Great Ocean Road mit Wildlife Tours

Great Ocean Road mit Wildlife Tours

 

 

Die Great Ocean Road ist ja auch so ein Must Do, wenn man schon mal in OZ ist. Bis auf die berühmten 12 Apostel hatte ich aber keinen Schimmer was mich dort und am nächsten Tag in den Grampains erwarten würde. Was mich genau überrascht hat, könnt ihr hier und im nächsten Blogpost über die Grampains nachlesen.

 

Hardfacts

 

Ich hatte die Tour zusammen mit der Philipp Island Tour bei Peter Pans gebucht, für zusammen ca. 240€. Auf dieser Tour gab es eine Übernachtung und einmal Lunch und Frühstück.

Die Tour gibt es 3 mal die Woche. Los ging es 7:45 am Immigration Museum.

Die meisten Touren kann man nur mit einem Tagesrucksack machen aber bei Wildlife Tours, die die Tour für Peter Pans durchführten, kann man sein ganzes Gepäck mitnehmen, da sie einen Trailer mit am Bus haben. Gut für Leute, wie mich die die Hostels wechseln oder woanders hin wollen.

 

 

 

 

Unser Guide Fraser war ein ziemlich irre (nicht gut irre) aussehender Schotte (nicht so ein Schnucki wie der Schotte bei meiner whynotbus Tour). Gut gelaunt und mit gutem Mindset aber irgendwie den Wahnsinn in den Augen.

 

 

 

 

Unsere Gruppe war eher nicht so kompatibel, da sie fast ausschließlich aus Gruppen, Paaren und Asiaten bestand. Aber das ein oder andere Gespräch entstand dann doch, war aber wenig Bewusstseinserweiternd.

Zuerst ging es aus Melbourne raus über die M1, den zweitlängsten Highway der Welt mit 13.600 km (nur Russland bietet mehr), der durch komplett Australien führt. Man würde 17 Tage brauchen um ihn zu fahren.

Die Natur hier ist so anders als an der Westcoast. Alles sieht ein bisschen aus wie ich mir Irland vorstelle. Grüne Hügel. Schafe. Viel Landwirtschaft und sehr viele Eukalyptus Bäume (die wachsen wohl eher nicht in Irland :-D)

 

Infos Great Ocean Road

 

Die Great Ocean Road wurde 1919 nach dem 1. Weltkrieg von Heim gekehrten Soldaten gebaut, die sie ihren gefallenen Kameraden widmeten. Sie ist somit mit 243 km das längste Kriegsdenkmal der Welt.

Früher war die Straße nur einspurig. Dann durfte man einen Tag in die eine Richtung fahren und den anderen nur in die andere. Putzige Vorstellung.

Jährlich fahren über 6,5 Millionen Menschen hier entlang. IRRE!

Es gibt viele berühmte Surfbeaches an der Great Ocean Road, die alle berühmten Surfbrands hervor brachten, wie Billabong, Ripcurl und wie sie alle heißen.

 

Memorial Arch

 

Unser erster Halt war der Memorial Arch, der quasi das Anfangstor zur Great Ocean Road bildet, obwohl man eigentlich schon 20 km die GOR bis dahin gefahren ist. Es gibt ein paar Informationstafeln, eine Goldgräber Statue und einen sehr schönen Strandabschnitt.

 

 

 

 

 

Die Häuser in der Ecke – ich sage euch, der totale soziale Wohnungsbau. Hier leben die ärmsten der Armen. In den 80ern gab es ein großes Feuer und hat alles dort in der Ecke wegradiert, danach fingen Stararchitekten an, sich dort auszutoben. Viele der Häuser dort spielten schon in Filme mit und ein besonderes „Stelzenhaus“ kann bei AirBnb für 1000 AUD die Nacht angemietet werden. Immer wieder schrecklich zu sehen wie manche Menschen so leben müssen am Rande der Gesellschaft ;-p

 

 

 

 

An der Great Ocean Road gibt es auch einen Fahrradweg (also so mehr oder weniger). Wir haben auch einige Radwanderer gesehen, die die Tour gefahren sind. Auch ne ganz schöne Aufgabe.

