Goodbye 2018 – ein bisschen mehr als nur ein Jahresresümee

Goodbye 2018 – ein bisschen mehr als nur ein Jahresresümee

 

Das bisher aufregendste Jahr meines Lebens liegt in seinen letzten Atemzügen. Zeit ein Fazit zu ziehen!

 

 

Erste Jahreshälfte 2018

 

Der Jahresanfang war mehr als bescheiden. Ich musste einiges einstecken. Viel Herzschmerz, viele Enttäuschungen und Unverständnis aber was mich aufrecht erhalten hat, war mein Plan. Mein Plan meinen großen Traum zu verwirklichen.

 

 

 

 

Nach vielen Gesprächen mit meinem alten Arbeitgeber, die gegen die Wand liefen, war klar – Tschüss alter Job! Ihr könnt mich mal ihr undankbaren ****

Ich bin dann ab 1.7.18 arbeits- und obdachlos. Aber was soll ich sagen – das wovor viele Menschen so unendlich Angst haben, stellte sich für mich als die beste Entscheidung meines Lebens heraus.

 

Zweite Jahreshälfte 2018

 

Am 4.7.18 war es dann endlich so weit – mein neues richtiges freies echtes Leben begann. Und mit ihm kam endlich wieder das Glück zurück. Die Reise meines Lebens.

Wer im Detail wissen möchte, was ich so alles gemacht habe, liest sich einfach noch mal meine Blogbeiträge durch.

 

 

 

Mein schönster Moment

 

Exmouth, Nigaloo Lighthouse Holiday Park: Ich sitze vor unserem Bus, hinter mir rauscht das Meer, auf der rechten Seite ein Leuchtturm, vor mir meine Whynot Bus Familie, in den Ohren „small things“ von Ben Howard, über mir die Sterne, in meinem Herzen nichts als das pure Glück!

 

 

 

 

Mein Jahr in Zahlen

 

2018 habe ich:

  • 9 unterschiedlichen Länder bereist (10 mit Deutschland)
  • 5 Länder gesehen, in denen ich zuvor noch nie war
  • 49 verschiedenen Unterkünften geschlafen (verrückt wie viel das ist, wenn man sich das mal so zusammen rechnet)
  • 7 verschiedene Flieger genutzt und weiß der Herr Gott wie viele vers. Busse
  • 2829384939686 Freudentränen vergossen
  • 947 Trauertränen geweint
  • 9999 neue Lieben gefunden (sei es nun in Menschen, Orten, Musik, Dingen usw)
  • 8 gute neue Freunde gefunden
  • 3 gute Freunde verloren (aber dann waren sie wohl auch nicht so gut, wenn sie nicht mehr mit mir befreundet sein wollen)
  • ca. 10.000 Fotos geschossen (die ich auch behalten habe – ich schäme mich ein bisschen für die unanständig hohe Zahl)
  • 300 Tage damit verbracht glücklich zu sein (hoffen wir, dass ich 2019 auf 365 Tage komme)

 

 

Bis hier hin war das die kurze Zusammenfassung für die faulen Leser unter euch…Wer jetzt weiter liest bekommt die ganz tiefen Abgründe meiner Gedankenwelt zu lesen, die total über das Ziel eines Jahresrückblicks hinaus schießen. Ich habe euch gewarnt!

 


Persönliche Gedanken

 

Ich sitze gerade im Bus für fast 10 h. (Ich habe schon mal auf meiner Route von Picton nach Oamaru über alles nachgedacht, deshalb diese Einleitung) Jede Menge Zeit um nachzudenken, sein Leben zu reflektieren und darüber zu schreiben.

Ich bin jetzt roughly ein halbes Jahr auf Reisen und da kann man schon mal ein Zwischenfazit ziehen.

Wo soll ich anfangen, vlt mit meinem früheren Leben um meine Entwicklung verständlich zu machen.

