Hiking NZ – Abel Tasman Coast Track – Anchorage to Marahau

Hiking NZ – Abel Tasman Coast Track – Anchorage to Marahau

 

Einer der 9 „great walks“ in Neuseeland ist der Abel Tasman Coast Track. Mit einer Gesamtlänge von 51 km. Die Meisten laufen ihn in 4 Tagen und übernachten in so kleinen Hütten, die vorab gemietet werden müssen, da wild campen verboten ist. Ich entschied mich nur für eine Tageswanderung von 12,4 km. Zum einen habe ich keine Lust einen schweren Rucksack durch die Gegend zu schleppen und zum anderen sind eh alle Hütten ausgebucht, da die Route extrem beliebt ist. Und als Tageswanderung kann man auf eine recht entspannte Weise in den wunderschönen Weg reinschnuppern.

 

 

 

 

Anfahrt

 

Von Nelson aus fährt in knapp 2 h der Abel Tasman Scenic Bus nach Marahau. Ich habe das Ganze für 43 Dollar (hin und rück) über Intercity gebucht (ist nicht im Flexipass enthalten, da die Strecke von einem anderen Anbieter angefahren wird). Los ging es 7:30 am „Busbahnhof“. Wenn man das persönlich bucht, dann kann man sogar sein Hostel angeben und wird dort abgeholt.

Tipp: Ich habe gelesen, dass das Aquataxi auch einen Shuttleservice von Nelson aus anbietet für nur 30 Dollar (habe ich leider zu spät gesehen)

 

 

 

 

Die Fahrt ging smooth los, schön am Wasser entlang und die Suburbs von Nelson, wobei der Bus immer mal anhielt und neue Leute einlud (er wurde komplett voll obwohl noch Nebensaison – also frühzeitig buchen) und dann versauten mir Gerd u seine 11-köpfige 60 plus Crew aus Wanne-Eikel oder was weiß der Teufel aus welchem Kaff mit schrecklichem Akzent, mir die ganze Busfahrt. Man will aus Deutschland weg weil man mit vielen Menschen dort nicht kompatibel ist u dann sitzen solche Klappspaten wieder mit im Bus. Laut, ungebildet und dabei grundlos verdammt selbstsicher. So eine Generation wo der Mann den ganzen Tag im Geschäft schaffen war und die Dame des Hauses nie gearbeitet hat und lieber den ganzen Tag vorm Shopping Channel verbracht hat… Notiz an mich selbst: immer und überall Kopfhörer einpacken! Sie stiegen zum Glück schon in Kaiteriteri aus, sodass ich für das letzte Stück schöne Busfahrt meine Ruhe hatte. Kaiteriteri ist der schönere Ort, wie ich finde. Etwas touristischer wohingegen Marahau nur 5 Häuser sind, die zumeist nicht mal am Strand liegen.

 

 

 

 

 

Bootsfahrt

 

Halb 10 war ich bereits dort und der Bus warf mich praktischerweise auch gleich beim Aqua Taxi (one way nach Anchorage 37 Dollar für 45 min Fahrt) raus. Meine Fahrt ging erst halb 11 los und somit hatte ich massig Zeit nochmal zum Ebbestrand zu laufen und im Sand mein Leben zu genießen.

 

 

 

 

Viertel 11 war es dann schon super voll am Aqua Taxi Büro und ich fragte mich wie all die Menschen auf so ein Boot passen sollten, als dann 7 Traktoren mit Boot hinten drauf angefahren kamen, war mir klar, dass es also nicht nur eins gibt. Jeder wurde auf sein Boot verteilt, da einige an andere Buchten wollten oder zum Canyoning gefahren wurden. Ich erwischte in meinem Boot natürlich wieder eine Gruppe alter Franzosen (meine Feststellung – 80 % der Touristen in NZ sind Deutsche und Franzosen).

 

 

 

 

Dann wurden wir im Boot mit einem Traktor bis zum Wasser gefahren. Das war ja schon ein Highlight. Ich meine wie oft fährt man in einem Boot auf der Straße oder mit dem Traktor im Wasser 😀

 

 

 

 

 

Dann endlich im Wasser machte der sexy Skipper ordentlich Speed und die alten Franzmänner schrien vor Angst. Hehe. Ich quiekte vor Freude. Zuerst fuhren wir zum Split Apple Rock. Ich hatte so darauf gehofft, dass ich den sehen würde und da war er und ich begeistert.

