Melbourne – Victoria

Melbourne – Victoria

 

Ich reise von Melbourne weiter und habe einen günstigen Flug gefunden, deshalb stand schon eine Weile fest, dass ich hier her kommen werde allerdings war ich null vorbereitet, da ich die letzten 11 Tage in Western Australia campen war.

Außerdem kam die Sache mit Australien generell sehr unerwartet aber eine liebe Freundin, die ich in Malang kennen gelernt habe, wohnt in der Nähe von Melbs und hat mir eine Menge hilfreiche Tipps gegeben. Dankeschön Tine!

 

Anreise

 

Mein Weiterreise Ticket war zwar super günstig aber beim Ticket von Perth nach Melbs habe ich so richtig ins Klo gegriffen. Egal welche Fluggesellschaft, die Preise waren unverschämt hoch. Am Flughafen erfuhr ich warum. In Melbs findet am Wochenende das Football Finale statt. Also so ein bisschen wie bei uns Champions League Finale oder so. Die Western Australian Eagles spielen gegen den Melbourne Football Club. Die sind hier alle sehr Football verrückt. Haltet euch fest, die haben den Tag vorm Spiel sogar Feiertag. Zum Spiel fliegt gefühlt die Hälfte der WA Einwohner nach Melbs und deshalb die Flugpreise. Ich hatte keine andere Wahl, also musste ich den Flug buchen, der mich mehr gekostet hat als mein Flug von Zürich nach Indonesien. (Nicht drüber nachdenken)

Ich weiß nicht ob’s am Inlandsflug lag aber die Kontrolle am Flughafen war so lasch. Bei Quantas funktioniert alles elektronisch. Selbst das Koffer aufgeben muss man am Automaten machen. Man muss nirgends seinen Pass zeigen. Einfach nur der Boarding Pass aufm Handy und mehr nicht. Ich musste bei der Sicherheitskontrolle nicht mal meinen Laptop auspacken oder meine Jacke ausziehen. Entspannte Aussis.

Auf dem 3,5 h Flug guckte ich mir erstmal Deadpool 2 und einen weiteren neuen Film an. Trank ein Bier und steckte mir 2 Flaschen Wein für schlechte Tage ein. Irgendwie muss man die horrenden Flugpreise ja wieder rein holen 😉

In Melbs ging es dann mit dem Skybus für 18 AUD in die City zur Southern Cross Station.

Von dort dann noch 30 Minuten zu Fuß über die Flinders Lane und ich war halb 5 endlich an meiner Unterkunft.

 

Unterkunft

 

Meine erste Unterkunft in Melbourne ist das Greenhouse Backpackers auf der Flinders. Das ist hier so die Backpacker Straße und jeder sagte mir, dass ich für den ersten Eindruck am besten hier übernachte.

Das Ding ist, dass ich gleich am Anfang mit dem Shiralee in Perth so einen Glücksgriff gemacht habe, dass alles danach nur noch schlechter sein kann.

Das Greenhouse ist grundsätzlich ganz nett, ordentlich und sauber aber es geht über 3 Etagen, ist sehr groß und dadurch halt total anonym und ungemütlich.

Was cool ist, ist das es ein freies Frühstück gibt. Zwar nur Marmeladen Toast und Cornflakes aber besser als nichts und es gibt eine coole große Dachterrasse mit Blick auf die Stadt.

Clairemont Guesthouse

Meine 2. Unterkunft liegt in South Yarra. Nur 2 Stationen mit dem Zug vom CBD. Irgendwie gemütlicher hier.

 

 

 

Ein schönes altes Haus mit kleinen Zimmern, geteiltem Bad und Frühstück.

Grundsätzlich ganz nett und für meine Zwecke völlig ausreichend.

 

Erster Eindruck

 

Heilige Scheiße. Ich fühle mich als sei ich in New York. Ich meine ich komme gerade von der nahezu unbesiedelten Westküste und auch Perth ist eher klein und niedlich. Und dann stehe ich hier auf einmal zwischen Hochhaus Schluchten und fühle mich irgendwie verloren.

 

 

 

 

Im Grunde habe ich aber eh nur 2 volle Tage hier, da ich einen Tag eine Philipp Island Tour mache und am Wochenende die Great Ocean Road und die Grampains besuchen werde.

 

Architektur

 

Melbs hat eine sehr coole Architektur. Ganz viele moderne Gebäude. Aber es gibt auch so sehr schicke alte Gebäude auch im Jugendstil. Viele englische Kirchen. Alte Fabrikgebäude von 1900. Es wird unendlich viel gebaut.

 

 

 

 

 

Ich habe das Gefühl als wenn sich die Architekten hier so richtig austoben dürfen, vor allem das Uni Gebäude sieht richtig freakig aus.

 

 

 

 

CBD

 

Der Central Business Distrikt ist überschaubar groß aber die Wolkenkratzer lassen alles irgendwie größer und eindrucksvoller wirken.