 

Lorne

 

Unser erster Stopp war die süße bunte Stadt Lorne mit ihren vielen Pubs und Cafes. Viele super reiche Melbourner /Melbser/ Melberaner/ naja ihr wisst schon – haben hier ihr Wochenendanwesen. Außerdem eignet sich der Strand gut für Surfanfänger.

 

 

 

 

Ich machte einen kurzen Beachwalk und bestaunte die Surfer. Danach gab es einen Kaffee und Kekse, die von der Tour bereit gestellt wurden.

 

 

 

 

 

Weiter ging es an der atemberaubenden Küste. Jede Ecke bot neue wunderschöne Aus-/ und Anblicke und ich verstand warum diese Straße zu den schönsten Panoramastraßen der Welt gehört.

 

 

 

 

 

 

2015 gab es in einem Küstenabschnitt ein verheerendes Buschfeuer, welches 45 Menschen das Leben kostete. Die Bäume sind dort immer noch total verkohlt, wachsen aber. Es dauert Jahrzehnte bis der Baum nicht mehr aussieht wie ein Stück Kohle. Wir haben das noch an späteren Stellen der Tour gesehen wo der Waldbrand schon in den 90ern war aber die Bäume trotzdem noch schwarze Stämme hatten.

 

 

 

 

Kennell River 

 

Dann hielten wir neben dem Kennell River Caravan Park und ich konnte mir nicht ausmalen warum, bis ich ganz viele Menschen sah, die mit frei lebenden Kakadus und Papageien spielten.

 

 

 

Das eigentliche Highlight sah ich aber erst einen Moment später. In den Bäumen hing ein Koala Bär. Ich raste aus!!! Endlich ein frei lebender Koalabär auf einem Eukalyptusbaum, wie sich das gehört. Und dann war der auch noch wach und guckte verschlafen in der Gegend herum. In diesem Moment verhielt ich mich vor Begeisterung sicher wie eine 5 jährige. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass mein allererstes Plüschtier „Qualla“ war (ich konnte Koala nicht aussprechen). Und nun saß da ein echtes lebendes „Qualla“ auf dem Baum und sah so niedlich aus, das mein Herz explodierte. Fraser zeigte mir dann noch einen anderen der putzigen Gesellen auf dem nächsten Baum.

Achtung – es folgen verstörend niedliche Fotografien 😀

 

 

 

 

 

Oh man, ich konnte mein Glück nicht fassen. Jetzt hatte ich sie (fast) alle gesehen, die großen australischen Tiere. Ich ging ein paar Schritte, genoss den Ausblick und entdeckte dann noch einen Koala, der auch wach war. Die kleinen süßen Beutelbären schlafen 20 h am Tag, da die Verdauung der Eukalyptus Blätter so aufwändig ist, 72 h dauert und sie all ihre Energie dafür benötigen.

 

 

 

 

Nach einer halben Stunde fuhren wir weiter.

Einerseits ist es schade, dass man auf so einer Tour nicht an jedem Viewpoint stehen bleiben kann aber andererseits ist das wohl auch ganz gut, denn sonst würde ich a) nicht vorwärts kommen und b) würden noch 1000 Fotos mehr dazu kommen und es sind jetzt schon dezent zu viele.

 

Apollo Bay

Zum Mittag hielten wir in Apollo Bay und bekamen ein Baguette in die Hand gedrückt. Ich nahm es, ging straight zum Strand und setzte mich auf eine Düne. Alles schmeckt besser mit Blick aufs Meer.