 

 

 

 

 

 

Danach fuhren wir zur Adele Island (hat die sich gleich ne ganze Insel gekauft?! :-D) und guckten uns die Seehunde an, die da faul auf den Felsen herumlungerten. Ein Ehepaar hatte offensichtlich einen Streit. Erst wurde gebusselt und dann wurde angeschrien. Warum sollte es bei Seehunden auch anders sein im Eheleben. 😀

 

 

 

 

 

 

Dann ging die richtig wilde Fahrt los. Das Boot hüpfte über die Wellen des anderen Bootes.

 

 

 

 

Der Fahrtwind bügelte mir meine Fältchen aus dem Gesicht und ich strahlte mit der Sonne um die Wette und genoss jede Sekunde meines Lebens und wusste – ich habe alles richtig gemacht. Deshalb mein:

 

 

Appell an euren Lebenshunger:

 

Wenn ihr glücklich seid mit dem ganzen konventionellen Arbeiten – Familie – Haus Ding, dann ist das schön und ich freue mich für euch aber wenn ihr auch nur einen Gedanken daran verschwendet auszubrechen und eure Träume zu verwirklichen, dann sage ich euch – MACHT ES! Ich habe das alles durch. Ich habe jahrelang unglücklich versucht zu leben wie ein „normaler“ Deutscher. Ergebnis: Mein Feuer war erloschen. Mein Bock auf Leben kroch auf dem dreckigen Boden der Tatsachen. Ich war unglücklich af (as fuck – Übersetzung für Mutti :-D: Ich war extrem unglücklich ). Und dann habe ich meine Angst über Bord geworfen, jeden Mut zusammen genommen und es einfach gewagt meinen Traum zu leben. Ich weiß nicht wie es morgen weiter geht. Keine Ahnung wie lange mein Geld noch reicht. Wo es hingehen soll. Wie ich mal ende. Ich weiß nichts, bin völlig planlos und habe mich dabei noch nie so frei in meinem Leben gefühlt. Und glücklich. Ich bin unendlich glücklich. Ein Freund hat mal zu mir gesagt: „Es geht immer weiter“ Und ja, das tut es. Wir müssen nicht gefangen bleiben in einer Welt aus Konventionen und anerzogenen Verhaltensweisen. Wir können tun und lassen was wir wollen, denn wir haben nur diese eine Chance. Diesen einen Versuch zu leben. Also warum dann in etwas feststecken, was sich nicht richtig anfühlt. Was nicht das Leben ist, was man leben will. Wir fallen alle auf die Nase aber dann stehen wir wieder auf und fangen neu an. Und kämpfen für das was wir lieben und wirklich wollen. Lasst euer Feuer nicht auf Sparflamme lodern, sondern kämpft für eure Träume. Bleibt nicht in Verhaltensweisen stecken nur weil sie einfach sind. Einfach war noch die der Weg zum Glück. Step out of your comfortzone und fangt an zu leben! Es ist der beste und ehrlichste Rat, den ich euch geben kann. Sagt nicht irgendwann, sondern macht jetzt!

 

Zurück zur Tour:

 

Wir fuhren in Anchorage ein und mussten kurz ins Wasser weil es dort keinen Anlegesteg gab und ich stellte fest, dass das Wasser erstaunlich warm war. Das hatte ich nicht erwartet. Aber klar, flaches Wasser + sonnige geschützte Bucht = Badewasser! Und wie es hier aussah. Scheiße ey, wie kann etwas nur so schön sein?! Ich war im Paradies gelandet. Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, dann hätte ich den ganzen Tag hier verbracht (was auch einige gemacht haben) aber ich war ja hier zum wandern. Ich hatte genau 4,5 h Zeit um die 12,4 km zu laufen. Veranschlagt waren 4 h. Aber ich wollte ja auch noch ein bisschen am Strand chillen und eine Trilliarde Fotos machen. Also auf auf zum Atem! (kleiner Simpsons Einwurf)

 

 

 

 

 

 

Abel Tasman Coast Track

 

 

 

Ich lief erstmal straight in die falsche Richtung, da ein Weg auch noch zur Anchorage Hut, der Unterkunft dort, führte und ich gerne am Wasser lang gehen wollte. Ich merkte meinen Fehler aber recht schnell und lief dann gleich Richtung Berge.