 

 

 

 

Besonders schön fand ich es am Fluss. Links und rechts Bars und Cafés. Man kann schön spazieren gehen.

 

 

 

 

 

Queen Victoria Market

 

 

 

Ein absolutes Must wenn man in der Stadt ist. Riesen große alte Markthallen. Hier findet schon seit Jahrhunderten der Markt statt. Es gibt auch so nette Bilder überall wie es früher mal aussah. Super interessant.

Das Wetter war an meinem ersten richtigen Melbs Tag auch nicht so besonders und es regnete ständig. Da passte ein Markthallen Besuch doch gut in den Zeitplan.

 

 

 

Ich liebe Markthallen. Wenn es eine Markthalle in einer Stadt gibt, dann kann sie sicher sein, von mir besucht zu werden 😀

So lecker aussehende Stände. Tolle Käsesorten oder Spezialitäten. Außerdem gab es einen organic Markt, wo einige auch selbst gemachte Naturkosmetik anboten. Und hübsch anzusehen ist so ein Markt ja sowieso immer.

 

 

 

 

 

 

Es gab aber auch einen Teil der mehr wie ein Polenmarkt war. Man hätte sich dort super günstig einkleiden können. 10 Dollar für einen Melbourne Hoodie zb.

 

 

 

Shrine of rememberance

 

An meinem 2. vollen Tag in Melbs schien die Sonne und ich war mit Tine verabredet. Sie wollte mir die Stadt zeigen.

Wir liefen ein bisschen durchs CBD um die Architektur zu begutachten, danach eine Runde am Fluss entlang und dann Richtung St. Kilda vorbei am Shrine of rememberance.

 

 

 

Ein Kriegsdenkmal in einem schönen Park.
Hier hat man einen super schönen Ausblick auf die Stadt. Schon allein wegen der Aussicht sehr sehenswert.

 

 

 

Und im Park war alles so frühlingshaft. Ich komme ja immer noch nicht drauf klar, dass hier gerade Frühling ist während in Deutschland alle schon im Herbst zittern. An der West Coast herrscht andere Vegetation, deshalb hatte ich es da noch nicht mitbekommen aber hier werden die Bäume gerade zart grün und Frühlingsblumen blühen. Auf den Feldern gibt’s allerdings schon Raps. Also alles ein bisschen durcheinander hier.

 

 

St. Kilda

 

Weiter ging es mit der Bahn nach St. Kilda. Oh, was war das schön hier. Voll mein Ding. Süße kleine Läden, coole Leute, hübsche Häuser und natürlich den Strand vor der Haustür. So stelle ich mir Venice Beach in Los Angeles vor. Ich hätte mir hier mal lieber ein Hostel suchen sollen. Naja das nächste mal Australien kommt bestimmt.

 

 

 

 

Wir liefen die Seebrücke entlang an deren Ende erst ein hübsches Restaurant ist und dahinter die kleinen Pingus wohnen. Die kommen hier am Abend aus dem Wasser wie auf Philipp Island und wohnen unter den Steinen. Leider sahen wir um die Mittagszeit keinen.

 

 

 

 

Wir spazierten am Strand entlang und genossen das schöne Wetter. Sonne und 22 Grad. Ein absoluter Wohlfühlort.

 

 

 

 

Dann liefen wir ein bisschen durch die coolen Straßen und kamen am Luna Park vorbei. Ein Vergnügungspark der so unfassbar cool oldschool aussah. Ein mega Fotospot und dann noch bei dem blauen Himmel. Hammer!

 

 

 

 

 

Wir kauften ein paar Snacks bei Woolies und setzten uns auf eine Wiese und quatschen über alles mögliche. Schon verrückt wie man mit manchen Menschen sofort auf einer Wellenlänge ist obwohl man sich vorher gerade mal eine Stunde gesehen hat. Wieder einer dieser Momente wo das Leben nicht bedeutungsvoller sein könnte. Wo alles perfekt ist und ich unendlich dankbar für diese Chance.

Dann liefen wir die ca. 5 km an der Strandpromenade entlang bis nach:

 

Brighton Beach

So schön hier entlang zu spazieren. Coole Leute, das Meer, kleine Aussichtspunkte und ein toller Blick auf die Skyline von Melbs.

 

 

 

 

Ich liebe solche Orte. Die fühlen sich immer so frei und gechillt an. Der absolute Hang loose Lifestyle.

Als wir nach einer Weile dann in Brighton ankamen, wurde mir erstmal klar warum wir her gelaufen waren.

Hier standen die süßen kleinen bunten Strandhütten, die ich bereits auf so vielen Fotos gesehen hatte. Da ich mich aber überhaupt nicht auf Melbourne vorbereitet hatte, war es eine totale Überraschung sie hier zu sehen.

