Jetboat Fahrt im Skippers Canyon – Queenstown

Jetboat Fahrt im Skippers Canyon – Queenstown

21.02.2019

 

Ich kürze die Sache gleich mal ab – wenn ihr in Queenstown seid, dann macht diese Jetboat Tour mit Skippers Canyon. Ich verspreche euch, ihr werdet es nicht bereuen!

 

 

 

Vorgeschichte

 

„Everythings happens for a reason“ – eigentlich sollte ich diese Woche auf einer Mehrtagestour sein aber bei meiner Buchung war etwas schief gegangen und so fuhr die Tour ohne mich. Ich war super traurig. Dann ergab sich aber die Möglichkeit eine Jetboat Tour for free zu bekommen (einer der vielen Vorteile wenn man in einer Unterkunft/Tourenanbieter in Queenstown arbeitet). Nach einigem hin und her und sehr viel Warten war klar, dass ich nicht mit auf die Tour am Mittwoch kann. Hoffen auf Donnerstag aber auch da kein Glück. Ich war inzwischen super enttäuscht. Die Wetteraussichten fürs Wochenende waren grausam. Donnerstag Abend hieß es dann, ich und meine Kollegin dürfen vielleicht Freitag früh 8:30 bei der Tour mitmachen. Das würde sich aber erst um 8 klären. Also zeitig aufgestanden mit nicht so großen Hoffnungen und grauem Wetter. Aber tadaaa wir durften auf die Tour und der Himmel entschied sich spontan dazu strahlend blau zu werden mit schönstem Sonnenschein.

Im Vorfeld hatte ich so einige Recherchen zu Neuseeland betrieben und mir immer fleißig Notizen in meinem Handy gemacht. Bei Queenstown stand die Notiz „Skippers Canyon“. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich Höhenangst habe und absolut kein Adrenalin Junkie bin und mir deshalb Bunjee, Skydive und wie die ganzen Abenteuer in Queenstown alle heißen, ziemlich an meinem allerwertesten vorbei gehen. Aber Jetboat im Skippers Canyon – jaaaa, das war genau „my cup of tea“

Absolute tiefe Dankbarkeit machte sich in mir breit.

„Am Ende wird alles gut – und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende“…

 

 

 

Hard Facts

 

Die Tour kostet ca. 160 Dollar. Nicht wenig aber Shotover Jet kostet auch 150 Dollar und die ganze Tour dauert nur eine Stunde. Wohingegegen Skipper Canyon 3 h dauert und das atemberaubendste an der ganzen Tour die Fahrt zum Canyon ist.

Nicht umsonst ist diese Tour die am besten bewerteste bei Trip Advisor weil eben auch der Weg das Ziel ist. Außerdem ist es wohl eine der schnellsten Jetboat Touren.

 

 

 

Und los geht die wilde Fahrt

 

Die Straße in den Skippers Canyon gilt als die 3. gefährlichste Straße der Welt. Das ist erst mal ne Aussage die man so im Raum stehen und nachhallen lassen kann.

Die Straße ist irre eng und quasi an die Bergwand heran geklatscht, was sie am Ende aber so atemberaubend macht sind diese Ausblicke.

Kein Foto kann das Wow wieder geben, was man hat, wenn man hier entlang fährt. Auf den Bildern sieht die Straße eher aus wie ein Wanderweg und im Grunde war sie das auch nur.

 

 

 

 

Unser Fahrer Robby war ein super witziger Typ und dazu auch noch Maori. Er erzählt sicher mehrmals das Gleiche und macht immer die gleichen Witze allerdings kam das bei der Tour nicht so rüber, sodass ich wirklich sehr über seine kleinen Witze lachen musste. Z.B. erzählte er uns gleich relativ am Anfang der Tour, dass hier vor ein paar Jahren ein Bus mit vielen Menschen abgestürzt wäre – alle 50 Menschen tot und er zeigte uns die vermeintliche Aufprallstelle. Und ich dachte mir noch so, dass das ja eher dumm ist, so ne Story gleich am Anfang der Tour zu erzählen. Er meinte, dann das das nicht wahr ist und er gelogen hat. Erleichterte Säufzer gingen durch den Bus aber dann kam sein Nachtrag, dass er gelogen hat. Es waren keine 50 sondern nur 40 Menschen. Genau mein Humor.

Oder er meinte, dass wir die Augen zu machen sollen, wenn wir zu viel Angst bekommen, das würde er auch bei der Fahrt immer so machen. Witziger Bursche jedenfalls.

Wir machten einen ersten Fotostopp auf dem Weg zum Coronet Peak, der Skigipfel hier. Von dort hatte man eine herrliche Aussicht auf Queenstown, Arrowtown und das Weinanbaugebiet dazwischen. Hier war ich schon zum ersten Mal stoked.

 

 

 

 

Der Canyon

 

Vor dem Beginn der eigentlichen Straße in den Canyon gab es gefühlt eine Million Warnschilder, dass man hier nur mit speziellen Autos entlang fahren darf usw. Ich glaube sogar, dass die Straße für den 8/15 Touristen komplett gesperrt ist. Besser wäre es auf jeden Fall.

