Hiking NZ – Peninsula Walkway – Kaikoura

Hiking NZ – Peninsula Walkway – Kaikoura

 

Peninsula Walkway

Eigentlich wollte ich keinen extra Post darüber machen, sondern das Ganze in meinen Kaikoura Post mit einbinden aber nachdem ich den Walk gemacht habe, habe ich so viele schöne Fotos, die unters Volk gemischt werden wollen und außerdem war der Walk einer der schönsten und längsten (11,7 km), die ich gemacht habe, also verdient er einen extra Blogpost.

 

 

 

Start

 

Ich bin ja zur Zeit (ist dann jetzt doch schon wieder 6 Wochen her – total aktuell mein Blog *räusper*) in Kaikoura (Blogpost dazu folgt bald) und lebe hier in einem Häuschen genau auf der Halbinsel und genau hinterm Haus verläuft der Rundwanderweg, somit die bestmögliche Startposition.

Wie rum man anfängt ist bei einem Rundweg logischerweise egal (#smartaf :-D) aber ich entschied mich in Richtung Northbay den Berg herunter zu steigen. Der Weg führt über einige Treppen nach unten zum Meer.

 

 

 

 

Dann ging es für mich die Esplanade immer am Meer entlang. Der Weg zog sich wie Kaugummi. Ich war die Strecke vorher schon mal mit dem Auto gefahren und wusste somit wie weit es wirklich war bis zum Point Kean Viewpoint aber laufen ist halt immer noch mal ne andere Hausnummer aber immerhin gab es unterwegs ein paar hübsche Häuschen anzugucken.

 

 

 

 

 

Wettertechnisch war es solala. Ich hatte leider die Chance verpasst an meinen ersten beiden Tagen noch bei richtig schönem Wetter los zu marschieren und so musste ich mich mit einem immer noch recht ansehnlichen Sonne-Wolken-Mix anfreunden.

 

 

 

 

Ich lief an den vielen hübschen Häuschen vorbei zum Fyffe House. Kaikoura hat als Walfangstützpunkt angefangen. Und das Fyffe House war eines der ersten Siedlungshäuser irgendwann achtzehnhundertschlagmichtot. Heute beherbergt es ein Museum über Kaikoura und den Walfang. Ich habe mir das Ganze nicht angesehen weil ich es einfach nur zu widerlich finde. Ich hoffe die Walfänger schmoren heute alle in der Hölle! Meine Hostmama erklärte mir jedenfalls, dass die Bucht früher (bis 1970 oder so war Walfang noch erlaubt kopf schüttel ) komplett rot war und es bestialisch gestunken hat. Kann ich mir vorstellen.

 

 

 

 

 

 

Point Kean Viewpoint

 

Vom Fyffe House geht es einen hübschen Weg zum Point Kean, der Seehundkolonie. Dort ist auch der große Parkplatz und von hier kommt man nur noch zu Fuß weiter. Ich sah gleich bei meiner Ankunft dort etwas abseits einen großen Seelöwen, dem keiner Beachtung schenkte außer mir natürlich. Der Herr schien sich recht wohl zu fühlen, denn er seilte erst mal einen ab und pupste vergnügt herum. Ich war sehr amüsiert. Man darf sich den Seelöwen (keine Ahnung ob das nun Seehunde der Löwen sind aber ich bin der Meinung, dass Seehunde tendenziell zierlicher sind als diese riesen Wuchtis hier) nur auf 30 m nähren aber der hätte wahrscheinlich eh zu sehr gestunken als das ich hätte näher kommen wollen 😀

 

 

 

 

 

 

Ich kam gerade noch zur richtigen Zeit, denn die Flut begann gerade erst und so war es sogar ein klitzekleines bisschen gefährlich da vorn auf der Spitze und alles was ein bisschen gefährlich ist macht doch noch mehr Spaß. Und ich hatte riesen Spaß auf den Gesteins“schollen“ herum zu springen um nicht in die kleinen „Bäche“ dazwischen zu fallen. Hier und da lag ein fauler Seelöwe aber besonders viele waren es nicht. Die Wellen klatschten immer heftiger an die vorderen Felsen. Ich lief deshalb näher an die sicherere Steilküste heran.

 

 

 

 

So ein toller Anblick, die Steilküste mit Menschen oben drauf und die helle Landzunge davor, die langsam von der Flut heimgesucht wurde.

 

 

 

 

Funfact: Bzw. eher weniger Fun, vor genau 2 Jahren erlebte Kaikoura ein großes Erdbeben bei dem viel zerstört wurde und hier verschob sich sogar irgendwie das Meer. Ganz verrückt. Alle Felsen und Steine die man da heute so sieht waren vor 2 Jahren noch unter Wasser. Man sieht das ganz deutlich wie sich alles verschoben hat auf diesem Bild, denn die Treppe führte vor 2 Jahren noch ins Meer.

 

 

 

 

Ich lief weiter und wunderte mich auf einmal über den ekligen Gestank aber dann sah ich den ersten toten Seelöwen, der so langsam vor sich hin verwesten. Nicht sehr lecker anzusehen aber die toten Möwen dazwischen fand ich schlimmer. Von einem Seehund war nur noch der Pelz und die Knochen übrig.

Nun aber wieder zu schöneren Themen, denn auf einmal tauchte eine herrliche rot/pink blühende Wiese am Meer auf. Fotomotiv! (so sorry für die 1000 Fotos aber ich konnte mich nicht für ein bestes entscheiden)

 

 

 

 

 

 

 

Auch toll fand ich die Möwenkolonie. Ein abgesperrter Bereich mit 1000enden von Möwen. Die einen machten erst noch Babies oder brüteten und bei den anderen waren die Babies schon geschlüpft. Habt ihr schon mal ein Möwenküken gesehen?! Ich noch nicht und guckt euch das bitte an. Mein Herz schmolz dahin beim Anblick dieser kleinen Flauschekugel. Und wie es neugierig in meine Kamera guckte.