 

 

 

 

Abendlicht, blauer Himmel und die bunten Strandhütten – Photographer Goals! Ich war verzückt bis in die Haarspitzen. Schoss selbst eine Menge Fotos und drückte Tine dann meine Kamera in die Hand um eine Million Fotos von mir vor den Hütten zu machen. (Sorry, meine Liebe)
Und jedes Bild sah einfach nur so wunderschön aus weil die Fotobedingungen zu 100% stimmten.

 

 

 

 

 

Der perfekte Abschluss für meine rundum perfekte Australien Reise.

Wir fanden dann sogar noch einen Bahnhof in der Nähe, der uns ohne weitere Umwege wieder zurück in die Stadt bzw. mich gleich zu meinem Hotel brachte.

 

Streetart

 

Melbs ist bekannt als Künstlerstadt. Es gibt jede Menge Straßenmusiker und die sind alle unfassbar gut. Einen Abend stand ich vor einem Asiaten, der sich die Seele aus dem Leib sang und ich war total stoked. Warum müssen solch gute Künstler auf der Straße singen, während völlig talentfreie die Charts stürmen?!

Und dann gibt es natürlich noch jede Menge Graffitis. Am berühmtesten ist die AC/DC Lane an der Flinders.

 

 

War nett aber ich fand einige andere Seitenstraßen wesentlich cooler. Man muss sich halt einfach ein bisschen treiben lassen und immer mal nach rechts und links gucken. Dann gibt es in jeder Stadt viel zu entdecken.

 

 

 

 

 

Die Menschen

 

Puh, also wenn nicht ab und an mal irgendwo eine Palme stehen würde, dann würde ich denken ich bin in Berlin. Mega Hipster aber halt nicht meins. Sehr individuell, sehr alternativ aber halt immer mit diesem gewissen „ich will was besseres sein“ – Touch, den ich nicht leiden kann. Ich vermisse meine gechillten Westcoast Hippies. Barfuß mit Salzwasser Beach Hair und Wetsuit ist dann halt doch mehr meine Welt als 80er Jahre OP Shop „Chic“.

 

Öffentliche Verkehrsmittel

 

Für mich ein negativ Punkt in Melbourne ist das System mit der Myki Card. Man muss die nämlich immer für 6 Dollar kaufen und dann noch oben drauf die 4,30 Dollar für eine Fahrt (2 h gültig) aufladen. Selbst wenn man nur einmal fährt, muss man die 6 Dollar Plastikkarte kaufen. So doof. In Vancouver konnte man die Compasscard wieder abgeben, wenn man sie nicht mehr brauchte und bekam das Geld zurück oder in Perth gab es zwar eine Karte aber es gab für Touristen auch die Möglichkeit ganz normale Einzelfahrscheine zu kaufen. Finde ich ein bisschen ungeschickt gelöst.

 

 

Gedanken zu Australien

 

Australien war nie so richtig auf meiner Reiseliste. Ich wollte es schon mal irgendwann sehen aber es hätte noch Zeit gehabt, deshalb hatte ich mich auch null vorbereitet, wie ich es sonst immer tue.

Und was soll ich sagen – ich hatte in Australien die beste Zeit meines Lebens. Die geilsten 3 Wochen ever! Obwohl ich nichts geplant hatte, fügte sich alles so perfekt und ich genoss jede einzelne Sekunde hier.
Wenn ich gewusst hätte, wie sehr mich dieses Land packt und glücklich macht, dann hätte ich alles ganz ganz anders gemacht aber nun muss ich das Land erst mal verlassen für neue Abenteuer.
Aber eins steht fest – ich komme wieder!

Und liebes Australien Government – setzt endlich euer WHV auf 35 Jahre hoch und redet nicht nur immer drüber es zu tun! (Kanadier dürfen ja bereits seit September. Vielleicht besteht ja noch Hoffnung für uns Normalsterbliche. Ich wäre die Erste die sich anmelden würde!)

 

 

Fazit

 

Melbourne ist eine vielseitige schöne Stadt. Vor allem am Meer hat es mir so richtig gut gefallen.
Der CBD war meiner Meinung nach nicht so richtig Australien. Ich hätte mich überall auf der Welt befinden können. Eine austauschbare Großstadt mit austauschbaren Menschen. Ein bisschen langweilig.

Aber als Ausgangspunkt um mehr von der atemberaubenden Natur und Tierwelt in Victoria zu erkunden, eignet sich die Stadt wunderbar.

Außerdem gibt es super viel Kunst und Kultur aber halt auch viele Parks und Wasser. Die Stadt eignet sich mit ihren vielen Radwegen und öffentlichen Verkehrsmitteln wunderbar um aufs Auto zu verzichten.

Melbourne ist halt nicht umsonst eine der lebenswertertesten Städte der Welt.

Auch wenn ich eher der Kleinstadt Mensch bin, muss man Melbs auf jeden Fall mal gesehen haben.

 

 



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