Und dann ging es erst mal bergauf und zwar ordentlich. Ich schnaufte wie einen kleine Dampflok und hoffte, dass nicht der ganze Weg so sein würde. Kein Schatten, die Sonne brannte und der Weg schraubte sich den Berg lang hoch. Die Aussichten – atemberaubend!

 

 

 

 

 

 

Ich wusste allerdings, dass ich nicht mehr viel Wasser haben konnte, denn mir war ein großes Missgeschick passiert. Bei der bumpy Bootsfahrt muss mein Wasserflaschenverschluss aufgegangen sein und ca. 60% meines Wassers waren rausgeschüttelt wurden. Ich stellte erst fest, dass meine Wasserflasche offen war, als ich mich am Strand bückte um meine Schuhe zuzubinden und mir Wasser über den Kopf lief. Dort verlor ich dann auch noch die nächsten 20% Wasser, sodass ich zu einer 4 h Wanderung mit ca 200 ml Wasser los gelaufen war, was ich erst richtig auf dem Berg mitbekommen hatte. Shit! 

Der Weg ging dann langsam bergab und die karge Bergvegetation wurde zum grünen dichten Regenwald. Die ersten 1,5 h gab es kaum eine schöne Aussicht und die beiden naheliegenden Buchten wären alle einen recht weiten Abzweig weg gewesen, für den ich keine Zeit hatte. Ich marschierte in ordentlichem Tempo weiter, zum einen weil ich die Zeit im Rücken hatte und zum anderen weil ich wusste, dass es erst in Marahau am Parkplatz wieder Wasser gibt.

 

 

 

 

 

 

Mein Ziel war, die erste Pause auf der Hälfte der Strecke zu machen. Und die Hälfte (noch 7 km vor mir) lag ungefähr an der Silwell Bay. Die Bucht war auch nur ein paar Schritte vom Wanderweg entfernt und als ich durch den Wald langsam zum Strand runter kam, war ich einfach nur sprachlos. Manchmal denke ich ja, dass ich gestorben bin und im Paradies gelandet. Schwer zu glauben, dass es auf der Erde so schön sein kann. Ein richtiger Traumstrand. Ein paar Leute waren mit den Kayaks hergekommen oder hatten sich von einem Boot absetzten lassen. Die wenigsten hier waren Wanderer. Ich setzte mich in den Sand und teilte mein belegtes Brot mit 2 Möwen. So richtig richtig genießen, konnte ich den Anblick allerdings nicht, denn a) ich hatte Durst und b) ich hatte noch einiges an Weg vor mir und wusste nicht was mich noch erwarten würde. Deshalb hielt ich meine Pause relativ kurz und ging weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich hielt auch nicht am Apple Tree Bay an, obwohl dieser ganz erstaunlich von oben aussah und auch nur wenige Minuten vom Wanderweg weg lag aber ich wollte keine Zeit vergeuden.

Der Weg führte über kleine Brücken und an Wasserfällen vorbei. Meist durch dichten Wald. Ab und an tat sich mal ein Ausblick aufs Meer auf. Wunderschön.

 

 

 

 

 

 

 

Verkehrsmäßig war einiges los. Das Wetter war toll und die Wanderung ist recht entspannt, sodass es einige Leute her zieht. Und was da wieder alles wandern war. Von Familien mit Kind auf dem Rücken, bis unter die Zähne ausgestattete professionell aussehende Wanderer bis hin zu Damen in Flip Flops, die aussahen als wollten sie nur schnell an den Strand gehen. Ich zog an allen vorbei, denn ich hatte nicht den ganzen Tag Zeit.

 

 

 

 

Ich machte einen kurzen Stopp am Tinline Bay und versuchte erfolglos zu der kleinen Höhle zu kommen. Nur noch ein paar km zu laufen.