 

 

 

Denn das Ganze ist so gar nicht ohne und es braucht schon einen erfahrenen Fahrer für diese Strecke, denn nicht nur, dass es ohne Leitplanke km weit in den Abgrund geht, nein es ist an einigen Stellen auch enorm schmal. Eine davon nennt sich „Tor zur Hölle“. Da hatte unser Busfahrer auch etwas zu kämpfen weil die Stelle so schmal ist zwischen den beiden Felswänden und die Busse sich regelmäßig die Spiegel abfahren.

 

 

 

 

Wir bekamen immer mal Hinweise darauf welche Szenen von Herr der Ringe hier gedreht wurden und auch eine Hubschrauber Verfolgungsszene aus dem letzten Mission Impossible Teil wurde hier und in Milford gedreht.

 

 

 

 

 

Ich saß die ganze Zeit mit offenem Mund da und staunte. Neuseeland ist schon echt was ganz besonderes.

 

 

 

 

Bei unserem zweiten Fotostopp waren wir dann schon am Shotover River und konnten von dieser Schönheit ein paar Fotos schießen.

 

 

 

 

Die Jetboat Fahrt

 

Unten am Fluss angekommen, machte Robby noch ein paar alberne Fotos von uns und wir bekamen die Schwimmwesten und los ging es.

 

 

 

 

 

Ich hatte mir so eine Jetboat Fahrt ja wesentlich nasser vorgestellt, sodass ich auch nur meine kleine Action Kamera mitnahm (sorry, an dieser Stelle für die minderwertige Qualität. Ist halt keine 500 € GoPro)

 

 

 

 

 

 

Aber Spaß machte es wie sau. Ich war die ganze Zeit nur am lachen. Wir sprangen über die kleinen Schwellen im Fluss und unser Fahrer machte immer mal ein paar waghalsige Drehungen.

Wir fuhren unter einer Bungee Brücke hindurch und eng an den Felsen entlang.

 

 

 

Auch hier wurden uns Szenen aus Herr der Ringe gezeigt (ich muss mir das Ganze unbedingt mal angucken *räusper*)

Nach 8 km den Fluss lang rauf, hieß es umdrehen. Wir bekamen die Erklärung, dass er ab jetzt richtig Gas geben würde. Holy shit – das war vielleicht ein Spaß!

 

 

 

 

Dieses wunderschöne Tal und man heizt da mit fast 100 km/h durch. Die Schmetterlinge in meinem Bauch fühlten sich wie auf der Achterbahn und ich gluckste wie ein fröhliches Kind herum.

 

Nach 20 Minuten (gefühlt 5) war der ganze Spaß dann wieder vorbei.

Cool war es auf jeden Fall aber soooo kurz und deshalb würde ich auch nie 150 Dollar nur für eine 20 Minütige Jetboat Fahrt (wie zb beim Shotover Jet) ausgeben. Dafür ist der Spaß einfach zu kurz.

Danach ging es wieder in den Bus und noch ein Stück das Shotover Valley lang hoch zu einem:

 

Aussichtspunkt

 

Hier stand ein hübsches altes Steinhaus, in dem man sich die vorher gemachten Fotos angucken konnte. Daran hatte ich aber wenig Interesse, da das Fotopaket 40 Dollar kostete und ich mit meinen eigenen Fotos völlig zufrieden gewesen wäre.

Aber was war das hier bitte für ein Ausblick?! Nicht von dieser Welt. Die Bungeebrücke und der Shotover River darunter und im Hintergrund die Berge. Kennt ihr diesen Emoji mit den Herzen in den Augen, das war ich, wie ich am Abgrund stand und auf diese unendliche Schönheit starrte.

Die Bilder sprechen für sich…

 

 

 

 

 

 

Robby rief dann irgendwann meinen Namen und bat mich zu den Mädels ins Fotohaus. Wir bekamen dann eines der Fotopaket geschenkt. Eine schöne Fotomappe mit 2 ausgedruckten Fotos von uns auf dem Jetboat und einen USB Stick mit 40 Fotos der Tour. Es hat halt echt große Vorteile in der Tourismus Branche zu arbeiten.

 

 

Rückfahrt

 

Bei der Rückfahrt machte Robby dann gut Speed und ich erfreute mich an der schönen Aussicht in die andere Richtung. Aber der erste Anblick ist halt immer der Schönste und Unvergesslichste, von daher gab es weniger Ahs und Ohs beim Rückweg.

 

 

 

 

 

 

Nach 45 Minuten waren wir dann wieder zurück in Queenstown.

Sehr sehr glücklich!

 

 

Negativpunkt

 

Allerdings kann keiner etwas für diesen – der Canyon ist voll mit Sandflies. Sobald ich im Jetboat saß wurde ich hundertfach attakiert und meine Knöchel wurden zerbissen. Also, falls die Viecher auch so auf euch abfahren, wie auf mich, dann zieht euch lange Sachen an und lasst bloß nicht Knöchel oder Handgelenke raus gucken, darauf stehen sie scheinbar am Meisten.

 

Fazit

 

Eines der tollsten Erlebniss die ich je hatte. Einerseits super viel Spaß beim Speed des Bootes, andererseits ein bisschen Adrenalin beim Abrund der Straße und das alles gepaart mit ganz viel Schönheit der Natur.

Auch wenn es nicht ganz günstig ist, meiner Meinung nach ein absolutes Must-Do wenn man in Neuseeland ist.

 

 



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