Minimalismus – Sparen

Minimalismus – Sparen

Sind wir mal ehrlich – Wer von uns hätte nicht gern mehr Kohle zur Verfügung?! Hands up!

Gedanken zu Geld

Geld ist eine merkwürdige Sache. Wenn man nicht viel zur Verfügung hat, kommt man trotzdem recht gut klar. Je mehr man zur Verfügung hat, desto mehr hat man das Gefühl, dass es ruhig etwas mehr sein könnte.

 Als Azubi hatte ich schon meine eigene Wohnung, hatte wenig Ausbildungsgeld, hab keine Unterstützung durch meine Eltern bekommen und musste auch noch „Schulbücher“ bezahlen. Und es funktionierte. Mir fehlte es an nichts. Ich hatte immer einen vollen Kühlschrank und ich war sogar ab und zu im Urlaub und fast jedes Wochenende feiern. Im Nachhinein betrachtet hab ich keine Ahnung wie das ging. 
 
Nachdem ich dann „richtiges“ Geld verdient habe, hab ich „die Fuffies in Club geworfen“. Man wird irgendwie maßlos wenn man auf einmal mehr Geld zur Verfügung hat. Ständig neue Klamotten, viel zu viele Kohle in Clubs verpulvert und viel zu häufig Essen gegangen.
Alles gut und schön aber viel Geld blieb da am Ende nicht für andere Dinge übrig.
 
Jetzt mit 30 weiß ich was ich will vom Leben und was mir wirklich wichtig ist und materielle Dinge sind es nicht!
Ich will die Welt sehen und das ist teuer.
 
Deshalb muss ich mein Konsumverhalten überdenken und mal ein bisschen mehr sparen und nicht die Kohle immer nur mit vollen Händen ausgeben, denn dafür verdiene ich eindeutig zu wenig, das beides möglich wäre.
 
Ich hab eigentlich nicht viel Ahnung vom Sparen. Ich denk, da sind z.B. Großfamilien die jeden Tag mit ihrem hart verdienten Geld überleben müssen, der bessere Ansprechpartner aber ich hau trotzdem mal ein paar Spartipps raus, die mir aktuell helfen wieder mehr den Blick fürs Geld zu schärfen.
Viele meiner Tipps wirken wahrscheinlich ein wenig lächerlich, weil das für die meisten Menschen sicher ganz normal ist aber für mich sind es kleine Schritte in Richtung eines pralleren Reisekontos.

Haushaltsplaner:

Im Netz gibt es unzählige Haushaltsplaner. Einfach mal googeln. Dort trage ich alle meine Einnahmen und Ausgaben ein in unters. Kategorien und kann so ein bisschen besser nachvollziehen wo mein Geld abgeblieben ist. Ich hatte da sonst ehrlich gesagt gar kein Gefühl wie viel man so im Monat für Lebensmittel ausgibt oder für Kleidung etc. Dort kann man dann ansetzen und anfangen zu optimieren.



Fixkosten minimieren:

Ich bin all meine Verträge mal durchgegangen und hab geguckt wo noch was zu holen ist. Ich bin ein wahnsinnig fauler Mensch was sowas angeht. Irgendwann schließe ich mal einen Vertrag ab und behalte den dann obwohl es inzwischen meist günstigere Möglichkeiten gibt. Dort habe ich Einsparungen vorgenommen:

Krankenkasse:

Ich hab meine Krankenkasse gewechselt weil ich natürlich die mit den teuersten Zusatzbeiträgen hatte. 

 

Telefon/Internetverträge:

Ich hab meinen alten sündhaft teuren Internet/Festnetzvertrag gekündigt und habe mir über diverse Vergleichsportale im Internet einen günstigeren Anbieter gesucht. Gar kein so leichtes Unterfangen wenn man von dem ganzen Internetquatsch absolut keine Ahnung hat. Ich will nur, dass es funktioniert. Alles sehr zeitintensiv und nervenaufreibend aber man kann am Monatsende einiges sparen.



Fernsehen:

Fernsehen ist schon seit Jahren kein Bestandteil meines Lebens. Ich hatte aber immer noch alles in so einem Kombivertrag mit drin und habe jeden Monat für eine Leistung bezahlt die ich schon seit Jahren nicht mehr nutze. Wäre schön wenn ich dann nicht noch diese Kack GEZ zahlen müsste.

Handyvertrag:

Früher war ich immer bei Base. Nachdem O2 Base gefressen hatte, musste ich mal meinen Hintern hoch bekommen und mir einen neuen Vertrag suchen. Es ist am Ende O2 geblieben weil sie mir einen guten Deal geben haben.

