunedin war, hatte ich 3 verschiedene Arten von Unterkünften. Meine erste war das Kiwis Nest. Ein altes Backpacker Haus mit dieser gewissen Gemütlichkeit. Ich hatte ja irgendwie gehofft, dass man hier leicht Leute kennen lernen kann. Aber das stellte sich leider als Trugschluss heraus, da fast nur ältere Leute und generell nicht allzu viele Leute dort waren.

Aber an sich eine sehr schöne Unterkunft, genau zwischen Botanischem Garten und Innenstadt. Alles recht sauber und sehr liebe ältere Besitzer. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt und habe dort meinen Aufenthalt sogar um ein paar Tage verlängert.

 

 

 

 

Cat/Housesitting in St. Clair

 

Nachdem ich in St. Clair am Strand war (siehe weiter unten) war ich so begeistert, dass ich hier gerne ein paar Tage länger verbringen wollte. Also schaute ich bei Wwoofing und HelpX ob es irgendwelche Hosts in der Nähe gibt. Ich fand dann auch einen, der eigentlich Handwerker für seinen Hausausbau suchte aber ich fragte einfach mal nach. Es stellte sich heraus, dass er ein paar Tage mit seiner Freundin in den Urlaub fahren will und das sie jemanden suchen der auf Haus und Katze aufpasst. Frank holte mich am Kiwis Nest in seinem alten Auto ab und war mir gleich sympathisch. Ein alter weltreisender Ex-Surfer. Wir fuhren zu seinem Haus nach St.Clair. Vom Haus aus hatte man eine wahnsinnig schöne Aussicht auf das Meer und die Wellen.

 

 

 

Das Haus an sich war dann mal wieder ernüchternd. Scheint hier so ein Ding in Neuseeland zu sein. Von außen ein schönes modernes großes Haus und von innen, dann eher eine Bruchbude im Ausbau (im Ausbau seit 7 Jahren, wie er mir erzählte). Unten im Haus gab es ein Air BnB und oben wohnte er auf einer sehr kleinen Fläche. Im Haus fühlte ich mich absolut nicht wohl, denn es gab kein extra Zimmer für mich und das was er mir anbot war eine vollgestellte Abstellkammer. Außerdem hatte Frank ein seltsames Hobby. Er modellierte Kriegerfiguren aus aller Welt in Lebensgröße mit originalen Schwertern, Bogen, Schildern und alles was ein Krieger so benötigt und die standen überall verstreut herum. Wir gruselig das war muss ich wohl nicht erwähnen. Zum Glück stellte sich dann aber heraus, dass ich nicht in diesem Haus übernachten muss, sondern im Haus seiner Freundin Robyn schlafe, wo auch die Katze lebt. Dort fühlte ich mich gleich so viel wohler. Robyn war eine herzensgute Veganerin, mit der ich mich auf Anhieb verstand. Ihr Haus war ein altes zerfallenes Haus mit Holzveranda und wildem Garten. Alles war sehr schlicht und abgewohnt aber trotzdem fühlte ich mich 100 mal wohler als bei Frank. Ich hatte also für die nächsten 4 Tage eine Katze und ein ganzes Haus für mich. Auch mal eine coole Erfahrung. Ich verbrachte meine Tage am Strand und meine Abende mit Musik, einem guten Kaltgetränk und den ein oder anderen Kräutern auf der Terrasse. Kein schlechtes Leben. Da ich aber mit der Katze zusammen in Robyns Bett schlief und nicht bei Frank im Haus schlafen wollte, verließ ich St.Clair an dem Tag an dem die beiden zurück kamen und zog ins…

 

 

 

 

(Ich stand mit meinem ganzen Gepäck bei 30 Grad an der Bushaltestelle für 40 Minuten als neben mir ein Auto hielt und mir mitteilte, dass es die Bushaltestelle nicht mehr geben würde aber er mich gern in die Stadt fahren könnte. Eine Sekunde zögerte ich aber sprang dann doch ins Auto. Sowas würde ich in Deutschland/Europa niemals machen aber hier war der Mann super nett und auch ein ehemaliger Traveller, der jetzt gern anderen Travellern hilft. Die Kiwis beweisen halt gerne wie nett sie sind.)

