Minimalismus -„Erlös dich von dem Schrott der dich kaputt macht“ – Thema: Ordnung

Minimalismus -„Erlös dich von dem Schrott der dich kaputt macht“ – Thema: Ordnung

Ein Song von der Band Frittenbude, der so viel Wahres in sich birgt.

Da meine Reisegeschichten erst mal bis zum nächsten Jahr ausbleiben, will ich den Blog trotzdem nutzen um ein paar Dinge anzubringen die mich beschäftigen und zu denen ich glaube, etwas zu sagen zu haben. In diesem Sinne soll es in nächster Zeit um das Thema Ordnung/Minimalismus/“weniger ist mehr“ gehen.


Ich glaube jeder der mal auf einer längeren Reise mit wenig Gepäck war, wird gemerkt haben, dass man nicht viel braucht. Man wird erfinderisch wenn etwas fehlt. Besitz wird egal weil das Reiseziel die wichtigste Sache ist. Man vermisst nichts, was man nicht eingepackt hat. So war das auch bei mir. Das erste Mal 6 Wochen nur mit einem Rucksack unterwegs sein, war eine ganz schöne Umstellung aber seitdem bin ich nie wieder mit einem großen Koffer in den Urlaub gereist sondern immer nur mit einem Handgepäckkoffer oder einem Rucksack egal wie lange ich unterwegs war.

Magic Cleaning


Ich habe vor ca. einem Jahr das Buch „Magic Cleaning“ von Marie Kondo gelesen. Dort geht es kurz gesagt ums Thema: Ausmisten. Ich war nach dem Lesen so inspiriert, dass ich angefangen habe meinen Kleiderschrank auszumisten und danach vollkommen glücklich und zufrieden mit mir zu sein. Sollte Ordnung schaffen und ausmisten vielleicht etwas mit glücklich sein zu tun haben?! Mein Interesse war geweckt und ich sah mir einige Youtube Videos an und las einige Blogs zum Thema Minimalismus und Ordnung. Mein neu entdeckter Ordungswahn stagnierte dann im Frühling/Sommer, schlichtweg weil ich keine Zeit hatte. Ich war jedes Wochenende unterwegs und unter der Woche saugte mich meine Arbeit so auf, dass ich am Nachmittag keine Muse mehr hatte für große Projekte.


Inzwischen bin ich richtig happy, wenn ich an einem Wochenende mal nichts vorhabe und richtig Zeit habe um auszumisten. Dieses Wochenende habe ich endlich mein Großprojekt „Schlafzimmer“ beendet (naja zu 90%) und meine kompletten Unterlagen sortiert sowie altes Schulzeug weggeworfen und bei meinem Dekokram ordentlich ausgemistet. Das Wochenende verging dadurch wie im Flug, ich bin meiner Lieblingsbeschäftigung – faulenzen und Serien gucken gar nicht nachgegangen und habe heute ordentlich Rückenschmerzen aber ich war wohl noch nie nach einem Wochenende so stolz und zufrieden mit mir selbst. Sich von materiellen Dingen zu trennen befreit einen von einer Last. Man fühlt sich freier, leichter, glücklicher.

„Die Dinge die wir besitzen, besitzen eines Tages uns.“


Oberste Regel beim Ordnung schaffen – „macht mich dieses Teil glücklich oder brauche ich es unbedingt in meinem Leben?“ Wenn die Antwort „Nein“ ist dann „Tschüss“!


Ordnung im Kleiderschrank:

Beim Kleiderschrank ausmisten hat mir ein Tipp von Marie Kondo am meisten geholfen – nehmt jedes einzelne Teil in die Hand und überlegt ob es euch glücklich macht.(wenn es natürlich nicht mehr passt, dann muss es auch weg. Ihr werdet nicht wieder so dünn! Seht es ein! ;-)) Ja, klingt total bescheuert aber ich denke, die meisten Frauen werden verstehen was ich damit meine. Ist es ein Kleidungsstück, dass ich bedenkenlos anziehen kann und mich kompromisslos wohl darin fühle. Sollten wir nicht alle nur noch Lieblingsteile im Kleiderschrank haben?! Was nützt mir ein sündhaft teures Designerteil im Schrank was ich nicht gern anziehe weil es mich unvorteilhaft aussehen lässt? Dann doch lieber die alte zerrissene Jeans die einem beim Tragen an wundervolle Festivalerlebnisse erinnert. Ich will in meinem Schrank nur noch Teile wo ich mir denke, „Ja, das ist geil“ oder „Das ist mein Lieblings…“.