 

 

 

 

 

 

Whalers Bay

 

Die Menschen wurden langsam weniger und der Weg führte weiterhin über grobe Steine (ich habe wieder Leute mit Flip Flos gesehen. Ich musste selbst mit Wanderschuhen aufpassen mir nicht den Knöchel zu brechen)

 

 

 

 

In der nächsten Bucht gab es dann wahnsinnig viele Seelöwen zu bestaunen und eine sielte sich direkt vor meiner Nase und die kleine Fotosession gefiel ihr offensichtlich, denn sie warf sich richtig in Pose um sich dann am Ende elegant ins Wasser zu verabschieden. Generell sieht so ein großer Seelöwe bei der Fortbewegung an Land ja irgendwie bissl behindert aus wie er sich da so schwerfällig lang hin schubbelt aber sobald sie dann ins Wasser gleiten werden die Kolosse zu richtigen Meerjungfrauen und schweben durchs Wasser. (auch hier wieder sorry für die vielen Fotos. das sind aber auch fotogene Tiere)

 

 

 

 

 

 

 

Clifftop Walkway

 

Dann führte der Weg an verrückten Gesteinsformationen entlang und teilte sich auf. Ein Weg führte auf ein vorgelagertes Stück, immer am Wasser entlang und ein anderer Weg durchs hohe Gras. Da es inzwischen schon recht spät geworden war, dachte ich, laufe ich die kürzere Strecke durchs Gras.

 

 

 

 

Allerdings führte diese dann auf einmal nur noch auf die Klippen aber schön, warum nicht sich das Ganze auch noch von oben betrachten?! Ich glaube man hätte durchaus auch unten weiter lang laufen können aber die Strecke ist definitiv weiter und ich weiß nicht wie die Lage mit der Flut gewesen wäre, von daher passte es bei mir super, dass ich aus Versehen auf der Treppe nach oben landete. Und holy moly, was war denn das für ein Ausblick. Megaaaaa! Und keine Absperrung. Jetzt verstand ich auch, wie die Leute davor so weit vorn an der Klippe gestanden haben konnten. Es gab nichts was einem vom Weg nach unten abgehalten hätte. Außer der gesunde Menschenverstand und die Lust aufs Leben vielleicht.

 

 

 

 

 

 

Man hätte auch den ganzen Weg nur oben entlang laufen können. Also richtig cool gemacht. Und ich hatte somit beide Varianten.

Allerdings war es oben super anstrengend. Zum einen da erst mal die ganzen Treppen hoch zu kommen. Ich keuchte wie eine alte Dampflok. Und oben ging es dann ständig hoch und wieder runter zwischen Schafweiden und Yukkapalmen hindurch.

 

 

 

 

 

South Bay

 

Dann sah ich endlich South Bay, wo ich ein paar Tage davor schon gewesen war. Und auf einmal wurde der Haxenbrechende Trampelpfad zu einem gepflasterten Weg und ich war völlig perplex. Mir erschloss sich das Ganze aber als ich zu einem total ausgebauten Aussichtspunkt kam. Die Faulen können nämlich in South Bay parken und dann nur den gepflasterten Weg nach oben zum Aussichtspunkt laufen, wenn man nicht die ganze Runde drehen will.

Coole Aussichtsplattform in Form eines Schiffes. Viele Erklärungen zu den Meeresbewohnern usw.

 

 

 

 

 

Von dort ging es dann gut bergab nach South Bay. Der Rest des Weges dann auf einer Art Steg. Angeblich soll es hier auch die kleinen blauen Pingus geben aber ich sah mal wieder keinen. (Edit für mich selbst: Logisch, die kommen ja auch erst abends an Land, du Dummerchen!)

 

 

 

 

 

 

Am Parkplatz gab es eine Art kleines Besucherzentrum mit Karten, Erklärungen, Picknick Bänken und Toiletten.

Wieder mal alles sehr schön Touristenfreundlich gestaltet. Das kann Neuseeland ja.

 

 

 

Endspurt

 

Ich war aber noch nicht fertig, denn ich musste noch einmal die halbe South Bay entlang, durch den Wald und wieder den Berg lang hoch.

Die Sonne war noch mal kurz heraus gekommen um sich für den Tag und wie es aussieht, auch gleich die nächsten Tage, zu verabschieden.

 

 

 

 

Und dann war ich endlich wieder am Ziel, meiner Unterkunft. Und hätte auf der Stelle einschlafen und meine Füße gegen ein paar neue tauschen können.

Wie auch schon beim Abel Tasman (Post dazu hier entlang) gesagt – 12 km ist noch okay für mich. Anstrengend aber relativ entspannt machbar. Jeder km mehr würde dann zu einer Qual werden.

 

Bewertung

 

Schwierigkeit ****/5

Ausblick ****/5

Sitzmöglichkeiten ****/5

Länge ****/5

Abenteuer ****/5

Spaß ****/5

 

 

 

 

Fazit

 

Ich hatte das Ganze völlig unterschätzt und war ohne Wasser los gelaufen. Wie bescheuert kann man sein. Aber das ich 4h unterwegs sein würde, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet und damit, dass die Halbinsel  so verdammt groß ist, auch nicht. Aber zum Glück war es nicht sonderlich warm und oft bewölkt, sodass ich nicht verdurstet bin. (Offensichtlich)

Deshalb an euch – nehmt Wasser mit und zieht gute Schuhe an. Die Strecke hat es in sich aber man wird mit wahnsinnig schönen Aus- und Anblicken belohnt.

 

Prädikat Peninsula Walkway: Must – Do!

 

 



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