 

Central Backpackers

 

Wie der Name schon sagt super zentral in der Innenstadt gelegen. Alles sehr sauber und die Zimmer waren auch ganz schön, allerdings war es sehr dunkel, da die Aufenthaltsräume keine Fenster hatten und ich war froh, dass ich nur eine Nacht dort verbringen musste, bevor es für mich nach Queenstown (macht euch auf viele Blogbeiträge von dort gefasst) ging.

 

On Top Backpackers

 

Hier war ich dann ein paar Monate später noch mal eine Nacht mit einer Tour und das ist das Hostel was ich jedem der nach Dunedin kommt empfehlen würde. Es liegt quasi gleich neben dem Central Backpackers. Unten ist eine Poolbar und oben das Backpackers mit einer mega coolen Dachterrasse und ordentlichen Zimmern und Duschen.

 

 

 

 

 

Dunedin CBD

 

Die Innenstadt von Duendin ist quasi eine lange Straße, die George Street. Dort gibt es super viele kleine und große Geschäfte und teilweise sehr coole Häuser. Außerdem gibt es auch die ein oder andere Mall wie z.B. die Wall Street oder die Meridan mall. Hier kann man sich einfach ein bisschen treiben lassen.

 

 

 

 

Der „Marktplatz“ (sowas gibts in den meisten Städten in Neuseeland eigentlich nie) ist hier das Octagon. Dort liegt auch die ISite und viele Bars und Restaurants und alle Innenstadtbuss fahren hier ab.

 

 

 

 

Bahnhof

 

 

Das wohl berühmteste Gebäude auf der Südinsel. Im Jahre 1906 eröffnet, strahlt der Bahnhof über die ganze Stadt. Man sieht ja dann doch nicht so viele tolle alte (für neuseeländische Verhältnisse) Gebäude und dieses ist eine wahre Schönheit, innen wie außen. Jugendstil Fenster, dunkler Basalt, heller Kalkstein und selbst der Bahnsteig sieht so herrlich oldschool aus. Man muss den Bahnhof definitiv gesehen haben, wenn man in der Stadt ist. Ein wahres Architekturschätzchen.

 

 

 

 

 

 

 

Architektur

 

 

Die Architektur in Dunedin ist ziemlich gemixt, hat aber vieles an alten Gebäuden zu bieten. Wie z.B. die First Church of Otago von 1871 und ein paar weitere Kirchen und Kathedralen.

 

 

 

 

 

Mir hat aber z.B. auch die Speights Brauerei sehr gut gefallen. Ein tolles Fabrikgebäude aus dem Jahre 1876 und meiner Meinung nach das beste Bier in Neuseeland.

 

 

 

 

In einigen Bereichen der Stadt fühlte es sich an wie im alten New York. Ich war zwar noch nie dort aber so stelle ich mir die alten Gebäude dort vor, vermutlich nur etwas höher.

 

 

 

 

Es gibt auch einen chinesischen Garten, der architektonisch vor den alten Werfthallen, gar nicht ins Bild passt aber der Mix macht die Sache ja erst so interessant.

 

 

 

 

Es gibt auf jeden Fall einiges an Architekturschätzchen zu bewundern.

 

 

 

 

Larnach Castle

Das 1871 erbaute Schloss liegt ein wenig außerhalb der Stadt und hat einen relativ hohen Eintrittspreis, weshalb ich dieses nicht besucht habe. Aber für Leute die Interesse an Schlössern haben, ist das sicher einen Ausflug wert. Bilder müssen bitte ergoogelt werden.

 

Botanischer Garten

 

 

Der älteste botanische Garten in Neuseeland von 1863 hat einiges zu bieten auf einer Fläche von 30 Hektar.
Ein Teil des Gartens erstreckt sich über einen Berg, den ich allerdings nicht bestiegen habe.

 

 

 

 

Besonders schön ist das alte Gewächshaus. Ich liebe solche Arten von Gewächshäusern. Die sehen immer so romantisch aus. Leider wurde gerade daran gebaut und ein Bauzaun „schmückte“ die Szenerie.

 

 

Was mich besonders freute, waren die 2 Peter Pan Statuen im Park. Solche hatte ich ja bereits in Oamaru gesehen. Auch wenn das Wetter bei mir eher nicht so schön war, empfehle ich den Garten jedem der in der Stadt ein bisschen Ruhe und Natur haben will.

