Tages Tour durch Ost Bali – Muttertempel, heilige Quelle und mehr

Tages Tour durch Ost Bali – Muttertempel, heilige Quelle und mehr

 

Jeden Tag, wenn ich in Ubud mein Homestay verlasse, laufe ich an einem Tourenstand vorbei. Und die bieten sogar „shared Tours“ an d.h. man hat eine festgelegte Route mit einem Fahrer und fährt mit anderen zusammen und zahlt dann viel weniger als mit einem eigenen Fahrer. Klang sehr gut für mich. Leider gab es die Tages Tour die ich eigentlich machen wollte nicht in den nächsten Tagen, da es keine anderen Interessenten gab und so konnte ich nur noch zwischen 3 vers. Touren wählen und entschied mich am Ende für folgende:

 

 

 

 

Hardfacts

 

Knapp 11 € für eine Tour mit 6 Sehenswürdigkeiten von 9 bis 16 Uhr. Große Erwartungen hatte ich da ehrlich gesagt nicht (für die privaten Touren hatte ich zwischen 25 und 40 € gezahlt).

Ich wurde früh um 7 von Starkregen geweckt. Der Himmel sah aus wie sich Deutschland anfühlt – dunkelgrau! Und es regnete und regnete. Ich war instant bedient und hätte die Tour am liebsten abgeblasen und weiter geschlafen aber Regenjacke eingepackt und die Wanderschuhe an und dann sollte das doch gehen

Ausgemacht war 9 Uhr vorn an der Straße. Bereits 8:40 stand Ketut bei mir auf der Terrasse und holte mich ab. Danach fuhren wir noch ein anderes Homestay an und sackten 4 Franzosen ein (Ich habe ja so meinen „Struggle“ mit Franzmännern und -frauen. Diese waren ganz ok aber von 4 Leuten konnte gerade mal eine englisch und die eine Dame war ganz empört, dass keiner französisch sprach. Wir sind uns also auch weiterhin nicht grün) Inzwischen zeigte sich auch der Wettergott gnädig und beendete den unschönen himmlischen Wasserfall.

An den Sehenswürdigkeiten selbst hat man dann immer nur 30 Minuten oder mal 45 Minuten Zeit. Das ist nicht viel und manchmal reicht die Zeit auch gar nicht. Kleiner Tipp: Guckt euch vorher die Bewertungen zu den Sehenswürdigkeiten an oder Bilder, damit ihr sofort wisst, was interessant ist und was sich lohnt anzugucken, denn dann kann man gleich bei Ankunft dort hin stürmen.

Ketut war ein super guter Fahrer. Sehr umsichtig und vorausschauend. Er sagte uns bei den Sehenswürdigkeiten immer gleich was sie kosten und ob man einen Sarong braucht. Ein sehr angenehmer Zeitgenosse.

 

 

 

Zuerst ging es dann zur:

 

 

Goa Gajah – die Elefantenhöhle

 

 

 

 

Was klingt der Name aufregend und interessant – klingt aber auch nur so. Es gibt keine Elefanten und auch sonst nichts super spannendes.

Denn im Grunde ist es eine winzige Höhle mit ein paar unspektakulären Steinelefanten Schreinen. Das einzig interessante ist der Zutritt zur Höhle, denn der führt durch eine Damönenfratze, also quasi direkt in den Dämonenschlund hinein.

 

 

 

 

 

Eintritt ca. 1€ und einen Leihsarong gab es dazu. Zum Glück waren wir gleich um 9 da, als der Parkplatz noch leer war, denn als wir nachmittags daran vorbei fuhren, stapelten sich die Autos und Mopeds dort.

Hübsch ist die Anlage ringsherum. Mit einem kleinen Wasserfall und einem Lotusteich, eingebettet in den Dschungel. Gefiel mir wirklich sehr gut. Während alle anderen die offiziellen Wege nahmen, jagte ich wieder querfeldein, immer auf der Suche nach einem guten Blickwinkel.

Nicht Wow aber kann man mal gesehen haben.

 

 

 

 

 

Tirta Empul – die heilige Quelle

 

 

 

 

Ich hatte keine Ahnung, dass wir auch dort hin fahren würden, denn auf dem Ausflugsplan nannte sich das Ganze Tampaksiring.

Jedenfalls war ich mega happy als ich sah, dass es sich um die berühmte heilige Quelle handelte, die wir da anfuhren. Ich hatte im Vorfeld schon viel davon gelesen und Fotos gesehen.