Alles andere raus! Keine „vielleicht brauche ich es irgendwann mal“ oder „das kann man noch zum schlafen anziehen (mal ehrlich, wie viele „das kann man noch zum schlafen anziehen“ habt ihr in eurem Schrank?). Es gibt aber auch Teile die man so gut wie nie trägt aber trotzdem will man sie nicht ausmisten weil sie einen an etwas schönes erinnern. Ich z.B. habe ein grünes Glitzerpartykleid was ich nur einmal zu einer Silvesterparty an hatte aber jedesmal wenn ich es in der Hand halte, denke ich mir „Ich werde dich vermutlich nie wieder anziehen aber du machst mich schon allein beim angucken glücklich“. Von diesen Erinnerungsteilen sollte man natürlich auch nicht nur den ganzen Schrank voll haben aber ein paar Teile gehen völlig in Ordnung.


Für mich ist in meinem Kleiderschrank außerdem wichtig, dass alles ordentlich nach Art und Farbe sortiert ist. Ich bin gerade dabei meine unters. farbigen Kleiderbügel auf einheitliche Drahtbügel umzustellen. Die nehmen weniger Platz weg und die Einheitlichkeit schafft mehr Ruhe im Schrank und man fühlt sich beim Kleidung auswählen gleich viel entspannter. Außerdem kann man einzelne Teile viel leichter finden wenn alles schön ordentlich sortiert ist, anstatt ein Berg aus Klamotten, weil dann nimmt man doch immer nur das oberste Teil und könnte genauso gut alles andere weg werfen.


Papiere und Unterlagen:

Ein leidiges Thema für mich. Bisher hatte ich diese eine Schublade die wohl jeder in jeglicher Form hat. Jeder Brief, Rechnung, Vertrag, Kontoauszug, Konzertkarte wandere übers Jahr dort hinein und wurde dann immer nur bei Notwendigkeit herausgekramt und ca. einmal im Jahr wegsortiert. Jetzt habe ich eine Art Vorsortierung. Damit ist es zwar nicht gleich weg sortiert aber es ist immerhin ein Anfang und man findet alles leichter. Es gleich wegzusortieren wäre ein bisschen zu viel von mir verlangt, wenn ich bisher nur eine „Müllschublade“ hatte.. Konzertkarten kommen jetzt in meinen Reiseunterlagenhalter (Ein recht kleines Teil wo man seine Boardingpässe reinstecken soll. So ein Boardingpass ist genauso groß wie eine übliche Konzertkarte also passt das ganz gut). Sie sind alle nach Termin sortiert, sodass die Karte schnell gefunden ist. Für Rechnungen, Kontoauszüge und Verträge etc. habe ich jetzt so ein 3er Ablagekasten. Alles was kommt (ist zum Glück nicht so viel) wird dort schon mal vorsortiert und wenn man mal Muse hat, dann kann man es Fächerweise wegsortieren und muss sich nicht durch einen großen Schubkasten kämpfen wo alles drin ist, denn bei so einem Großprojekt hat man von vornherein keine Lust. Ob sich das System so durchsetzen wird, kann ich noch nicht sagen aber ich fand die Idee für den Anfang ganz gut.


Digitale Ordnung:

Mein nächstes großes Projekt wird das ordnen meines digitalen Lebens sein. 3 Festplatten auf eine und ein Backup minimieren. Fotodateien sortieren und nach Monat/ Jahr und Anlass beschriften, sodass man alles leicht wieder findet. Filme und Musik die mich nicht mehr glücklich machen entsorgen. Neue wichtige Unterlagen einscannen und digital ablegen. Alle meine ca. 30 SD Karten und Speichersticks durchgehen und löschen. Das wird mit Sicherheit ein Projekt für die Ewigkeit, da Fotografie und Musik schon immer der größte Bestandteil meines Lebens waren und sich somit Millionen von Dateien im Laufe von ca. 15 digitalen Jahren angesammelt haben (was kann ich froh sein, dass ich noch ein Kind des nicht digitalen Zeitalters war).


