Queenstown – Paradies in NZ gefunden?!

Queenstown – Paradies in NZ gefunden?!

4. Januar bis 6. März 2019

 

Queenstown – the one and only. Jeder der nach Neuseeland kommt, hat schon mal was von Queenstown gehört. Die kleine touristische Partystadt inmitten der Berge, wo das ganze Jahr über Hauptsaison ist.

Ganz ehrlich – ich hab im Vorfeld absolut nichts erwartet. Ich hatte von Urlaubern so viel negative Dinge gehört, von Leuten die länger hier waren allerdings sehr viel positives, dennoch verspührte keinerlei Vorfreude und lies mich einfach überraschen.

 

 

 

Aber wie das soooo oft im Leben ist – man muss die Dinge mit den eigenen Augen gesehen und mit dem eigenen Herzen gespürt haben. Da können noch so viele Leute sagen, dass etwas doof ist aber wenn du es geil findest, dann ist es das auch und kleiner Spoiler – so war es bei mir mit Queenstown.

Zum warm werden könnt ihr hier schon mal alles über meine Ausflüge lesen die ich von Queenstown aus gemacht habe:

 

Fahrt von Dunedin nach Queenstown

 

Wenn man nach Queenstown fährt, fühlt man sich als wenn man durch Mordor fahren würde und das schlechte Wetter was ich bei der Fahrt hatte, trug nur noch mehr zur mystischen Stimmung bei. Berge, Täler, Flüsse, kleine Goldgräberorte. Und verdammt viele Hasen – es scheint eine Hasenplage in Mordor zu geben. 😀

Die Straßen haben es ab der Hälfte der Strecke ganz schön in sich. Serpentinen rauf und wieder runter und das auch noch mitten in der Hochsaison und im Regen. Und unser Fahrer wirkte auch nicht unbedingt vertraunswürdig und fuhr als wenn es seine erste Fahrt sei.

Aber ich kam an – offensichtlich!

Beim ersten Blick auf Queenstown war ich direkt völlig stoked. Berge die einen See umspielen und dazwischen viele kleine Häuschen. Und das beste – nachdem es den ganzen Tag geregnet hatte, kämpfte sich gerade bei unserer Anfahrt die Sonne durch die Wolken – ein Zeichen des Himmels, dass ich eine gute Zeit haben werde (und die sollte ich bekommen!)

 

 

 

 

Erster Abend

 

STOKED!

Viele hatten mir im Vorfeld gesagt wie toll Queenstown ist und das man unbedingt länger bleiben soll und das es der schönste Ort in ganz NZ ist. Das glaube ich zwar immer noch nicht ganz aber ich verstehe absolut was diesen Ort ausmacht. Queenstown erinnert mich so sehr an Banff in den kanadischen Rockies. Ein kleiner super touristischer Ort von wunderschönen Bergen umgeben.

Meine erste Unterkunft war das Base. Ohne Witz, das einzig freie Hostel (Hauptsaison) zu der Zeit und ich hatte ein wenig Angst, denn das Base gilt in NZ und OZ als berühmt berüchtigte Partyhostel Kette. Gleich beim Einchecken kam mir meine Freundin Lena, die ich in Picton kennen gelernt hatte, entgegen, die hier momentan arbeitet. Sie lud mich gleich zum Party machen ein. Auch von meinem Zimmer war ich von der ersten Minute an begeistert. Ich durfte mir  sogar noch ein Bett aussuchen obwohl ich relativ spät hier ankam. Alles war super sauber und mit eigenen Bad für 6 Leute (wir sind nur 4 im Zimmer). Es gab sogar einen Balkon mit Blick in die Berge. Die Sache versprach gut zu werden!

 

 

 

Ich gönnte mir mit Lena erst mal eine Dominos Pizza und dann trafen wir ihre männlichen Freunde, alle süße 18 Jahre. Ich bin inzwischen fast doppelt so alt aber irgendwie total amüsant. Einer der Jungs hatte ein Depeche Mode Shirt an und war mir somit instant sympathisch. Wir kauften Alkohol und liefen dann zu einem anderen Typen nach Hause in sein shared house. Dort gab es dann erst mal Musik und ein Trinkspiele. Danach liefen wir durch die atemberaubend sternenklare Nacht (so viele Sterne!) und ich wurde in die Clubszene der Stadt eingeführt. Alles ist auch einfach mal nur 3 Schritte entfernt weil der Ort so klein ist. Die Clubs sind jeden Tag geöffnet, kein Eintritt, kostenloses Wasser und die unterschiedlichsten Musikstile. Gut aussehende Party People oben drauf. Es wurde ein grandioser erster Abend!

 

 

 

Erster Tag

 

Der erste Abend war schon geil aber der erste Tag hat mir dann eindeutig klar gemacht, dass ich hier her gehöre. Es haben sich wieder so viele Sachen ganz wunderbar zusammen gefügt und die Stadt hat mich mit offenen Armen Willkommen geheißen.

Obwohl ich erst um 3 im Bett war, war ich um 7 schon wieder putzmunter. Ich nahm als eine der ersten das kostenlose Frühstück von 8:00 bis 9:30 im Hostel mit. Zwar nur Toast und Cornflakes aber besser als nix.