 

 

 

 

 

Endspurt

 

 

 

 

 

 

Nach knapp 3 h kam dann das erlösende Schild 1,3 km bis zum Parkplatz und der Porter Beach gleich daneben. Nun war meine Zeit gekommen um zu entspannen, denn ich hatte noch massig Zeit.

Und jaaaaaa, ich hatte mir dafür einen tollen Strand ausgesucht. Ein breiter langer Sandstreifen, flaches türkises Wasser und ein interessant aussehender Felsen im Wasser.

 

 

 

 

Zeit endlich das Wasser zu testen. Herrlich. Ich schwöre, es hat kurz Zisch gemacht, als ich meine Socken auszog und meine Füße ins Wasser stellte 😀

 

 

 

 

Oh du süßes Leben. Ich war 12 km gelaufen und faul am Strand zu liegen oder zu planschen war eine riesen Belohnung.

 

 

 

 

Dann noch die letzten 1,3 km. Der Weg führte zumeist über eine Brücke, da es über ein Sumpfgebiet ging.

 

 

 

 

Die unterschiedliche Vegetation ist halt auch das tolle an der Wanderung. Von wahnsinns Buchten, über Regenwald, karge Berglandschaft, normaler Wald bis hin zu Sumpf. Alles ist dabei und genau das macht es auch so interessant.

Dann war ich endlich am Parkplatz und sah gleich den erlösenden Wasserspender und kippte mir erst mal 1 l auf Ex hinter. Ich war so dankbar endlich das Wasser meine Kehle runter rinnen zu lassen und meinen ausgedörrten Körper wieder zum Leben zu erwecken.

Am Parkplatz gab es eine Toilette und eine Art große Bushaltestelle, die super modern und neu aussah. Nebenan transportierte ein Hubschrauber an einem Seil schwere Gegenstände in die Gegenden ohne Straße. Das war sehr interessant zu sehen mit was er immer weg flog und wieder ankam. Verkürzte mir die Wartezeit bis der Bus abfuhr. Er stand schon eine Weile da und ich hielt ein kurzes Schwätzchen mit dem Busfahrer und er sagte mir, dass er mich gleich an meinem Hostel absetzen könne. Perfekt! 16:10 ging es dann wieder zurück nach Nelson mit vers. Stopps um die Leute im vollen Bus abzusetzen.

 

 

 

 

Pros und Cons die Strecke so herum zu laufen

 

Man könnte natürlich auch in Marahau los laufen und von Anchorage mit dem Wassertaxi wieder zurück fahren aber ich fand meine Variante aus folgenden Gründen klüger.

 

 

 

  • ihr könnt die Wassertaxifahrt mehr genießen, wenn ihr nicht so müde und kaputt seid
  • ihr könnt euren Bus nicht verpassen weil irgendwas mit dem Wassertaxi ist
  • der steilste Berg ist gleich am Anfang, wenn ihr noch frisch seid und danach lauft ihr dann die meiste Zeit bergab, während ihr stetig bergauf lauft, wenn ihr andersherum lauft.
  • ihr könnt am Ende noch schön an einem wunderschönen Strand chillen

der einzige Nachteil: ihr habt nicht diesen WOW Effekt, wenn ihr vom Berg kommt und die atemberaubende  Anchorage Bay seht.

 

 

 

Bewertung

 

Schwierigkeit ***/5

Ausblick *****/5

Sitzmöglichkeiten ***/5

Länge ****/5

Abenteuer ***/5

Spaß ****/5

 

 

 

Fazit

Wenn ihr in NZ seid, dann müsst ihr den Abel Tasman Coast Track einfach laufen. 12,4 km ist noch eine recht angenehme Länge. Ihr seid am Ende super stolz auf euch ohne komplett erschöpft zu sein. Auf der Tour bekommt ihr die schönsten Buchten geboten, die man sich vorstellen kann und die Fahrt im Wassertaxi ist ein riesen Haufen Spaß.

Ich kann euch einfach nur ans Herz legen die Strecke zu laufen. Ihr werdet euch fühlen wie bei einem Spaziergang durchs Paradies.

 

 

 



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