Allgemeines Aufräumen/Sauber machen:

Ein noch leidigeres Thema für mich. Ordnung machen macht mir Spaß, sauber machen ist ein notwendiges Übel oder wie ich es nenne „ein Kampf gegen Windmühlen“. Man ist an der einen Ecke fertig, da feiern die Wollmäuse an der anderen schon wieder eine Party. Da muss ich mir noch was überlegen um das besser in den Griff zu bekommen. Aus dem Buch das „Happiness Projekt“ von Gretchen Rubin versuche ich mir gerade die 3-Minuten Regel in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. Alles was man in 3 Minuten aufgeräumt haben kann, soll man sofort machen, denn sonst sieht man es immer und es belastet einen mehr, dass man es immer noch nicht erledigt hat, als der kurze Zeitaufwand um es zu erledigen. Außerdem versuche ich jetzt immer abends schon mal grob alles sauber zu machen, damit man am nächsten Morgen frisch und fröhlich in den Tag starten kann ohne die Essensreste vom Abend zu sehen.
Ob ich das alles so umsetzen kann wird sich zeigen, denn ich bin zwar ein ordentlicher Mensch aber wenn es „nur“ mein eigener Dreck ist, interessiert mich das Thema Sauberkeit nur bedingt.


Minimalismus:

Wenn man sich mit dem Thema Ordnung und Ausmisten beschäftigt, dann trifft man unweigerlich irgendwann auch auf das Thema Minimalismus. Welche Dinge brauche ich wirklich in meinem Leben und alles andere kommt weg. Finde ich einen sehr interessanten Ansatz allein vom Standpunkt des Geld sparens her. Was braucht man schon in der heutigen Welt?! Die wenigsten Dinge die der Mensch wirklich braucht um glücklich zu sein sind doch materialistische. Wir leben in einer Zeit des Überflusses. Es gibt alles, wir haben alles und das Alles macht uns unglücklich. Wenn man mal rational ran geht, dann braucht man doch von allem nur ein Teil aber wer hat das schon?! Wir wollen schließlich auch eine Auswahl haben. Das ist ja völlig in Ordnung aber wenn ich am Ende die Wahl zwischen 20 Pullovern habe, dann überfordert uns das einfach nur und macht uns unglücklich. Die Menschen die mich kennen, werden über meine Gedanken lachen, denn gerade wenn es um Bekleidung und Beauty geht hab ich nicht nur die Wahl zwischen 20 vers. Teilen sondern vermutlich zwischen 50. Und ich weiß auch nicht ob sich das in dem Bereich jemals ändern wird, sofern das alles auch wirklich Lieblingsteile sind. Aber in allen anderen Lebensbereichen habe ich das schon geändert. Ich hatte z. B. 5 vers. Tischdecken für einen Tisch auf den ich nie eine Tischdecke lege. Jetzt habe ich nur noch eine, falls sich mal hoher Besuch ankündigt und es „anständig“ bei mir aussehen muss. Vielleicht schaffe ich es auch irgendwann den minimalistischen Gedanken ganz in die Tat umzusetzen, denn das Konzept sagt mir sehr zu.


Dinge die einen nicht mehr glücklich machen loswerden:

Marie Kondo beschreibt in ihrem Buch so süß, dass man jedem Teil, dass man ausmistet für seine Dienste danken sollte. Das kann man machen, muss man aber nicht. Ich habe das wirklich bei einigen Kleidungsstücken getan die mir mal wichtig waren aber um den Dingen ein wenig mehr Achtung zu schenken muss man ja nicht alles rigoros in die Tonne werfen.
Ich habe letztens auf einem Flohmarkt versucht einige meiner ausrangierten Kleidungsstücke los zu werden. Ich sag mal so, man kann nicht reich davon werden aber es macht Spaß, man verdient ein bisschen was und es ist ein tolles Gefühl zu sehen, wenn sich jemand anderes darüber freut.
Früher habe ich super viel bei Ebay verkauft. Das lief auch immer recht gut aber ich glaube heutzutage ist Ebay für Privatverkäufe sehr uninteressant geworden.
Bei Kleiderkreisel war ich auch einige Male unterwegs aber seitdem die Gebühren erhoben haben, macht das keinen Spaß mehr.
Diese Shpok – Flohmarkt App habe ich noch nicht getestet aber habe bisher nur Gutes gehört.
Mein Favorit ist ja nach wie vor Ebay Kleinanzeigen. Kostenlos. Unkompliziert und Regional. Wenn es nicht unbedingt sein muss verschicke ich Dinge nämlich auch nicht allzu gern. Der Aufwand ist meistens höher als der erzielte Preis.
Wenn man mit einer Sache kein Geld mehr verdienen will, dann kann man es auch immer unter der Rubrik „zu verschenken“ bei Ebay Kleinanzeigen rein stellen. Habe ich auch schon gemacht. Allein jemanden eine Freude gemacht zu haben, ist oft schon Lohn genug.
Für Bekleidung sollen auch so Tauschparties ganz lustig sein. Man verabredet sich mit anderen Mädels, die ungefähr den gleichen Körperbau haben und tauscht mit ihnen die Klamotten die man nicht mehr will.