Auto abstoßen:

Ich wohne in Leipzig. Das öffentliche Verkehrsmittelnetz ist bestens ausgebaut und die meisten Wege erledige ich mit dem Fahrrad. Ich brauche kein Auto. Also hab ich meine alte Kiste abgestoßen und vermisse absolut nichts. Auch wenn ich nicht viel gefahren bin hatte man jedes Jahr die Kosten für Versicherung und Steuern und aller zwei Jahre den TÜV. Wenn ich mal ein Auto brauche, dann kann ich mir eins für ein paar Stunden über Carsharing leihen.

sinnlose Verträge kündigen:

Alles was nicht „Lebenswichtig“ ist – weg! Ich hatte Jahrelang diverse Beautyboxen abonniert. Pakete auspacken ist toll aber inzwischen bestelle ich mir lieber etwas was ich auch wirklich gebrauchen kann, denn in solchen Boxen ist teilweise so viel Schrott drin den ich mir nie selbst gekauft hätte. Außerdem hatte ich Abos von Frauenzeitschriften. Das kostet alles nicht sehr viel im Jahr aber es ist alles bares Geld was man sinnvoller investieren kann.

 

variable Kosten optimieren:

Die variablen Kosten sind die undurchsichtigsten. Da ist es erst mal wichtig durch einen Haushaltsplaner überhaupt zu wissen wo denn eigentlich die Schwachstelle liegt um dann anzugreifen.

Impulskäufe vermeiden:

Mir kommt spontan eine Idee was ich mal gebrauchen könnte, also kaufe ich es sofort. Inzwischen versuche ich immer erst eine Nacht drüber zu schlafen und wenn ich es am nächsten Tag immer noch ganz dringend brauche, dann kaufe ich es erst.

 

Wunschlisten:

Bevor ich etwas kaufe setze ich es erst auf meine Amazon oder Douglas Wunschliste. Da geht der Kaufgedanke nicht verloren aber man kauft es auch nicht gleich sondern denkt erst noch mal drüber nach und arbeitet dann nach und nach seine Liste ab. Vlt. ein größeres Teil pro Monat.
Bei meinen Minimalismus Recherchen bin ich drauf gestoßen, dass viele alle lebensunwichtigen Dinge die sie kaufen wollen erst mal einen Monat auf eine Wunschliste setzen und dann gucken ob das Produkt nach einem Monat überhaupt noch interessant ist.

Nicht in die Falle gehen:

Mit ist langweilig also geh ich in die Stadt und von dort komme ich niemals ohne etwas zurück. Ich finde einfach immer etwas. Ich kann nichts dafür. Irgendetwas im Sale gefällt und passt mir immer und dann kann ich einfach nicht nein sagen, egal wie sehr ich mich wehre. Also gehe ich nicht mehr in die Stadt oder nur in den Laden wo ich etwas wirklich brauche und dann auch nur in die Abteilung wo es das gibt. Nutzt eure Zeit lieber für Hobbies, Netflix oder Freunde.

Lebensmitteleinkäufe:

Bei meinem Nobuy-November Experiment habe ich gemerkt, dass es gar nicht so dumm für mich ist nur noch einmal im Monat einkaufen zu gehen. Sonst bin ich jede Woche gegangen und dann findet man auch immer Dinge die man eigentlich gar nicht braucht aber man will sie mal ausprobieren etc.
Im Winter fehlen einem auch nicht die frischen Produkte, denn es gibt eh keine richtigen frischen Produkte und so etwas wie Orangen oder Ingwer, das hält sich auch ein paar Wochen. Ansonsten ist es im Winter völlig ok auf TK Produkte zurück zu greifen.



Auf dem Wochenmarkt einkaufen:

Ich will mir für den Sommer angewöhnen Obst und Gemüse einmal in der Woche auf dem Wochenmarkt zu kaufen. Man unterstützt dabei regionale Anbieter, bekommt wirklich frische Produkte (wenn man saisonal einkauft) zu einem guten Preis und es gibt einfach nicht so viel andere Dinge die man mitnehmen könnte wie z.B. beim Lidl im Non Food Bereich.



Preise checken:

Mit meiner „was kost`die Welt Mentalität“ hab ich nie auf Preise im Supermarkt geguckt. Ich hab immer einfach eingesackt. Das kann man bei Aldi oder Lidl schon machen, denn es gibt meist nur eine Sorte des Produkts und deshalb keine Preisunterschiede aber z.B. beim Rewe gibt es das Produkt von vers. Marken. Bsp. Pinienkerne. Ich bin völlig besessen davon und brauche die einfach immer. Bei meinem Rewe gibt es 3 vers. Marken die Pinienkerne anbieten und die Preise schwanken dabei von 1,99 bis 5,99 €. Die für 1,99 stehen natürlich nicht direkt im Sichtfeld und man muss sich etwas bücken und danach suchen aber warum sollte ich für ein und das selbe Produkt das 3 fache zahlen?!

Reminder setzen:

Ich hab z.B. an meinen Rechnern eine kleine Karte von meinem nächsten Urlaubsziel, was ja am Ende mein Sparziel ist, worauf man hin arbeitet bzw. spart. Jedes mal wenn ich etwas im virtuellen Einkaufswagen habe, gucke ich auf die Karte und schließe das Browserfenster wieder weil ich mir denke, nein, du brauchst das nicht. Ich brauche Reisegeld.



Mit Bargeld zahlen:

Ich hole aller zwei Wochen Bargeld ab und bezahle damit. Probiert es aus. Wenn dir das Geld im wahrsten Sinne durch die Finger rinnt, dann denkt man 3 mal drüber nach ob die Anschaffung denn jetzt notwendig ist. Bargeld auszugeben tut so viel mehr weh als seine Karte irgendwo durchzuziehen.

