Interrail – Bulgarien: Burgas

Interrail – Bulgarien: Burgas

02.08. – 03.08.2018

Varna ist die kleine Schwester von Burgas. Die kleine hässliche altmodische schmutzige Schwester. Denn Burgas ist so viel schöner, moderner und sauberer.

 

 

Warum ich Varna kacke fand, könnt ihr hier nachlesen.

Anreise

Meine Anreise war etwas abenteuerlicher als sonst, denn ich musste umsteigen und das mitten in der bulgarischen Pampa. Umsteigezeit 7 Minuten. Hätte ich mir eigentlich gleich denken können, dass so eine kurze Umsteigezeit hier nicht funktioniert. Das funktioniert ja meist nicht mal in Deutschland.

 

 

Der erste Zug fuhr nach Sofia also so ziemlich in die komplett andere Richtung und somit guckte mich jeder völlig entgeistert an, dem ich sagte, dass ich nach Burgas will. Ich glaube die nehmen hier eher den Bus als 3 h Richtung Norden zu fahren und dann eine Stunde wieder Richtung Süden zu fahren. Aber ich habe ja nun mal ein Interrail Ticket und es gab keine andere Verbindung. Auf der ersten Strecke wurde viel gebaut und sie war einspurig, deshalb musste mein Zug ständig warten bis ein anderer durch war und so kam es, dass meine 7 Minuten Umsteigezeit schon nach einer Stunde Fahrt weit überschritten waren. Als ich dann endlich 35 Minuten zu spät in Karnobat ankam, war ich erstaunt, dass der Bahnhof größer war als die meisten anderen hier, schön war er deshalb trotzdem.

 

 

Ich musste zum Glück nur 45 Minuten auf den nächsten Zug warten, welcher dann super voll war weshalb ich keinen Platz bekam. Der Bahnhof in Varna ist dem in Burgas nachempfunden. Tatsache, das Gebäude sieht fast genauso aus (nur in gelb) und liegt genau an der gleichen Stelle in der Stadt.

 

 

Alles ist hier sehr sauber und gleich daneben gibt es einen neuen Busbahnhof. Alles gut und schön aber es gibt keine Schließfächer. Mein Flug geht erst abends und ich hatte gedacht, dass ich meinen Rucksack hier einschließen könnte. Zack, zum ersten Mal genervt. Das Bussystem und die Haltestellen wurden alle erst letztes Jahr neu gemacht. Echt schick das Ganze. Blöd nur, dass versäumt wurde etwas in normaler Schrift ran zu schreiben. Alles nur in kyrillischen Buchstaben. Na danke. Und der Busplan den ich mir von der offiziellen Seite herunter geladen hatte, war in „normaler“ Schrift. Da hat ja einer gar nicht mitgedacht. Es gibt 2  Bushaltestellen hintereinander. Eine stadtauswärts und eine stadteinwärts. Ich wollte stadteinwärts und stand an der richtigen Haltestelle und die richtige Busnummer kam. Im Bus kaufte ich bei der unfreundlichen Dame ein Ticket für 1,50 und stellte dann fest, dass der Bus in die falsche Richtung fuhr. Ich stieg also mitten in einem Industriegebiet mit ein paar andere Touristen wieder aus, die sich genauso ärgerten wie ich. Und stieg in den nächsten Bus zurück ein wo ich noch mal 1,50 zahlen musste. Was ein scheiß System!

Unterkunft

Meine Unterkunft ist das free university Hotel. Schicke Unterkunft und schönes Zimmer, nur leider ganz schön abgelegen. Aber es war einfach nichts Näheres zum Bahnhof zu einem bezahlbaren Preis zu bekommen. Ich fragte die Dame an der Rezeption ob ich meinen Koffer hier lassen könne bis ich zum Flughafen fahre. Verstand sie nicht, denn sie konnte kein english. Wer setzt denn jemanden an die Hotelrezeption der kein english kann?! Und zum 3. Mal genervt.

 

 

Sea Garden

 

 

Auch Burgas hat einen Sea Garden, denn Varna hat auch hier die Idee geklaut. Nur das dieser so viel schöner und ordentlicher ist und fast ein bisschen an eine Ostseebad Promenade erinnert. Hübsche Springbrunnen, viele Skulpturen, Blumenbeete, Aussichtspunkte und eine kleine Konzertmuschel.

