Hiking NZ – Hooker Valley Track

Hiking NZ – Hooker Valley Track

7. März 2019

Disclaimer: Achtung, es folgt eine Flut an Bildern aber dafür seid ihr doch eh alle hier 😀

 

Eines der wenigen Dinge die ich mir für NZ von Anfang an vorgenommen hatte. Generell entstehen die meisten Ausflüge in Neuseeland eher weil ich hier irgendwo davon lese oder höre aber der Hooker Valley Track war zusammen mit dem Milford Sound schon lange in meinem Kopf. Umso aufgeregter war ich, dass es heute endlich so weit war. Und ich kann schon verraten – ich wurde nicht enttäuscht!

 

 

 

Anreise

 

Ich bin von Queenstown aus mit dem Great Sights Bus ins Mt.Cook Village gefahren. Unterwegs gab es einiges zu sehen. Wie die Fahrt war – könnt ihr hier nachlesen.

 

Erste Schritte

 

Vom YHA Hostel ist der Start zum Hooker Valley Track 2,7 km entfernt. Man kann hierbei einen kleinen Weg neben der Straße lang gehen oder durch das winzige Village einen kleinen Pfad entlang nehmen. Auf dem Hinweg entschied ich mich für die zweite Variante.

 

 

 

Der kleine Weg führt erst zum Heritage Hotel und von dort dann querfeldein immer Richtung Mt.Cook. Und ganz ehrlich, ich war auf der Strecke bereits völlig hinüber obwohl es eine gerade Strecke war. Aber ich dachte ja, ich komme in die Berge, da ist es sicher kalt. Nee, Pustekuchen. 25 Grad, prasselnde Sonne und stehende Luft. Dazu kam noch, dass ich quasi gleich vom Bus aus auf den Weg gesprungen war und lediglich mein Gepäck im Hostel abgeladen hatte. Ich hatte also immer noch eine lange Hose an. Ich schniefte und schwitzte mal wieder vor mich hin. Das ist dann immer der Punkt wo ich mir denke, dass ich vlt doch nicht den ganzen Weg gehe, sondern nur ein Stück und dann wieder umdrehe. Ich denke das jedesmal aber mein Ehrgeiz ist immer größer als mein peinlich schwacher Körper.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Track

 

Der eigentliche Track ist die ganze Zeit gerade. Es gibt ein paar wenige Stufen und Erhöhungen aber es ist halt keine Bergbesteigung (sonst wäre ich ihn auch nicht gelaufen) und deshalb sehr einfach zu laufen. Was wiederum zum Nachteil hat, dass jeder ihn läuft, selbst die sonst so wanderunlustigen Chinesen. D.h. es wird zu Weilen recht voll. Allerdings muss ich sagen, dass mich das in dem Fall gar nicht gestört hat, denn es hat sich bei meiner Nachmittagsrunde sehr gut verlaufen und ich war streckenweise total allein unterwegs.

 

 

 

 

 

Das geile an dem Track ist, dass er wie ein guter Song ist – die Spannung baut sich langsam auf. Dann kommt der Refrain, der dich schon umhaut und kurz vorm Ende knallt der Song dann noch mal richtig rein um dich dann ganz am Schluss mit einem wohligen Gefühl zurück zulassen und genauso ist der Hooker Valley Track.

Er fängt seicht an – dann der erste Viewpoint, man ist stoked, ein paar Km weiter die nächste Aussicht und du stehst mit offenem Mund da und staunst über dieses Meisterwerk Natur und am Schluss dann eine Runde chillen am Strand und mit sich und dem Leben zufrieden sein.

 

 

 

Aber von vorn. Gestartet wird mit Blick auf den Mount Cook und man ist schon begeistert. In der anderen Richtung liegt der Lake Pukaki und strahlt hellblau vor sich hin.

 

 

 

Mueller Lake Viewpoint

 

Und da ist er auch schon, der Mueller Lake Viewpoint. Keine Ahnung wer jetzt wieder der Herr Müller war aber hier hat ja Hinz und Kunz irgendwas nach sich benannt bekommen. „Gertrud Valley“ oder „Roaring Mag Stream“ sind meine Favoriten. Hier also der See von einem Herrn Müller. Schön sieht es aus hier. Wie sich der Gletscher hinter dem See aufbäumt. So wild und ungestüm und auch der Strom der aus dem Müller See heraus kommt ist ein wildes etwas mit dem Namen Hooker River. Musste ich gerade nachgucken aber klar, macht Sinn im Hooker Valley. #facepalm

 

 

 

 

 

Mt. Cook ist nicht mehr zu sehen. Er ist hinter einem anderen Berg verschwunden und sollte für eine Weile nicht mehr auftauchen um später mit einem Knall wieder ins Bild zu rücken. Dann die erste Hängerbrücke. Oh, wie ich diese Dinger liebe. Da werde ich dann wieder 5 und lasse die mit Absicht schaukeln egal wie viele Menschen noch mit drauf sind.

 

 

 

Weiter geht es über Stock und Stein bis zur nächsten Hängebrücke.

Auch hier wieder fröhliches drauf rum gehüpfe bis es richtig wackelt. Diesmal machen ein paar Jungs mit und wir kichern wie kleine Kinder.