 

 

 

 

Dann guckte ich mir den Touriort ein bisschen an. Hauptsächlich Souvenierstände und Restaurants. Fraser hatte uns schon bei Ankunft die beste Eisdiele Australiens empfohlen. Die galt es natürlich auszutesten. Wie soll man sich nur bei 30 vers. lecker klingenden Eissorten entscheiden?! Zum Glück war ein Haufen Leute vor mir und ich hatte genug Zeit mir alle Sorten durchzulesen. Ich nahm dann spontan Amarena mit Schokokeks. 5 Dollar. Nicht gerade günstig aber dafür gab’s auch eine Portion die 2 normalen Kugeln entsprach. Und ja, ich würde meinen, dass die ganzen Auszeichnungen verdient sind.
Dann noch ein kurzer Schwatz mit einem deutschen Pärchen aus dem Bus, die hier in Melbs leben und arbeiten und dann ging es auch schon weiter auf der Route.

 

 

 

Von Apollo Bay bis zu den 12 Apostel gibt es auch einen 88 km langen Hike, den Great Ocean Walk. Bestimmt auch unfassbar geil. Ich stell mir das so toll vor, mit einem Zelt und dann wacht man morgens am Strand oder an einer Steilküste auf. Das sollte man sich vielleicht mal vormerken.

 

Otways Nationalpark – Maits Rest Walk

 

Nächster Stopp Maits Rest im Otway Nationalpark. Ein Kaltklima Regenwald, genau wie in Kanada (die Parallelen zwischen OZ und Kanada sind so unfassbar groß)

 

 

 

Wir machten einen 30 minütigen Spaziergang durch den Regenwald. Es war inzwischen kalt und grau geworden und dann fing es auch noch an zu regnen im Regenwald. Aber es war so herrlich ruhig mit wahnsinnig frischer Luft. Ein solch friedlicher Ort.

 

 

 

 

 

 

Die Straße zu den 12 Apostel ist sehr kurvig durch dichten Wald. So interessant wie sich die Landschaft in wenigen Kilometern so verändert. Erst Regenwald, dann Farmland und nun ein dichter Wald. Es war grau und ich fing allen erstes an zu beten, dass der Himmel an den 12 Aposteln aufreißen würde. Ich hatte so eine Vorstellung im Kopf wie ich die 12 Apostel gern sehen möchte – im Sonnenschein. Aber ich begann schon langsam mich damit abzufinden, dass ich sie dann wohl doch eher im grauen Himmel sehen werde. Naja Hauptsache überhaupt sehen.

Ein Teil der Great Ocean Road nennt sich die Shipwreck Coast, da dort 80 Schiffswracks liegen. Eine irre hohe Anzahl, wie ich finde. Aber die Steilküste und die Felsen davor und dann soll es auch ab und an sehr neblig sein. Da hat`s dann halt vor ein paar Jahrzehnten immer mal ein Schiff untergehen lassen.

 

12 Apostel

Meine Arbeitskollegin hatte im Büro einen Kalender mit Reisezielen der Welt hängen und da habe ich mir vor 3 Monaten noch das Bild mit den 12 Aposteln angesehen und hätte nie gedacht, dass ich in so naher Zukunft dort wirklich stehen würde, denn Australien hatte ich auf meiner Reise eigentlich noch nicht auf dem Plan.

 

 

 

Und man beachte bitte das Wetter auf meinen Fotos. Danke Gott oder wer auch immer dafür verantwortlich war. Ich könnte nicht dankbarer sein!

 

 

Ich war mal wieder den Tränen nahe aber so ganz genießen konnte man es nicht, denn es war overcrowded. So viele Menschen auf einen Haufen. Gibt’s überhaupt noch Chinesen in China? Die sind doch alle hier. Die haben sogar einen Tunnel vom Parkplatz zu den Aposteln unter der Straße durch gebaut. Total irre. Aber es ist halt auch irre schön!