 

 

 

 

Das Wetter war einfach nur wunderschön. Blauer Himmel, weiße Schäfchenwolken, eine leichte Seebriese. Kurzum mich zog es sofort raus und halb 10 ist wohl auch die beste Zeit um in Queenstown entspannt den Ort zu erkunden. Ich machte einen riesigen Spaziergang. Die frische Luft roch nach Pinienwald, die Vögel zwitscherten und auf dem See schipperten die ersten Boote. Und ich strahlte. Jede Pore meines Körpers war von Zufriedenheit umhüllt. Tiefer innerer Seelenfrieden.

 

 

 

 

Dann holte ich mir bei einem veganen Fastfood Restaurant etwas zu essen und setzte mich an den See für meine Mittagspause 😀 Es geht doch nichts über ein anständiges Essen in der Natur.

Als ich wieder im Base ankam, hatte inzwischen ein junger Mann eingecheckt, mit dem ich gleich ins Gespräch kam. Er war eigentlich Deutscher und lebte bereits seit 5 Jahren in Neuseeland. Er war gerade auf einem Motorradtrip durch Neuseeland und sein Bike war in Queenstown liegen geblieben und er war im einzig freien Hostel gelandet. Wir verstanden uns super gut, allerdings hatte ich dann mein Vorstellungsgespräch in einem anderen Hostel, welches mega unkompliziert und positiv lief. Allerdings wollten sie, dass ich sofort im Hostel einziehe. Schade, denn so musste ich gleich aus dem Base auschecken und konnte mich nicht noch weiter mit dem netten Herren unterhalten. Ich ärgere mich bis heute, dass ich ihn nie nach seinem Namen gefragt habe.

Ich zog also mit Sack und Pack ins andere Hostel um und wurde gleich von den Mitarbeitern sehr nett empfangen und konnte das hübsche Hostel auschecken.

Nach einem perfekten ersten Abend auch noch ein grandioser erster Tag, der mich auf einen der schönsten Sommer meines Lebens einstimmte.

 

 

 

Unterkunft und Job

 

Ich hatte online eine Anzeige der Haka Lodge Queenstown gesehen, die Leute fürs Housekeeping suchten. Da ich ja bei einigen Wwoofing Familien schon ein kleines bisschen fürs Housekeeping zuständig war und auch in Greymouth schon mal 2 Wochen im Hostel gearbeitet hatte, bekam ich ohne große Probleme den Job. Allerdings auch zum Großteil nur auf Arbeit gegen Bett Basis, mit ein paar wenigen Zusatzstunden. Der einzige Haken an der Sache war, dass ich mich für mindestens 2 Monate verpflichten musste und das fiel mir nach den ersten 3 Wochen einfach nur unfassbar schwer, da ich seit meiner Abreise aus Deutschland nie länger an einem Ort geblieben war als 2 Wochen.

 

 

 

 

Und auch die Suche nach einem Zweitjob zum Geld verdienen gestaltete sich mehr als schwierig und ich war nach Woche 2 total demotiviert. Allerdings fand ich dann eine Arbeitsagentur, die einem per SMS casual Jobs vermittelte und so ging ich zusätzlich zu meinem Housekeeping Job in der Haka Lodge noch 2 mal die Woche in schicken 5 Sterne Unterkünften putzen. Und was soll ich sagen – ich habe es zum Ende hin nur noch gehasst und wollte sowas nie wieder machen. (Edit: Heute, ein halbes Jahr später habe ich noch unzählige andere Housekeeping Jobs in Neuseeland gehabt und befinde mich auch gerade wieder bei einem und hasse es immernoch! Aber ich weiß ja wofür ich es mache und das es nur ein paar Wochen sind.)

 

 

 

 

 

Die Haka Lodge und deren Mitarbeiter wuchsen mir jedenfalls schnell ans Herz. Jeden Abend mein Essen auf dem Sonnenbalkon genießen, die ein oder andere Partynacht mit den Kollegen oder einfach nur nette Gespräche mit meiner deutschen Chefin. War schon echt ne gute Zeit (mal abgesehen vom Putzen ;-))

 

CBD

 

Queenstown an sich ist echt winzig. Durch den See und die Berge ist die Fläche halt einfach begrenzt. Aber auf dieser winzigen Fläche wird einem so viel geboten. Bars, Restaurants, Shopping, Kunst usw.

 

 

 

 

 

 

 

Das einzige was es nicht so richtig gibt, ist ein ordentlicher Supermarkt. Es gibt nur einen 4square (und ein Stückchen außerhalb einen Freshchoice welcher ebenfalls teurer ist) und die haben in ganz Neuseeland horrende Preise, deshalb bin ich immer mit dem Bus 15 Minuten in ein großes Shoppingcenter etwas außerhalb in der Nähe der Remarkables Bergkette gefahren und habe mich jedes Mal über den tollen Ausblick auf dem Weg vom Bus zum Supermarkt gefreut.