 

 

 

 

Kurz nach der Hängerbrücke dann mein persönlicher Wow Moment. Diese Momente wo ich mit offenem Mund da stehe und mich frage wie die Erde nur so schön sein kann. Mt. Cook taucht mit einem Knall wieder auf. Vor ihm der wilde steinige Hooker River und daneben das mit Tussok Gräsern bestückte Valley, was aussieht wie in der südamerikanischen Prärie. Ich bin geflasht und springe gleich erst mal runter zum Fluss auf den Steinen herum und knipse mir den Auslösefinger wund.

 

 

 

 

 

 

Es folgt die typische Instagram Foto Teilstrecke mit einem Bretterweg über das sumpfige Prärieland. Ja, ich verstehe warum hier alle ihr Foto machen. Der helle Weg, die wilde Natur und der mächtig gewaltige 3976 hohe Mt.Cook oder wie ich ihn liebevoll nenne Mt.Cookie. Aber eigentlich heißt er ja Aoraki. Sein Maori Name wurde ihm einfach entrissen von diesem Herrn Cook (Captain James Cook, einer der Typen, die den Maori ab 1770 ihr Land weg genommen haben). Da waren die Maori ziemlich wenig begeistert von, was ich absolut nachvollziehen kann. Gibste dem Berg einen bedeutungsvollen Namen (der Name eines Stammesführers) und nennst ihn Jahrzehnte lang so, bis dann irgendso ein Europäer ums Eck kommt und wieder alles für sich beanspruchen will. Furchtbar diese Erdlinge!

 

 

 

 

 

Dann die 3. Hängebrücke und ich weiß, dass ich bald am Ziel bin und ich mich ausruhen kann. Diesmal bin ich komplett allein auf der Brücke was ich für noch mehr schaukeln und Fotos nutze. Sehr fotogen so eine Hängebrücke.

 

 

 

 

 

 

 

Dann noch 3 mal hoch und 4 mal runter. Linkskurve, Rechtskurve und ich bin endlich am Ziel.

 

 

Lake Hooker

 

Beim Gedanken ans Hooker Valley hatte ich hauptsächlich diese Bilder von dem Steg im Kopf und dann stehe ich da auf einmal an dem See, sehe die kleinen Eisberge darauf und denke nur, wow, damit habe ich nicht gerechnet. Vor ein paar Monaten sahen die sicher noch wesentlich beeindruckender aus aber wir haben über 20 Grad und vor mir schwimmt ein Eisberg. Das würde ich als ziemlich besonders bezeichnen.

 

 

 

 

 

 

Und was macht man so an einem See bei Sonnenschein – richtig, man geht baden. Also ich jetzt nicht – ich möchte noch mal an die Eisberge erinnern aber eine Horde Jungs wollte es wissen und sprang rein. Ich wurde erst durch ihr mädchenhaftes Quieken und Kreischen darauf aufmerksam und musste beim Anblick sehr schmunzeln. Ich hingehen, legte mich eine Runde an den „Strand“, ließ mir die Sonne auf den Bauch scheinen und genoss das Leben.

 

 

 

 

Bis es dann ein bisschen zu stürmisch wurde. Diese Art von stürmisch wo man fast umfällt, wenn so eine Böe angerollt kommt und auch die Wolken, die sich über die Berge schoben wurden immer dunkler und dichter. Zeit für den

 

Rückweg

 

Der Rückweg kam mir irgendwie nur halb so lange vor. Eigentlich mag ich keine Wege wo man wieder zurück muss. Aber in dem Fall entdeckte ich doch immer noch andere An- und Aussichten und das Licht hatte sich inzwischen auch etwas verändert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Endlich am Parkplatz/Zeltplatz machte ich erst mal ein Päuschen und entschied dann an der Straße entlang zurück zu gehen.

 

 

 

Das Wetter war noch so schön und Mt. Cookie strahlte. Also setzte ich mich am Straßenrand auf einen Stein im Feld und starrte auf das ewige Eis am Aoraki. Während ich da so saß, kaputt und glücklich, überkam mich wieder dieses Gefühl von tiefer Dankbarkeit, von Ausgeglichenheit, von Zufriedenheit, vom Leben im hier und jetzt. Das Innere meines Körpers fühlte sich wohlig warm an und mein Geist war klar und frei. Ein meditativer Zustand.

 

 

 

Weniger meditativ war dann der Rückweg zum Hostel, der sich zog wie Kaugummi. Ich sah das Village schon von weiter Entfernung aber ich kam gefühlt nicht näher. Meine Füße schmerzten inzwischen sehr und ich wollte einfach nur noch unter die Dusche.

 

 

 

Nach knapp 4,5 h und 15,4 km war ich dann wieder im Hostel angekommen.
Angesagt waren 3 h für den Track und eine Stunde für den hin und Rückweg vom Hostel. Aber die Zeiten wurden natürlich ohne halbstündige Strandpause und Millionen Instagram Foto Stopps berechnet 😀

 

 

 

Bewertung

Schwierigkeit */5

Ausblick *****/5

Sitzmöglichkeiten ***/5

Länge ****/5

Abenteuer ***/5

Spaß ****/5

 

 

Fazit

 

Ich hatte bei meiner Lake Tages Tour (siehe hier) den Mt. Cook ja schon von Weitem bestaunt aber ihn vom Hooker Valley aus so nah zu sehen war noch beeindruckender. Und der Hooker Valley Track itself ist so wahnsinnig schön. Ich möchte behaupten, dass das der schönste Track war, den ich je gelaufen bin. (Edit im August 19 – es war und ist definitiv mein Track Highlight in NZ. Es gab davor und danach schöne aber keinen so atemberaubenden wie diesen)

Ein absolutes Must Do in Neuseeland!

 



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