Interrail 2018 – Ein Resümee

Interrail 2018 – Ein Resümee

Mein Interrail Abenteuer ist vorbei (verrückt wie schnell die Zeit vergeht) und ich bin seit Samstag zurück in „good old Germany“. Allerdings bin ich gleich krank geworden – Deutschland scheint mir nicht zu bekommen, deshalb geht´s morgen weiter (hoffentlich in besserer Gesundheit) auf die ganz große Reise.

Es wird Zeit ein kurzes Resümee zu ziehen zu meinen 4 Wochen Interrail von Sopot (Danzig Polen) nach Burgas(Bulgarien).

 

Route und Entfernungen

Ich dachte, dass es vielleicht mal ganz interessant wäre zu wissen wie weit ich eigentlich immer so mit dem Zug gefahren bin. Generell war es mir wichtig nicht ewig lange im Zug sitzen zu müssen. Die meisten Interrailer machen ja oft so mega Strecken um alle großen europäischen Städte zu sehen aber das war nicht mein Ziel. Ich wollte gemütliches Reisen in einem nicht ganz so großen Gebiet.

 

Wittenberg (Deutschland) –> 627 km –> Danzig (Polen) –> 244 km –> Posen (Polen) –> 177 km Breslau (Polen) –> 270 km Krakau (Polen) –> 329 km –> Brünn (Tschechien) –> 129 km –> Bratislava (Slowakei) –> 178 km –>Budapest (Ungarn) –> 443 km Nachtzug –> Hermannstadt (Rumänien) –> 142 km –> Kronstadt (Rumänien) –> 181 km –> Bukarest (Rumänien) –> 276 km –> Varna (Bulgarien) –> 128 km –> Burgas (Bulgarien) –> 1500 km Flugstrecke –> Leipzig

Das macht 3124 gefahrene Zugkilometer. Doch eine ordentliche Strecke.

 

 

Allgemeines

 

Ich habe 12 verschiedene Städte bereist und dabei in 12 verschiedenen Unterkünften geschlafen, die alle gut bis sehr gut waren.

 

Ich habe mich auf die unterschiedlichsten Arten fortbewegt. Mit dem Flugzeug, dem Bus, U-Bahn, Tram, Piratenschiff, Ausflugsdampfer, zu Fuß und logisch – mit dem Zug.

 

Außerdem hatte ich 6 verschiedene Währungen in der Hand. Euro (Deutschland, Slowakei), Zloty (Polen), Kronen (Tschechien), Forint (Ungarn), Lei (Rumänien) und Lew (Bulgarien). Am schwersten fiel es mir dabei in Ungarn, da man dort immer sehr viele Tausender mit sich herum schleppt aber auch mal Mini Geldstücke wieder zurück bekommt, mit denen man nicht allzu viel anfangen kann.

 

 

Länderresümee

Polen

Ich könnte mir tatsächlich vorstellen dort zu leben, allerdings nur in einem der touristischen Orte. Denn Polen ist dort ordentlich und sauber. Man merkt den Fortschritt. Die Menschen sind freundlich und sehen nicht so viel anders aus, auch was jetzt Style und so weiter angeht. Und Polen ist sehr modern und aufgeschlossen. (Sicherlich nur in den Touristenorten aber das ist ja in Deutschland auch nicht anders) – Im Grunde ist Polen also gar nicht so viel anders als Deutschland, nur dass man das Gefühl hat, das es in dem Land bergauf gehen würde.

 

Tschechien

War ich ja nur eine Nacht und kann nicht so viel sagen. Allerdings hab ich festgestellt, dass viele super stylish aussehen, gerade die jungen Männer. Ansonsten habe ich keine großen Unterschiede zu Deutschland bemerkt.

 

Slowakei

Eine Mischung aus alt, modern und Ostblock aber auch immer noch schick. Hat mich nur einfach nicht so vom Hocker gehauen.

 

Ungarn

Ich war ja nur in Budapest und das hat schon so einen leichten Berlin Einschlag in einigen Bezirken. Sehr hipster, sehr alternativ, sehr modern. Ein cooler Vibe der über der Stadt liegt. Eine Touristenstadt durch und durch aber mit dem gewissen Extra. Hat mir extrem gut gefallen.

 

Rumänien

Die mega Überraschung. Allerdings denke ich, dass sich dort auch nur Siebenbürgen lohnt. Alles ist so herrlich shabby chic und so deutsch, nur halt wie vor 50 Jahren. Und auch wenn man mit dem Zug durchs Land fährt, dann sieht vieles so niedlich aus. Ganz alte Holzhäuser. Die Pferde und Esel stehen auf der Dorfstraße. Jeder hat seinen kleinen Gemüsegarten. Alles sieht dort aus wie vor 100 Jahren. Es ist weniger modern aber dafür so liebenswert alt.

 

Bulgarien 

Es mag sicher schöne alte Orte in Bulgarien geben, wie Sofia oder die Klöster in den Bergen aber ich habe nur Ostblock gesehen. Die kleinen Dörfer sehen aus wie kurz nach dem Krieg und generell wirkt alles schon so ein bisschen russisch. Hauptsache die Menschen sehen aus als würden sie gleich zu den Oscars gehen (zu denen der 70er oder 80er Jahre stylemäßig) aber zu Hause sieht es schrecklich herunter gekommen aus. Viele junge Mädels kleiden sich wie Stipperinnen. Breitere Gürtel, enge Shirts und die nuttigsten Highheels die man kaufen kann. Sie können es tragen, ohne Frage aber meiner Ansicht von Schön entspricht das nicht im Entferntesten. Viele Männer sehen aus wie Zuhälter, mit ihren Goldkettchen, 70er Jahre Frisuren und Hawaii Hemden. Klar, es gibt auch viele normal aussehende Menschen und schöne Häuser aber es fiel mir doch schon sehr auf, dass alles ein bisschen anders hier ist.

 

 

Kosten

Interrail ist ja so eine Sache. Wenn man jung ist, dann kann man für vielleicht 800 € reisen weil das Ticket nur die Hälfte oder gar nichts kostet und man in Dorms in Hostels übernachtet. Man kann Interrail aber auch für 3000 € machen, wenn man sich einen erste Klasse Pass bucht und in schönen Hotels übernachtet. Ich habe mich für die mittlere Variante entschieden. Einen Pass für 400€, Einzelzimmer in einfachen aber schönen Unterkünften aber wenig teure Unternehmungen, kein Party machen und oft Essen aus dem Supermarkt, dafür aber ein Heimflug damit ich keine 2 Tage für die Rückfahrt im Zug sitzen muss. Ich lag am Ende preismäßig so bei 1700 € und das ist für 4 Wochen Urlaub und bei der enormen Menge an eindrücken doch gar kein so schlechter Schnitt.

 

Highlights

Die größten positiven Überraschungen waren für mich Polen und Rumänien. Macht euch selbst ein Bild. Dort ist der Fortschritt an jeder Ecke zu erkennen.

 

Die größte Städteüberraschung war Brünn, da ich gar nicht damit gerechnet hätte, dass es überhaupt schön ist.

 

 

Persönliches Highlight war aber definitiv meine Lieblingsband Depeche Mode mal auf dem Open`er  Festival in Gdynia gesehen zu haben.

 

 

Fazit

Leute, macht Interrail! Entschleunigtes Reisen, wobei man viel von Land und Leuten sieht und darüber lernt. Eine absolut großartige Erfahrung und ich bin mal wieder über alle Maßen dankbar, dass das Glück und meine Schutzengel mich auf der Reise begleitet haben und ich die Chance hatte so etwas Wunderbares zu erleben.

 



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