 

 

Wahnsinnig beeindruckend. Manchmal hat man ja so overhypte Orte, wo man am Ende gar nicht weiß warum alle kommen aber hier – einfach nur Wow! Diese Steilküste, die rauen Wellen und dazu die sanften Wolken. Perfektion! Ich war mal wieder völlig stoked!

 

 

 

Es gibt übrigends nur noch 10 Apostel. 2005 und 2009 hat’s 2 weg gespült. Ich hab aber ehrlich gesagt nicht mal 10 gesehen *räusper*

Das Wetter war inzwischen wieder richtig moody und arschkalt. 14 Grad und Wind. Ist halt fast noch Winter.

 

Loch Ard Gorge

 

Nächste Station an der Steilküste, die Loch Ard Gorge. 1878 war hier das Cargoschiff Loch Ard versunken. Um hier her zu kommen, musste man sich erst mit gefühlt 500000 Asiaten die schmale steile Treppe herunter schieben. Unten angekommen – Wow! Was für ein Panorama. Leider in grau aber dennoch atemberaubend.

 

 

 

 

 

Shipwreck walk

 

Daneben gab es den 430 m langen Shipwreck Walk mit mega Ausblicken auf einen Felsbogen, an dem die Loch Ard zerschellt sein soll.

 

 

Razorback

 

Und dann gab es noch den Walk zum Razorback, eine weitere atemberaubende Felsformationen. Hier hinter liefen nicht mehr ganz so viele Asiaten und ich konnte mal einen kurzen Moment sacken lassen und genießen und mich überkam wieder das „i’m in fucking Australia“ Gefühl, was ich am Anfang meiner Reise in Perth aller halbe Stunde hatte. Ich bin echt hier und stehe an dieser unfassbar großen beeindruckenden australischen Steilküste. So viele Menschen würden sich wünschen einmal im Leben hier zu sein und ich habe gerade die Chance dazu. Sehr überwältigendes Gefühl.

 

 

 

 

 

 

London Bridge

 

Vor 1990 waren es 2 Bögen und man konnte die „Naturbrücke“ betreten. Dann brach einer der Bögen zusammen als sogar noch Leute darauf waren. Sie mussten dann mit dem Hubschrauber gerettet werden.

Die Tagestouren fahren diesen Punkt schon nicht mehr an, weshalb es viel menschenleer und somit so viel entspannter war und ich fand es hier von allen Aussichtspunkten der Steilküste am Coolsten (wobei der danach auch Mindblow war).

 

 

 

 

Zum Abschluss der Great Ocean Road Tour hatte unser Guide Fraser noch einen Überraschungsstopp für uns:

 

Bay of Martyrs

 

Oh mein Gott – sooooo schön und die Sonnenstrahlen lugten gerade auch noch aus den dicken dunklen Wolken hervor. Was für eine krasse Stimmung. Die Felsen im Wasser wurden teilweise angestrahlt. Er hatte uns nicht zu viel versprochen. Mir fehlen die Superlative.

 

 

 

Was für ein Abschluss der Great Ocean Road!

Auf unserer Weiterfahrt sahen wir dann auch noch einen dicken fetten Regenbogen – der Abschluss eines wundervollen Tages!

Abendessen war dann im kleinen unattraktiven Ort Warrnambool. Inzwischen war es kalt und regnete. Ich versuchte mein Glück erst im Fish and Chips Shop aber die waren nicht auf Kunden vorbereitet. Also ging ich in den Supermarkt und danach zum Restaurant zur goldenen Möwe, um mich mit einem Kaffee aufzuwärmen und das WLAN zu nutzen.

2 h Fahrt bis zum Hostel in den Grampains. Ich liebe lange Busfahrten. Da kann man den Tag, die letzten Wochen oder gleich sein ganzes Leben reflektieren. Dazu noch eine Runde gute Musik und ich könnte Stunden durch die Gegend gefahren werden.

Mehr zum Hostel, den Grampains und mein Tourenfazit könnt ihr dann im nächsten Blogpost lesen….



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