Menschen ausmisten:

Ja, ich miste auch Menschen aus. Es gibt ja so Menschen im Leben mit denen musste man mal notgedrungen eine gemeinsame Zeit verbringen. Mitschüler, Arbeitskollegen usw. Manchmal werden daraus Freunde, meistens jedoch eher nicht. Diese Menschen sollte man gedanklich aus seinem Leben sortieren. Über die sollte man nicht mehr nachdenken oder krampfhaft versuchen die „Beziehung“ weiterzuführen. Genauso sollte man Menschen aussortieren die einem mehr schaden als zu nutzen. Über die man sich mehr ärgert als freut. Nur weil diese Person einmal in 3 Monaten nett zu einem war, muss man nicht die 5 mal Scheiße sein tolerieren. Weg damit! Genauso sollte man Hass-Lieben gehen lassen. Die machen auf Dauer nur unglücklich und bringen einen kein Stück weiter im Leben. „Erlös dich von dem Schrott der dich kaputt macht“


Kopf sortieren:

Schreibt Dinge auf! Tut das was ich gerade tue. In meinem Kopf springen schon den ganzen Tag Sätze herum. Die würden da noch weiter rum springen und mich von anderen Sachen ablenken also schreib ich sie auf. Du hast dich über jemanden geärgert, schreib es auf, guck es dir am nächsten Tag nochmal an und wenn es dich dann immer noch ärgert, dann schreib es der Person. Mir hat Schreiben in jeder Lebenslage geholfen. Ich hatte Liebeskummer also hab ich alles aufgeschrieben was mich bedrückt, einfach nur um es los zu werden. Einiges davon habe ich auch dem Mann geschrieben. Damit habe ich ein Stück meiner Last auf ihn weiter verteilt. Für ihn ist es vermutlich keine Last gewesen aber ich fühlte mich ein Stückchen leichter. Und darum geht es doch. Sich selbst ein bisschen zu erleichtern. Von kleinen Sorgen freizusprechen.

Etwas ausmisten, sortieren, weggeben, ordnen, all das macht uns ein Stück freier, leichter, glücklicher.

Platz für die guten Dinge im Leben:


Generell bin ich mir darüber klar geworden, dass ich in meinem Leben nur noch positive Dinge bewusst mitnehmen will. Ich gucke keine Nachrichten oder lese sie, da diese voll von negativen Dingen sind. Ich verschließe damit nicht automatisch die Augen vor den Weltgeschehnissen. Trotzdem weiß ich, was da draußen los ist. Ich verschließe nur mein Herz davor. Ich gucke mir jeden Tag Tiervideos an weil ich darüber lachen muss oder es mich erfreut. Ich schreibe jeden Tag mit Menschen die ich liebe und die mich glücklich machen. Ich lese jeden Tag Mode- oder Beautyblogs weil das meine Leidenschaft ist. Ich koche jeden Tag etwas leckeres weil mir Kochen Spaß macht und ich meist stolz auf mein Ergebnis bin. Ich plane jeden Tag in meinem Kopf meine nächste Reise weil Reisen das Größte auf der Welt ist und die einzige Geldausgabe die einen reicher macht.  Wenn ich irgendwo etwas schönes sehe, versuche ich ein Foto davon in meinem Kopf zu machen um es in schlechten Zeiten wieder hervorzurufen.  Ich versuche mich soweit es geht nur mit schönen und positiven Dingen im Leben zu umgeben. Die Welt ist für uns alle schon hart genug! Deshalb weg mit Negativem!



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