Picton and the Marlborough Sounds….

Picton and the Marlborough Sounds….

Picton – beim 1. Versuch gescheitert…

Ich hab ja immer so Pläne im Kopf und meistens funktionieren die auch ausgesprochen gut aber diesmal muss ich mich einfach geschlagen geben und dem Schicksal seinen Lauf lassen, denn es scheint momentan einfach nicht die richtige Zeit für mich und Picton zu sein. Warum, werdet ihr erfahren, wenn ihr weiter lest aber erst mal zum „random stuff“.

 

 

 

Anreise

 

Meine liebste Hostmama aus Kaikoura brachte mich zum Bus und es gab eine herzliche Verabschiedung. 2,5 h Busfahrt nach Picton. Man konnte keinen einzigen der Berge sehen und es regnete. Nichtsdestotrotz ist die Strecke ganz wunderbar zwischen den Weinanbaugebieten hindurch und an der Küste entlang wo sich unzählige Seelöwen tummeln. Bei schönem Wetter sicher eine herrliche Busfahrt. Wir stoppten kurz in Blenheim, wo gerade eine alte Dampflok angerollt kam. Da hatten wir total Glück, da der historische Zug nur einmal im Monat Sonntags zwischen Nelson und Picton fährt.

 

 

 

 

Meine eigentlichen Pläne

 

In Kaikoura gab es vor 2 Jahren ein großes Erdbeben, wo sehr viel zerstört wurde. Unter anderem auch die Eisenbahnstrecke zwischen Christchurch und Picton. Am 1.Dezember (jaaa, ich hänge arg hinterher mit meinen Blogposts) wird die Strecke nach 2 Jahren Renovierung wieder eröffnet und ich wollte natürlich gern mit dem Zug fahren. Deshalb hatte ich mir so überlegt, dass ich mindestens 2 Wochen in Picton bleibe und dann mit dem Zug nach Christchurch fahre, denn mir hatte die Fahrt mit dem Tranzalpine ja so gut gefallen, dass ich gern alle „great journeys of nz“ machen wollte. Außerdem hatte ich mir vorgenommen von Picton aus den Queen Charlotte Great Walk zu machen.

Von Christchurch aus wollte ich dann einen 2 Tagesausflug zum Mt. Cook machen, bevor ich mich zu meiner neuen Familie für Weihnachten aufmache. So sah mein Plan aus und so ist er total gescheitert. Und wenn ich mit einer Sache nicht klar komme, dann ist es das meine Pläne scheitern ABER was mir auf Reisen jeden Tag bewusster wird – „everything happens for a reason“ oder auch „wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich ganz unerwartet eine andere mit etwas viel schönerem dahinter“

 

Warum ist das nun alles gescheitert?

 

Aus mehreren Gründen – Hauptgrund: das Wetter. Holy Cow! Was kann das in NZ regnen. Die letzten Tage in Kaikoura waren ja schon nicht so besonders schön aber immerhin regnete es nicht. Auch als ich hier in Picton ankam, konnte ich noch einen kurzen Spaziergang durch den Ort machen. Aber dann fing er an, der unaufhörliche Regen. Es schüttetete 30 h komplett durch. Alles stand unter Wasser, es regnet überall rein, die Wanderwege waren alle weggespült. Ich verließ 2 Tage meine Unterkunft gar nicht und auch danach konnte man nicht allzu viel machen. Die Wetteraussichten für die nächsten 10 Tage sahen genauso grauenvoll aus. Da würde also weder der Queen Charlotte Track möglich sein, noch hätte ich etwas von dem sehr teuren „scenic trainride“.

 

Unterkunft

 

Dazu kam noch, dass ich mich von der ersten Sekunde an bei meiner Arbeit im Hostel absolut nicht wohl fühlte, also nicht mal mit der Arbeit sondern eher mit den anderen Wwoofern. Ich hatte damals so Glück mit meinen ganzen lieben gediegenen deutschen Wwoofern in Greymouth. Hier kam ich an und traf erst mal auf eine unfreundliche Französin, die mir alles erklärte. Der Raum für die Wwoofer war bereits voll und das mit weiteren Franzosen, die alle bereits mittags das Bier im Anschlag hatten (jeder der meinen Blog schon eine Weile verfolgt weiß, dass ich nicht der größte Franzosenfan bin) Keiner wusste wo ich schlafen sollte und die Franzosen quatschen nur in ihrer Sprache. Noch dazu sah die Wwoofer Küche und das Bad aus wie aus einer RTL 2 Messiehaus Sendung. Einfach nur mega schmutzig und ekelhaft. Alles voller Bierflaschen und mittendrin ein Hund, der mir zur Begrüßung erst mal in die Hand biss. Ich war bedient von Kopf bis Fuß und wäre am liebsten sofort rückwärts wieder raus.

Sofort setzte ich mich an meinen PC und recherchierte einen Plan B und schrieb vers. andere Arten von Unterkünften an. Ich machte dann erst mal einen Spaziergang und als ich wieder zurück kam, wurde mir gesagt, dass ich ein 2. Wwoofer Zimmer im Nebenhaus aufmachen könnte. Na das klang doch ganz gut.

 

 

 

Zusätzlich sollten 3 Tage später auch noch 3 weitere Wwoofer mit in mein Zimmer kommen. Mein erster Arbeitstag war dann mega entspannt. Wir teilten uns das Betten machen und auch die restliche Arbeit war easy peasy, allerdings merkte ich schon, dass es schwer war 3 h voll zu bekommen. In Greymouth durften wir einfach aufhören wenn wir fertig waren, egal wie spät es war. Hier wurde uns von Josh, dem Hostelmanager, gesagt, dass wir bis um 1 beschäftigt aussehen müssen, falls der ganz große Boss mal vorbei kommt. Kein allzu leichter Job. Wir putzten Fenster, wischten Staub usw. Aufgaben, die normalerweise nur einmal die Woche gemacht werden sollten, hatten wir bereits alle Montag erledigt.

Als ich dann auch noch hörte, dass die neuen Wwoofer auch Franzosen sind, war für mich klar, dass ich keine 2 Wochen hier bleiben möchte. Ich muss dazu sagen, dass ein paar von denen ganz okay waren aber das ist halt trotzdem so eine eingeschworene Gemeinschaft, was ich ihnen nicht mal übel nehme, denn man weiß ja selbst wie es ist wenn man andere Deutsche trifft und dann auch nur noch deutsch redet. Aber 8 Wwoofer für das bisschen Arbeit, nee das ist mir zu anstrengend.

Ich machte also am 2.Tag hier meinen Laptop auf um nach weiteren Unterkünften zu gucken, als ich sah, dass mir eine andere Familie geantwortet hat, die so genau mein Ding sind (zumindest von der Beschreibung her) und die mich schon ab Freitag brauchen. Josh hatte zum Glück kein Problem damit, dass ich schon nach 4 Tagen Arbeit wieder gehe und ich freue mich jetzt total darauf hier wieder abzuhauen und mein Glück woanders zu versuchen. Es kann halt nicht immer alles glatt laufen.

 

Das Hostel

 

Ich bin hier im The Villa Hostel. An sich 2 schöne alte Gebäude. Leider ist es stellenweise nicht mehr so ganz wasserdicht, weshalb die halbe Küche unter Wasser stand als es so stark regnete. Es gibt einen schönen großen Hof mit Feuerstelle, Baumhaus und Jaccuzzi. Supermarkt, Fährterminal und Tracks sind gleich um die Ecke. Wie gesagt, an sich kein schlechter Ort und als normaler Hostelgast würde ich mich hier sicher wohl fühlen.

 

 

 

Freundschaften

 

Meine Einleitung klang ja nun sehr furchtbar aber Picton hatte auch ein paar gute Dinge für mich zu bieten, denn ich traf eine super liebe Deutsche mit der ich mich bestens verstand und wir quatschten den ganzen Abend. An meinem letzten Abend hatte sie in ein anderes Hostel gewechselt, wo ich sie besuchte. Und der Abend wurde zu einem der schönsten die ich bisher in Neuseeland hatte, denn dort lernten wir noch einen netten anderen Deutschen kennen. Wir quatschten erst auf deutsch und beschlossen dann nur noch englisch zu reden und siehe da, 2 Minuten später saß ein gut aussehender Aussie neben uns. Wir verbrachten dann den Abend zu viert mit essen, puzzeln und Tabu spielen. Es ist immer schade, wenn man liebe Leute kennen lernt mit denen man auf einer Wellenlänge ist und man nur so wenig Zeit zusammen hat.

Und auch mit Josh und seiner Hündin Rue verstand ich mich (nach den ersten Anfangsschwierigkeiten) immer besser. Im Grunde hätte Picton ne gute Zeit werden können, wenn nicht viel zu viele französische Wwoofer dort gewesen wären oder viel zu viele Wwoofer generell.

 

 

 

Der Ort

 

Ich habe mich direkt in Picton verliebt und verfluchte das schlechte Wetter aber manchmal hat es halt einfach keinen Sinn. Das schöne ist ja, dass ich Zeit habe und da in Picton ja die Fähre nach Wellington geht, werde ich sowieso irgendwann noch mal hier her zurück müssen und dann hoffentlich besseres Wetter haben.

 

 

 

 

 

 

Es ist so so hübsch hier. Ein bisschen wie in einem Ostseebad. Schöne Häuser, eine tolle Fußgängerzone, hübsche Geschäfte, niedliche Cafes und Eisdielen, ganz viele vers. Walks, ein schöner Yachthafen und eine wundervolle Promenade mit Palmen, Minigolfanlage und Spielplatz.

 

 

 

 

 

Als ich hier Sonntag ankam spielte gerade eine Altherrenkapelle zum Tänzchentee. Sowas von gemütlich sag ich euch. Ich saß da so schön auf einer Bank am Wasser. Hinter mir spielte die Musik, die Enten bettelten mich an, vor mir die Fähre die gerade nach Wellington ablegte und der wunderschöne Malborough Sound.

 

 

 

 

Ich habe es auch geschafft einen kleinen Walk hier zu machen. Wie der war, könnt ihr hier nachlesen.

 

Fazit

 

Seit 5 Monaten läuft alles glatt bei mir. Alles hat sich irgendwie ergeben und wurde richtig gut. Spontane Dinge stellten sich als die besten Entscheidungen meines Lebens heraus. Und jetzt habe ich gerade mal ein klitzeskleines Tief, was sich aber vielleicht am Ende doch noch als Hoch herausstellen wird (edit: hat es!!!). Ich meine, ich habe so viel Zeit. Ich kann ruhig mal 5 Tage an einem Ort „vergeuden“, denn ich habe ja kein Geld für ausgegeben. Hatte ein warmes Bett, ein paar nette Gespräche, kostenlose Lebensmittel und hatte mal Zeit um richtig viel zu faulenzen ohne schlechtes Gewissen.

 

 

 

Ich habe zwar nicht so viel gesehen aber für mich steht schon jetzt fest, dass Picton nicht nur ein Ort ist durch den man wegen der Fähre fährt. Nein, ihr müsst hier unbedingt anhalten und mindestens einen Nachmittag hier verbringen, denn es ist einfach zu schön um nur durchzufahren.

 

 



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