 

 

 

 

 

Baldwin Street

 

 

 

 

Laut Guinness Buch der Rekorde die steilste Straße der Welt. Logisch, dass ich dieser auch einen Besuch abstatten musste.

Eigentlich sollte das Wetter an meinem Geburtstag bescheiden werden aber wer auch immer da oben für mein Wohlergehen zuständig ist, hatte andere Pläne und so bekam ich schönsten Sonnenschein geschenkt. Perfekt für eine Busfahrt zur Baldwin Street.(Bus Nr. 8 von der Innenstadt zur North Street 275 nehmen) Die chinesischen Reisebusse standen schon da und so wusste ich, dass ich richtig bin. Und da war sie. Sah jetzt von unten gar nicht so steil aus. Ich war ja gestern schon den steilen Tunnel Beach Track gelaufen und wollte heute eigentlich nicht noch mal so ne harte Tour machen aber das Wetter muss genutzt werden also ging es bergauf. Scheiße, war das anstrengend. So ab der Mitte der Straße wird’s dann richtig steil und ich muss sagen, ich hatte richtig wacklige Knie beim Betreten der Straße, da ich davor die Treppen genommen hatte.

 

 

 

 

Also bei Regenwetter und nicht rutschfesten Schuhen würde ich mich da nicht rauf wagen. Oben angekommen war ich ganz schön durchgeschwitzt und musste mich dann erst mal erholen bevor es ans bekloppte Fotos machen ging. Ich hatte mir im Vorfeld schon so ein paar Posen überlegt um die Straße von ihrer steilsten Seite zu zeigen aber allein funktioniert das dann manchmal nicht soooo erfolgreich aber es machte irre viel Spaß… Mich auf die Straße zu legen kostete dann noch mal einiges an Überwindung.

 

 

 

 

Man kann theoretisch die Straße lang hoch fahren (Camper nicht) aber die Wenigsten trauen sich das zu. Während ich ca 40 Minuten da war, haben sich nur ein paar Chinesen mit dem Taxi dort hoch fahren lassen.

Jedenfalls ein ganz besonderes Erlebnis, das ich jedem nur ans Herz legen kann. (Kommt auf den Bildern mal wieder nicht so steil rüber wie es eigentlich war)

 

University

 

 

 

Die älteste Uni Neuseelands wurde im Jahre 1869 gegründet. Mit über 3000 Angestellten ist sie der größte Arbeitgeber der Stadt. Der Unicampus besteht aus super modernen und alten Gebäuden wie dem Clock Tower Building, was dem Bahnhof ähnelt (leider habe ich es verpasst mal direkt auf den Unicampus zu gehen und habe erst hinterher gesehen, dass dieser scheinbar sehr schön ist, deshalb an dieser Stelle nur Neubaubilder)

 

 

 

 

Streetart

 

 

Mein Highlight in Dunedin, neben dem Strand, waren definitiv die ganzen Graffittis. Es gibt in der ISite sogar einen Stadtplan wo alle Murals eingezeichnet sind (gibt es auch hier online) und man dann quasi einen Kunststadtrundgang machen kann. Habe ich natürlich gemacht, logisch – ne?! So gut! So talentierte Künstler haben sich dort auf den Wänden verewigt und es tut mir nicht leid, dass so viele Fotos von Wandkunst folgen. Das berühmteste ist dabei sicher das Gesicht von Ed Sheeran. (siehe erstes Bild ganz oben im Beitragsbild)

 

 

 

 

 

 

 

 

St. Clair / St. Kilda

 

 

 

Und da das Wetter den ganzen Tag an meinem Geburtstag so schön war, bin ich von der Baldwin Street gleich bis nach St. Clair durchgefahren. DER Surfstrand der Stadt. Ich stieg aus dem Bus, lief 3 Schritte und mir kamen die Tränen. Tränen der Dankbarkeit. Das war mein Ort und dazu noch dieses Wetter. Ich hätte mir meinen Geburtstag nicht schöner vorstellen können und bin allen so dankbar die da oben für mich verantwortlich sind. 😘

 

 

 

 

St. Clair ist ein super langer schöner Sandstrand. Solche findet man auf der Südinsel ja nun jetzt auch nicht allzu oft. Feiner Sand. Schöne fließende Wellen und an jeder Ecke gute Laune. Ein Glücksgefühl durchströmte jede Pore meines Körpers. Sonne auf meinem Körper und das Rauschen der Wellen. In diesen Momenten gibt es nichts Schlechtes auf dieser Welt. Alles ist perfekt!