 

 

 

Der See

 

Der Lake Wakatipu ist der 4. größte See in Neuseeland und so schön. Klares Wasser, einen kleinen Strandabschnitt und immer einen Blick auf die umliegenden Berge. Ich weiß nicht wie oft ich in meinen zwei Monaten hier am Wasser gelegen habe und mich meines Lebens erfreut habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

Markt

 

Jeden Samstag ist am See ein kleiner Touristenmarkt, wo man von Bildern über Ketten bis hin zu Töpferwaren alles kaufen kann. Ist wirklich sehr nett und kann man sich auf jeden Fall mal angucken aber die Preise sind natürlich jenseits von gut und böse aber die Händler wissen einfach, dass die Urlauber alle die Spendierhosen anhaben.

 

 

 

 

Botanischer Garten

 

 

 

Richtig hübsch ist auch die kleine Halbinsel mit dem botanischen Garten. Viele bunte Blumen, tolle Bäume, kleine Buchten und eine mega gechillte Atmosphäre.

 

 

 

 

 

 

 

Von Queenstown aus habe ich so viel unternommen, wie ihr schon in der Einleitung gesehen habt. Mir wurde es nie langweilig und das Beste – fast die kompletten 2 Monate war das Wetter traumhaft, sodass ich verdammt viel Zeit draußen verbringen konnte. Ob nun am See oder am Rand des Football Feldes (wenn die Jungs gerade Training hatten ;-))

 

 

The adventure capital

 

Hab ich doch fast vergessen den Grund zu nennen, weshalb die Meisten nach Queenstown kommen – um Geld auszugeben für verrückte Dinge wie Bungee, sich von einem Katapult abschießen zu lassen, durch Baumwipfel zu stromern, mit dem Jetboat zu fahren. Dieser ganze teure Scheiß, den man vermeintlich einmal im Leben gemacht haben muss. Nö, ich hab nix davon gemacht bis auf die JetBoat Sache und hatte trotzdem eine tolle ereignisreiche Zeit in Queenstown.

 

 

 

 

Schattenseite

 

Es war nun aber auch hier nicht alles Gold was glänzt, denn meine Jobs waren mehr als beschwerlich und undankbar. Mindestlohn und dann wurde man bei den Stunden auch noch gedrückt und sollte immer alles in einem super Tempo fertig haben, damit sie einem ja nicht zu viel zahlen müssen. Einen Tag war ich im Jucy Snooze Hostel und musste dort mit 6 Brasilianern über 100 Betten machen. Das war der absolute Horrer und mein Körper war nach dem Tag einfach nur von Schmerzen geplagt und das für einen Hungerlohn von 60 Dollarn.

Außerdem konnte einem der Verkehr und der Tourismus schon sehr den letzten Nerv rauben und ich konnte verstehen, dass vielen Urlaubern Queenstown nicht gefallen hatte. Es gibt keine Parkplätze. Wenn man in den Ort rein kommt herrscht ein riesen Verkehrschaos und man wird eigentlich immer und überall von einem Chinesen umgerannt. Ich bin dann irgendwann am Wochenende entweder gar nicht mehr raus gegangen oder dann eher in die kleinen Nachbarorte gefahren.

Es gibt zwar wahnsinnig viele schöne Menschen und man kann viele Männer kennen lernen aber am Ende sind die alle auch nur richtig doofe Jungs. Und das war nicht nur meine Erfahrung sondern auch die von anderen Mädels. Einige lebten dort ihr „best life“ und schleppten jede Woche eine andere Touristin ab.

Naja so ist das halt in einem so überlaufenen touristischen Ort. Dennoch hatte die Zeit in Queenstown für mich hauptsächlich schöne Seiten (und nach nem halben Jahr Leben in der Einöde sich mal wieder über doofe Jungs beschweren zu können hat doch auch was :-D)

 

Mein letzter Abend

 

Ich sitze allein mit meinem Mrs.Ferg Eis am See und schaue der Sonne beim Untergehen hinter den Bergen zu. Hinter mir spielt ein junger Mann am Klavier Yesterday von den Beatles. Mir rollen die Tränen hinter meiner Sonnenbrille die Wangen lang runter. Ich werde mein Paradies morgen verlassen. 2 Monate sind vorbei. Der Sommer meines Lebens ist vorbei. Ich werde diesen Anblick so sehr vermissen. Queenstown, liebe meines Sommers – ich werde dich niemals vergessen.

 

 

 

 

Als ich nach Hause komme (ja, ich nenne die Haka Lodge mein zu Hause, denn so fühlte es sich an) haben mir meine Kollegen eine liebe Karte und ein wahnsinnig hübsches Armband hingelegt. Mir kommen wieder die Tränen. Es fühlte sich so gut an, an einem Ort zu sein, an dem man gemocht wurde.

 

 

 

Fazit

 

Ich hatte eine so gute Zeit in Queenstown. So viele Stunden gelacht und getanzt. Fast jeden Tag in der Sonne gewesen. Von hier aus so viele Ausflüge unternommen. Ganz tolle Menschen kennen gelernt. Dankbar gewesen. Kurzum ich hatte einfach einen verdammt guten Sommer und ich werde mich mein ganzes Leben lang daran erinnern…

 

 



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