Kurzfassung: Ich war unglücklich af. Ich steckte in einem Job fest der okay war aber weit davon entfernt irgendwelche Emotionen in mir auszulösen. Ich stand jeden Morgen auf, ging zu Arbeit, verbrachte dort 9 h, freute mich auf die Mittagspause und freute mich noch mehr auf Wochenenden und Urlaube. Ich habe das 11 Jahre so gemacht. 11 Jahre meines Lebens ohne Leidenschaft für das was ich mache. Das stupide Hamsterrad. Wenn man drin steckt und es nicht merkt, dann mag es ja okay sein aber wenn man einmal kurz abgesprungen ist und von außen drauf geschaut hat, dann denkt man sich nur so „fuck, das soll’s jetzt sein?! – nein danke. Ich will mehr!“… Jetzt könnte man meinen, das ich mich ja auch einfach beruflich hätte verändern können. Ja schön, aber wohin denn nur? Kurzum, ich hatte keine Ahnung wo es für mich hingehen sollte. Außer weg davon.

Beziehungstechnisch noch schlimmer. Ich hatte mal überlegt ein Buch über all meine Dating Erfahrungen zu schreiben. Wäre sicher lustig und interessant geworden. Wie wenig kompatible Menschen es doch für einen da draußen gibt. Ich steckte emotional in einer Love / Hate „Friendship“ (denn von Relationship konnte man bei dieser Katastrophe nicht reden) fest, die für mich Love und für ihn hauptsächlich Hate war oder einfach nur Desinteresse. All die Jahre habe ich mich mit so viel negativen Menschen umgeben in der Hoffnung da irgendetwas positives für mich raus holen zu können. Ich wollte andere retten bevor ich mich selbst retten wollte. Selbstsabotage des Glücks.

 

 

 

 

Und auch sonst plätscherte alles so seicht lang hin ohne sich in irgendeiner Form nach dem echten Leben anzufühlen. Aber das ist halt so haben sie gesagt. Man kann nicht immer nur Abeneuer haben. Man geht jeden Tag seinem Job nach und man sucht sich einen Partner und macht dann die ganzen „normalen“ Sachen.

Wie viel Zeit ich damit aufgebracht habe nach all dem zu suchen was mir von Kind an als „normal“ suggeriert wurde.

So langsam kam mir der Gedanke, dass ich vlt. der Systemfehler bin. Versuche den Fehler auszubügeln scheiterten und ich wurde immer unglücklicher und verbrachte Tage nur im Bett und weinte viel weil ich einfach nicht so recht ins System passen wollte.

Dann kam meine Kanada Reise. Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken, fühlte mich wohl und war glücklich und da fiel der Groschen. Fuck the System – ich will da gar nicht rein passen. Ich will raus aus dem gesellschaftlichen Hamsterrad und meinen eigenen Weg finden. Und so begann ich in meinem stillen Kämmerlein nicht mehr zu weinen sondern Pläne zu schmieden. Mein Leben bekam plötzlich wieder einen Sinn und meine fast erloschene Lebensflamme begann wieder zu lodern.

 

 

Zeit auf Reisen

 

Wisst ihr wie oft ich einfach nur vor mich hin grinse. Ich könnte die ganze Welt umarmen. Ich habe manchmal das Gefühl vor Glück zu platzen. Da sitze ich im Bus, fahre so durch die schönsten Landschaften, mit meiner Lieblingsmusik in den Ohren und denke über all die wundervollen Dinge nach die im letzten halben Jahr passiert sind.

 

 

 

 

 

 

Ich habe Menschen getroffen für die ich innerhalb kürzester Zeit so viel Liebe verspürt habe, die mich so sehr inspiriert haben, die mir Vorbild wurden obwohl sie 10 Jahre jünger waren. Ich hatte so viele Abende an denen ich wieder geweint habe aber nicht vor Ausweglosigkeit sondern vor Glück.

 

 

 

Ich habe Dinge gesehen, die schöner waren als alles was ich mir bis dahin vorstellen konnte.

Jeden Tag an der frischen Luft und ich merke wie gut das meinem Körper und vor allem meiner Seele tut.

 

 

 

Ich habe Freiheit geschnuppert und möchte nie wieder runter kommen von dieser Droge. Im Grunde besitze ich nur noch den Inhalt von 2 Handgepäck Rucksäcken. Mein Konto ist so wenig bestückt wie nie und trotzdem fühle ich mich reicher als jemals zuvor.

 

 

 

Spiritualität

 

Ich sehe jetzt schon wie einige ihre Augen verdrehen aber denen kann ich nur meinen einzigen französischen Satz den ich kenne an den Kopf knallen: va te fer encouler. (Google it!)

Ich glaube ganz fest an das Karma.