Ich legte mich in den Sand und gönnte mir zur Feier des Tages erstmal ein alkoholisches Getränk und ein paar Kräuter. #gönnung
Ich hätte Stunden hier zubringen können aber ich hatte für meinen Tag noch ein paar andere Programmpunkte geplant, deshalb verließ ich nach 2,5 h die Perfektion wieder um den Rest des Tages mit Essen zu verbringen.

 

 

 

 

Da ich ja dann ein paar Tage später ganz in der Nähe vom Strand gewohnt habe, war ich natürlich jeden Tag dort. Habe die Surfer beobachtet, den Wind in den Dünen geschnuppert und einfach nur meine Zeit am Meer genossen.

 

 

 

 

 

 

Einen Tag wollte ich einen kleinen Rundweg gehen und nicht am Strand zurück sondern oberhalb der Steilküste. Maps.me zeigte mir da auch einen Weg an. Allerdings muss es diesen Weg vor sehr langer Zeit gegeben haben, denn ich musste mich quer durchs Gebüsch schlagen und an vielen Stellen war der Weg an der Steilküste schon abgebrochen, sodass mir ganz schön der Arsch auf Grundeis ging. Aber wieder zurück gehen wollte ich auch nicht weil das ein enormer Umweg gewesen wäre. Also biss ich die Zähne zusammen und fühlte mich wie Indiana Jones auf Entdeckungstour. Ich bog ein paar Mal falsch ab und landete verbotenerweise auf Familiengrundstücken, musste dann wieder umdrehen und mich an der Steilküste entlang hangeln. Und dann gab es gar keinen Weg mehr und ich konnte nur noch irgendwie die Steilküste runter. Zum Glück war es an dieser Stelle nicht mehr ganz so steil und ich rutschte auf meinem Hinterteil den Sand herunter. Ich war jedenfalls sehr froh, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte und würde hiermit jeden warnen der zwischen St.Kilda (der andere Strandabschnitt ein paar Kilometer weiter) und St. Clair den Weg oberhalb der Steilküste nehmen will – tut es nicht! Aber abgesehen davon ist St.Kilda und St. Clair ein absolutes Must wenn man ein paar Tage in Dunedin ist.

 

 

 

 

 

Sylvester in Dunedin (jaaaa lang lang ist`s her)

Im Grunde ist das nur eine kurze Notiz an mich selbst um in 30 Jahren noch zu wissen wie ich Sylvester in Neuseeland verbracht habe. Ich hatte es mir im Vorfeld leichter vorgestellt Leute zum Feiern zu finden. Da ihch niemanden kennen lernte, fragte ich einfach mal bei Facebook herum und fand ein paar Deutsche die auch gerade in der Stadt waren und Gesellschaft für die Nacht brauchten. Am Ende waren wir zwar 3 Mädels und ein Pärchen und hatten einen schönen Abend. Erst imPub, dann beim öffentlichen Feuerwerk und am Ende beim Tanzen in einem Club, alles am Ocatagon. Nicht das beste Sylvester meines Lebens (der Tag ist sowieso völligst overrated) aber an sich ein schöner Abend mit ein paar netten Fremden.

 

Und was ich alles so leckeres veganes gegessen habe -findest du hier!

 

Fazit

Das erste Mal war ich zur Jahreswende 18/19 in Dunedin, wo gerade Sommerferien waren (es fühlt sich immer noch komisch an, Sylvester und Sommerferien in einem Satz zu schreiben) und somit keine Studenten in der Stadt, was man auch sehr merkte. Die Stadt war relativ leer und gediegen. Das zweite Mal, 2 Monate später, war wieder Unizeit und die Stadt wirkte so viel lebendiger mit den vielen jungen Hipstern und diesem besonderen Unistadtvibe. Ich mochte Dunedin dann viel mehr. Alles in allem auf jeden Fall eine der wenigen Städte die in Neuseeland einen Abstecher wert ist.

 

 



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere