Mt. Cook Village – Fairytale Wonderland

Mt. Cook Village – Fairytale Wonderland

7. März bis 9. März

Mt Cook Village – Ausgangspunkt für den Hooker Valley Track (alles dazu lest ihr hier), Ausgangspunkt zum Stargazing und Ausgangspunkt zum Staunen!

Wie ich überhaupt erst mal hier her gekommen bin, könnt ihr hier nachlesen…

 

 

 

 

YHA

 

Das teuerste Hostel in dem ich je war. 42 Dollar die Nacht im 8 Bett Dorm. Da es aber die einzige Budget Übernachtungsmöglichkeit hier ist, wenn man nicht im Zelt aufm Campingplatz schlafen will, können sie die Preise aber natürlich auch so hoch machen wie sie wollen, die Leute kommen trotzdem. Man muss aber sagen, dass es auch eines der schönsten und gemütlichsten Hostels war, in dem ich je war. Die Zimmer sind ziemlich Standard und unspektakulär aber die Küche ist riesig. Es gibt einen Kamin und eine Sauna und viele Sessel. Hier kann man gemütlich einen stürmischen Regentag verbringen, wie ich ihn hatte.

 

 

 

 

Hermitage Hotel Mt. Cook

 

 

 

Das Village ist winzig. Es gibt ca. 10 Hotels, 10 Familienhäuser, eine Schule, einen Pub und über allem thront das riesige Hermitage Hotel. Wenn ihr mich fragt, passt dieser Klotz hier nicht her. Ich glaube die haben so ein bisschen versucht so ein vornehmes Hotel hier hin zu setzen wie zb. das Chateau am Lake Louise in Kanada. Aber hier wurde das leider architektonisch völlig versaut. In dem Hotel befindet sich noch das Sir Edmund Hillary Alpine Center. 20 Dollar Eintritt. Dort gibt es wohl auch eine Art Sternenshow. Im Hotel selbst kann man für 80 Dollar den Lunch in Anspruch nehmen. Man kann’s aber auch lassen und in der Hostelküche selbst kochen.

 

 

 

 

Stargazing

 

Einmal während meiner Zeit in Neuseeland wollte ich so richtig Sterne gucken. In Queenstown war ich schon immer ganz hin und weg wenn ich nachts aus den Clubs kam und nach oben guckte. Aber der Mt.Cook/Aoraki Nationalpark ist das älteste (2012) und größte dark sky Reserve der Welt. Also wenn nicht hier, wo dann. Und ich hatte so Glück. Zum einen war es mit 11 Grad nicht kalt draußen, was ich in den Bergen anders erwartet hatte nachts. Und zum anderen war der Himmel wolkenlos. Dazu kam noch, dass heute Neumond war. Das einzige was störte waren die Lichter vom Village. Also lief ich halb 11 mit meiner Taschenlampe bewaffnet so weit weg vom Village wie mein Schissergen es zu ließ. Ich war allein und es war dunkel wie im Bärenar***. Da kann einem schon mal etwas komisch sein. Ich suchte etwas wo ich meine Kamera auflegen konnte für eine Langzeitbelichtung. Gar nicht so leicht. Ich fand mich dann an der Straße auf einer Brücke wieder und fühlte mich jedesmal mehr als „akward“ wenn aller 10 Minuten ein Auto vorbei fuhr.

Aber was soll ich sagen – mir liefen mal wieder die Tränen. Wie viele Milliarden Sterne da oben glitzern. So wunderschön! Und wir in Europa sehen immer nur so wenige davon weil die Nacht mit Lichtern verschmutzt ist. Ich war hin und weg und starrte in den mondlosen Himmel. Der Milky Way war so wahnsinnig klar. Ich war begeistert. Leider konnte meine Kamera oder meine nicht vorhandenen Nachtfotografie Kenntnisse den Himmel nicht ansatzweise so festhalten wie er war. Ich war jedenfalls mehr als glücklich als ich nach 45 Minuten wieder zurück lief und endlich in den wohlverdienten Schlaf fallen konnte nach so einem aufregenden tränenreichen Tag (Queenstown verlassen, Zufriedenheitstränen nach Hooker Valley Track und nun Überwältigungstränen)

 

 

 

 

Bowen Bush Walkway

 

 

 

Ein super kurzer kleiner Walkingtrack, wo man vom Tussok Steppenland mitten in den Urwald hinein läuft.
Viele Farne und knorrige Bäume. Wenn man eh auf dem Weg vom einen Ende des Villages zum anderen ist, dann kann man den Weg ruhig mitnehmen.

 

 

Alpine Visitor Center

 

 

 

Hier bin ich eigentlich nur rein gestolpert weil es draußen gerade angefangen hatte zu regnen aber was soll ich sagen, ich hielt mich am Ende eine Stunde auf und war begeistert. Ein super interessantes Alpine Museum und das auch noch ohne Eintritt. Viele spannende Ausstellungsstücke und alles wieder sehr anschaulich und wenig trocken dargestellt. Museen können sie hier in NZ.

 

 

 

 

Am tollsten im ganzen Haus war aber das riesen Fenster mit Blick auf den wolkenverhangenen Mt.Cook/Aoraki.

 

 

 

 

Einen kleinen Außenbereich zum Picknicken und Verweilen gab es auch und eine kleine Schutzhütte wie sie in den Bergen zu finden ist.

 

 

 

 

Absolute Empfehlung hier mal vorbei zu gucken.

Glencoe Walk

 

 

 

Unser Busfahrer hatte uns diesen kurzen 40 Minuten hin und rück Weg zu einem Aussichtspunkt empfohlen. Der Weg startet genau hinter dem Hermitage Hotel und führt den Berg ein Stück lang hoch. Ein bisschen steinig und wurzelig aber machbar und kurz. Genau das richtige für mich. Der Ausblick ist wunderschön. Bei schönem Wetter hat man einen tollen Ausblick auf das steppenartige Valley und den schneebedeckten Mt.Cook/Aoraki.

 

 

 

 

Hier oben war wie ein magischer Ort, denn eigentlich war der Himmel Wolkenverhangen aber genau über der Stelle wo die Bank stand, brach der Himmel auf und ich wurde von der Sonne bestrahlt. Hier ließ es sich aushalten. Ich glaub ich saß 40 Minuten auf der Bank, bis ein paar andere Wanderer kamen und ich meinen Weg wieder nach unten machte. Wenn man nicht viel Zeit hier hat (wenn man zb nur die Tagesfahrt von Queensie nach Christchurch macht) dann sollte man den kurzen Walk auf jedenfall mitnehmen und den Ausblick auf Mt. Cook/Aoraki genießen.

 

 

 

 

Red Tarns

 

 

 

Ich hatte in meinem Hostel gefragt wo ich denn am ehesten Keas sehen könnte, da es hier einen Kea Point Track gibt, der aber am Hooker Valley Carpark anfängt und die Strecke zieht sich wie Kaugummi. Mir wurde gesagt, dass der Point nur so heißt und es da keine gibt. Aber es würde welche am Red Tarns Track geben. Allerdings nur zum Sonnen auf- oder Untergang und es war mitten am Tag. Da der Weg aber gleich hinterm Hostel anfing, entschied ich mich ihn zu laufen ohne vorher Mal zu checken auf was ich mich da einlasse. Red Tarns ist nämlich der Name von einem Berggipfel. Wusste ich nicht. Hieß aber es ging bergauf. Eine Stunde lang nur Treppen und Steine bergauf. Also mal so eine richtige Wanderung. Hätte ich mir als Waschlappen sicher nicht ausgesucht, wenn ich das gewusst hätte aber aufgeben gehört nicht zu meinen Stärken also schob ich mich als Dampflok getarnt den Berg lang hoch. An einer kleinen Wiese, dachte ich, ich könnte ganz schlau nen Short Cut nehmen aber je höher ich mich über die nasse Wiese quälte, desto klarer wurde mir, dass dieser Weg nirgends hinführt. Also wieder lang runter und zum eigentlichen Weg.

 

 

 

 

 

Es ging über ein paar Steine über einen Miniatur Wasserfall und ansonsten einfach nur bergauf.

 

 

 

 

Irgendwann sah ich endlich eine erlösende Bank, die der Gipfel sein musste.

 

 

 

Noch nicht ganz, denn zum Gipfel ging es noch ein paar Schritte weiter und danach gab es noch einen netten kleinen Weg auf dem Gipfel Plateau an ein paar Tümpeln vorbei.

 

 

 

 

Nachdem ich mir das auch angesehen hatte, setzte ich mich auf die Bank und genoss den Ausblick. Und wieder meinte es der Wettergott gut mit mir. Die ganze Zeit war es grau und bewölkt gewesen, nachdem es gestern den ganzen Nachmittag geschüttet und gestürmt hatte. Aber sobald ich auf der Bank saß, riss der Himmel ein bisschen auf und ich konnte die Aussicht noch mehr genießen.

 

 

 

Governers Bush Walk

 

 

 

 

 

Gerade vom Red Tarns Gipfel wieder zurück, dachte ich, ich hab noch ne Stunde Zeit bevor mein Bus kommt, laufe ich mal noch den Bush Walk. Es ging seicht los, mitten durch den Urwald aber dann fingen die viele Treppen an. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war noch ganz schön kaputt vom Red Tarns und dann schon wieder so viele Stufen.

 

 

 

 

 

Ich lief und lief und war mir dann nicht mehr so sicher ob an dem Schild auch 45 Minuten Return dran gestanden hatte oder ob das eine Strecke war. Aber dann fiel mir ein, dass das ja ein Rundweg ist. Also stieg ich weiter die Treppen hinauf. Bis hierhin war es wenig spannend und ich war mir sicher, dass man sich den Walk sparen kann, wenn man schon mal den neuseeländischen Urwald gesehen hat. Faszinierend finde ich ja, dass es im Tal eine Art südamerikanische Steppe gibt und an den Berghängen dann dieser Regenwald. Tolle Kombination. Endlich schien ich oben angekommen zu sein, denn es gab eine Bank zum ausruhen. Und das hatte ich auch nötig, denn ich hatte 1 h Zeit und der Weg sollte 45 Minuten gehen. Ich zog also ordentlich durch um rechtzeitig wieder am Hostel anzukommen, was auch noch mal ein paar Minuten weit weg war.

 

 

 

 

Dann ging es wieder nach unten und etwas schräges passierte, was mir enorm den Tag erheiterte. Ein kleiner Vogel (später lernte ich, dass das ein sogenannter Fantail Vogel ist. Die sind immer so aufgregt und inzwischen echt zu meinen Lieblingsvögeln in Neuseeland geworden eben weil sie nicht so langweilig sind) kam zu mir geflogen. Er setzte sich neben mich auf einen Ast und breitete sein Schwänzchen aus und tänzelte herum. Ich fühlte mich mal wieder wie in der Cinderella Szene, wo die Vögel sie einkleiden. Dieser kleine Kerl baggerte mich an. Er flog um mich herum und zwitscherte. Ich sagte ihm, dass er ein sehr hübsches Kerlchen ist und lief weiter.

 

 

 

 

Aber irgendwie hatte ich ein komisches Gefühl. Ich drehte mich um, da saß der kleine Kerl hinter mir aufm Boden und kam auf mich zu geflogen, streifte meine Haare und setzte sich wieder neben mich auf einen Ast. So ging das 10 Minuten. Ich bekam einen Lachanfall. Dann wollte ich ein Foto von einem Farn machen, das gefiel ihm scheinbar nicht, denn er wollte im Mittelpunkt stehen und flog mir mitten ins Bild.

 

 

 

 

Dann kam er mir wieder so nah. Das war der Zeitpunkt wo mir die Sache bissl unangenehm wurde. Jeder der mich kennt, weiß dass mir Vögel nicht ganz geheuer sind. Mich gruselt immer dieses geflattere. Ich ließ mir die Sache noch 5 weitere Minuten gefallen und dann sagte ich ihm, dass unsere Liebe keine Chance hat und sich unsere Wege hier leider trennen müssen. Danach sah ich ihn nicht wieder. Ich hoffe er findet eine nette Vogel Dame.
Und dann war ich auch schon fast wieder unten. Noch schnell am öffentlichen Parkplatz mit Dusche und Rastplatz vorbei und schon war ich nach 35 Minuten wieder am Hostel und hatte noch genügend Zeit meine verschwitzte Kleidung auszuwechseln.

 

 

 

 

 

Fazit

Niemand wird ins Mt.Cook Village kommen und es scheiße finden, denn es ist einfach ein wahnsinniger Ort. Wahnsinnig schön, wahnsinnig beeindrucken und wahnsinnig besonders. Diese massiven Berge. Immer irgendwo ein Blick auf Mt.Cookie. Die vielen Tussok Gräser, die an eine Prärie erinnern. Das ewige Eis. Ein Ort voll von Magie und Energie. Ich habe jede Sekunde die ich hier verbringen durfte geliebt! Und das werdet ihr auch!

 

 

 

 

 

Sorry, dass ich es schon wieder schreiben muss aber es ist einfach ein absolutes MUST in Neuseeland. Ich gehe so weit und sage – jeder der nicht im Mt. Cook Village / Nationalpark war, war nicht in Neuseeland!



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