 

 

Ich versuche stetig die beste Version meiner selbst für unseren Planeten zu sein. Klar, gibt es überall Verbesserungspotential und im Umgang mit Menschen bin ich immer noch schrecklich egoistisch aber bei den Dingen die mir am Herzen liegen, wie unsere liebe Mutter Natur versuche ich mit besten Beispiel voran zu gehen und einfach ein guter Mensch zu sein.

Und ich glaube, dass das Karma mich für diese Art zu leben belohnt. Es gab so viele kleine Situationen wo alles perfekt wurde. Wo sich ein Problem innerhalb kürzester Zeit in etwas ganz wunderbares aufgelöst hat. Wo ich Glück mit Dingen hatte, die so keiner geahnt hätte. Wo mir generell wundervolle Sachen widerfahren sind. Und ich bilde mir ein, dass das meine Belohnung ist.

 

Appell

 

May the Bridges i burn, light my way – und wie ich brenne und ich will euch alle mit anstecken!

 

 

 

Ich habe es zwar schon in meinem Abel Tasman Beitrag geschrieben aber ich kann nicht oft genug darauf hinweisen. Ich verstehe inzwischen warum so viele Vollzeit Reisende Lifecoaches werden oder Bücher schreiben. Man will einfach seine Erfahrungen weiter geben. Sein „mehr – Wissen“ was man besitzt mit der Welt teilen und einen Teil seines Glücks an andere zurück geben damit sich das Glück auf der ganzen (kaputten) Welt verbreitet.

Leute, bleibt nicht in eurem alten Leben stecken, wenn ihr unglücklich seid. Ich weiß es ist einfach so weiter zu leben wie bisher. Es ist einfach in der Spur zu bleiben. Ich habe jahrelang auch brav die Spur verfolgt. Bin der Herde hinter her getrabt. Inzwischen denke ich, ich bin einer Herde Lemminge hinter her getrabt die sich in den Abgrund gestürzt haben.

Das echte Leben ist aber das was außerhalb dieser ausgelatschten Spur passiert!

 

 

 

Ich sage nicht ihr sollt euch kopflos aufs rutschige Eis wagen aber ihr sollt euch aufs Eis wagen. Macht nen Plan, spart euch was an, macht nen Plan B und C, falls ihr merkt, dass A doch nicht der Beste war. Das allerwichtigste ist aber, dass ihr handelt.

Wie war doch gleich der Spruch, das Leben ist das was passiert während man Pläne macht. Das war jahrelang ich. Pläne machen fürs Wochenende, für den Urlaub, für irgendwann später. Wenn ich inzwischen solche Sätze höre wie „Das mache ich wenn ich in Rente bin. Das mache ich nach dem Studium. Das mache ich wenn ich Familie habe. Das mache ich später“ bekomme ich den Gesichtsausdruck des blanken Entsetzens und würde die Leute am lieben nehmen und schütteln. Was denkt ihr was das Leben ist?! Die unendliche Geschichte?

 

 

 

Macht die Augen auf – es gibt kein verdammtes später. Für viele ist es vorbei bevor es angefangen hat. Wie beschissen ist das bitte?! Sollten wir nicht jetzt anfangen zu Leben und unsere Träume zu verfolgen? Ich bin 100% der Meinung ja. Ich mag das Wort „Achiver“ – to achive, etwas erreichen. Wie kann man etwas erreichen? In dem man erst mal anfängt. „Start somewhere“!

An alle Hater da draußen – seid euch sicher – ich werde irgendwann auf die Schnauze fallen. Das tun wir alle irgendwann aber ich falle wenigstens während ich dabei bin richtig zu leben. Könnt ihr das auch von euch behaupten?

 

 

 

Deshalb nochmal – wenn ihr einen großen Traum habt. Egal was es ist und wie irre es euch erscheint – redet nicht nur darüber, sagt euch nicht, das mache ich dann und dann. Nee, JETZT! „All we have is now“ !!!

 

 

 

 

Fazit

2018 war aufregend, erkenntnisreich, verändernd, neu, traurig, glücklich, voller Liebe und ich fühlte mich frei und lebendig.

Ich wünsche der Welt für 2019 Erkenntnis, denn die ist alles um mit dem ersten Schritt der Veränderung in eine bessere Richtung zu beginnen. Amen!

 

 



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