 

 

Auf den ersten Blick gar nicht so anders als in Varna aber auf den zweiten ist einfach alles viel sauberer und man muss nicht bei jedem Schritt Angst haben, dann man sich die Füße bricht. Es wurde mehr Liebe in den Park gesteckt. Es gibt dort Fotoausstellung, Tanzaufführung und ich bekam ein kleines Big Band Konzert zu hören. Wirklich sehr nett hier.

 

 

Der Strand

Ich wusste erst nicht warum mir der Strand viel besser gefällt aber ich glaube es lang am Wind. In Varna fühlte ich mich ohne Wind wie an einem dreckigen Badetümpel aber hier rauschten die Wellen und Windsurfer und Segelboote waren am Horizont zu sehen. So ein Ostseegefühl.

 

 

Außerdem ist der Strand viel größer. In Varna ist durch die Steilküste alles in vers. Abschnitte eingeteilt aber in Burgas ist der Strand einfach eine enorm lange Sandfläche und somit auch viel entspannter und nicht so überfüllt.

 

 

Außerdem gibt es eine kleine Strandpromenade mit vielen Bänken.

 

 

Eine Seebrücke gibt es auch. Die ist zwar nicht sonderlich schön, dennoch sorgt sie für noch mehr Ostseegefühl.

 

 

 

Die Innenstadt

Zur Innenstadt gibt es nicht viel zu sagen. Eine lange Hauptmeile und ein paar Nebenstraßen. Ein paar Geschäfte und einige schöne Häuser aber absolut nichts besonderes.

Streetart

Auch in Burgas gab es wieder ein kleines bisschen Kunst auf der Straße zu finden. Am witzigsten fand ich das kleine Hobbithaus. Da muss man gar keinen teuren Eintritt nach Hobbiton zahlen.

 

 

Food

Es gibt im Sea Garden einige Fast Food Stände und Restaurants aber Überraschung, die Herrschaften dort können weder english noch kann man irgendwas in ihrer Karte lesen. Ich war kurz vorm verhungern, denn ich hatte 5 h Zugfahrt und eine nervige Busfahrt hinter mir und noch nichts gegessen. Ich lief aus dem Park heraus und sah ein Supermarkt Schild. Leider existierte der Markt nicht mehr. Ich war kurz vorm Verzweifeln aber dann tauchte neben mir ein Happy auf. Und ich war happy. Ich kannte das Essen, die Preise und wusste, dass die Karte in english ist und die Bedienung mich versteht. Gott sei Dank endlich was zu essen. Diesmal gab es einen Kartoffelauflauf und einen Cocktail dazu. Sehr lecker!

 

 

Gedanken

Man merkt immer noch sehr, dass man im Ostblock ist.

 

 

Aber hier wird der Aufschwung deutlich. Es entstehen neue moderne Büro- und Wohnkomplexe direkt am Sea Garden.

 

 

Auch hier gibt es wieder viele Straßenkatzen aber man sieht auch an fast jedem Restaurant oder Hauseingang ein Schälchen Wasser stehen und etwas Katzenfutter. Und dann habe ich im Park einen Mann gesehen, der etwas verwahrlost aussah und scheinbar mit sich selbst redete aber kurze Zeit später sah ich ihn mit einer kleinen Katze auf dem Arm auf der Bank sitzen die er liebevoll streichelte während sie schlief. Ein schönes Bild!

 

 

Aufgeregt hat mich die kyrillische Schrift und das nicht vorhandene Englisch. Ich denke, dass das eine Urlaubsregion ist. Da kann es doch nicht sein, dass man nichts lesen kann. Selbst in Südostasien sind immer alle Schilder übersetzt, warum schaffen die das hier nicht?! Ich kann ja auch wirklich verstehen, dass nicht jeder english kann. Das müssen sie ja auch nicht aber an einem Informationshäuschen oder einer Hotelrezeption erwarte ich das einfach.

Deshalb auch hier mein:

Fazit

Burgas ist definitiv schöner als Varna, nichtsdestotrotz wird mich Bulgarien nie wieder sehen, denn das Land hat mich total verschreckt und genervt. Es ist eine große Antipathie zwischen uns entstanden, die sich auch nicht wieder bereinigen lassen wird, deshalb ist es besser wenn wir in Zukunft getrennte Wege gehen.

 



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