Selbst kochen / Meal prepping:

In den letzten Jahren habe ich mind. 2 mal die Woche auf Arbeit mitgegessen und mir sonst etwas beim Bäcker, Döner etc. geholt. Das Kantinenessen hat mir noch nicht mal geschmeckt und hat jedes mal 3,30 € gekostet. Für 3,30 € kann man sich zu Hause etwas sehr leckeres selbst kochen, was gesund ist und im Idealfall auch noch für mehr als einmal reicht. Denn Reste wirft man nicht weg, man isst sie am nächsten Tag oder friert sie ein. Man kann beim kochen so kreativ werden und wirklich nur die Zutaten verarbeiten die man mag. Ich selbst bin ein großer Restekochfan. Ich werfe einfach alles zusammen was da ist und meistens schmeckt das sogar.



Weniger wegwerfen:

Ich hasse es Lebensmittel wegzuwerfen, habe es aber selbst jahrelang getan. Inzwischen kaufe ich Dinge einfach nicht mehr von denen ich schon vorher weiß, dass sie nicht alle werden. Z.B. abgepackten Käse. Da sind 10 Scheiben drin. Wenn man sich jeden Tag Brote macht und den gleichen Käse drauf packt, dann kann das vielleicht was werden mit dem alle machen aber ich brauche Abwechslung und mag keine Käsebrote. Also kaufe ich solche Packungen nicht mehr.
Gemüse brauche ich beim kochen sofort für ein Gericht auf oder schneide es klein und friere es ein. So kann es keine halb aufgeschnittenen Paprikaschoten mehr geben die im Kühlschrank vor sich hin vegetieren.



Vorglühen:

Das gute alte Vorglühen. Man sollte wieder öfter darauf zurück greifen. Bevor man in einen Club geht, sich im Park oder bei Freunden treffen und zusammen etwas trinken. Herrlich gesellig und einfach viel günstiger als erst im Club mit 8 € Cocktails anzustoßen.

Essen gehen als was besonderes ansehen:

Ich bin noch damit aufgewachsen, dass man nur zu bestimmten Ereignissen wie Weihnachten oder Geburtstag Essen gegangen ist. Das war dann immer etwas ganz besonderes und man hat sich darauf gefreut. Noch vor ein paar Jahren bin ich jede Woche Essen gegangen. Das war dann nichts besonderes mehr. Toll war es trotzdem immer aber eben auch verdammt kostspielig. Man sollte Essen gehen wieder zu etwas besonderem und weniger häufigem machen.



Aufbrauchen:

Klingt einfach und logisch aber ich habe mich lange selbst nicht daran gehalten. Kosmetikprodukte die einem vlt. nicht so zusagen trotzdem aufbrauchen. Z.B. ein Duschgel was vlt nicht so toll riecht nicht einfach wegwerfen sondern trotzdem benutzen oder Dinge zweckentfremden. Z.B. habe ich einen riesigen Pott Gesichtscreme die mit meiner Gesichtshaut nicht so korrespondiert. Ich creme mir damit jetzt meine Beine ein. Ich habe sonst immer etwas aufgemacht und ein paar mal benutzt und dann etwas neues aufgemacht. Kosmetikprodukte halten aber einfach nicht ewig wenn sie schon angefangen sind somit musste ich immer viel wegwerfen.



Pröbchen nutzen:

Bei Bestellungen gibt es ja häufig so kleine Probegrößen dazu. Benutzt sie! Das ist auch alles bares Geld. Man kommt damit ein paar Tage hin und muss nichts neues kaufen. Früher habe ich die immer zum Reisen aufgehoben aber auf Reisen nehme ich doch lieber das mit was ich schon kenne und worauf ich mich verlassen kann. Da will ich keine Experimente eingehen. Außerdem eigenen sich Probegrößen als Schutz vor Fehlkäufen. Man kann erst mal etwas testen und wenn man zufrieden ist dann kann man es sich in Fullsize kaufen.

Seiner selbst bewusst werden:

Wenn man jünger ist dann probiert man viel aus in Bezug auf seine Garderobe. Man weiß noch nicht genau was einem steht, worin man gut aussieht. Ich denke das kommt erst ab Mitte 20. Wenn man selbst weiß worin man sich gut fühlt und gut aussieht, dann gibt es auch viel weniger Fehlkäufe. Dazu muss man sich selbst auch ehrlich reflektieren können. Vor ein paar Jahren wollte ich unbedingt diesen Bauchfrei Trend mitmachen. Ich hatte mir vers. bauchfreie Shirts gekauft, von denen ich lediglich eines mal an einem Tag im Urlaub anhatte an dem ich mich absolut nicht wohl gefühlt habe. Ich habe die Shirts letztes Jahr auf dem Flohmarkt verkauft, völlig ungetragen für 1 €.


Generell sollte man sich seiner Ausgaben bewusster werden. Wie viel kosten Dinge? Brauche ich das wirklich? 

 



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