Eintritt wieder ca. 1€ inkl. Leihsarong. Diesmal band ich mir aber einfach mein eigenes Tuch um die Beine und das ging scheinbar auch absolut klar.

Überall waren wieder viele Regeln angeschlagen. Sarong tragen. Kein Eintritt für blutende Frauen und Haare hoch binden. Alles gut und schön aber mich nervt, dass das überall anders ist. Mal braucht man einen Sarong und mal nicht. Von Haare hochbinden oder eine Kopfbedeckung tragen habe ich hier zum ersten Mal gehört. Für mich alles verrückte unverständliche Regeln aber nun gut, ich versuche sie bestmöglich zu befolgen um niemanden auf die Füße zu treten.

Das berühmte Bild wie alle an diesen Wasserspeiern stehen und sich das heilige Wasser über ihren Kopf laufen lassen – genauso sah es dann auch wirklich in echt aus. Was man auf den Fotos allerdings nicht sieht, ist, dass große Fische mit in dem extrem klaren Wasser schwimmen. Also während die sich da heilig bewässern schwimmt dir mal so ein riesen Fisch zwischen die Beine.

 

 

 

 

 

 

 

Richtig cool fand ich die eigentliche Quelle. Habe das ja alles für Humbug gehalten aber Tatsache, es gab auf dem Tempelgelände einen See wo man richtig gesehen hat wie das frische Wasser aus der Erde empor quoll. Sehr interessant.

 

 

 

(es folgt ein erster Versuch ein Video hier einzubetten – ich hoffe, dass es funktioniert)

 

 

Hier ist das Gelände auch wirklich wieder außerordentlich hübsch und man hätte viel mehr Zeit hier verbringen können. Tolle große mystische Bäume, ein Weiher voller enorm großer Kois und eine hübsche Tempelanlage. Nur um wieder auf den Parkplatz zu kommen, wird man durch ein Exit Schild durch ein Labyrinth aus Verkaufsständen geleitet. Tipp von mir: Scheißt aufs Exit Schild und geht so raus, wie ihr gekommen seid, man läuft sonst ewig durch die Stände durch, die im Zick Zack angeordnet sind.

 

 

 

 

 

„Kaffeeplantage“ formaly known as Verkaufsveranstaltung

 

 

 

 

Da war sie, die Verkaufsveranstaltung. Ich hatte schon auf den Plänen gesehen, dass es entweder zur Kaffeeplantage oder zur Batikausstellung geht. War ja auch irgendwie klar, dass es an einer Stelle einen Verkauf geben würde. Die Tour ist ja nicht umsonst so günstig. Aber wisst ihr was, ich habe nichts gekauft. Ja, ich war der Arsch, der bei sowas nichts kauft. Die Franzmänner hatten dafür genug Plastiktüten voll.

Ich habe nur die Unterhaltung und die Verkostung mitgenommen.

 

 

 

 

Eine nette Dame führte uns durch einen Garten, wo Kaffee und Kakao und Ginseng und all so ein Zeug wächst. Sie erzählte ein bisschen was dazu. Nächste Station, ein armes schlafendes Luwiak Tierchen in einem ollen hässlichen Käfig. Darauf hatte ich ja keinen Bock. Dann ging`s weiter wo die Oma des Hauses werbewirksam den Kaffee per Hand über einem Feuerchen röstete und dabei nett in die Kamera lächelte. Süß, dass die das als Kaffeeplantage bezeichnen und so tun als wenn die dort wirklich was produzieren würden. Das war eher wie eine Art Freilichtmuseeum, wo den dummen Touris die Moneten aus der Täsch gezogen werden.

 

 

 

 

 

Dann gab´s eine Verkostung der verschiedenen Produkte die später im Shop erworben werden können. 1 Gläschen für 3 Leute. Da die eine Dame das nicht so hygienisch fand, musste ich das Glas dann nur noch mit der teilen die auch englisch konnte. Wir machten Witze darüber, dass es ist wie bei einer Party ist, wo am Ende jeder den Restschnaps aus einem Glas trinkt, was sicher nicht seins ist.

War schon ein wenig skurril aber das Meiste schmeckte erstaunlich gut. So gut, dass ich mir unter anderen Umständen vielleicht sogar was gekauft hätte. Aber 7 € für eine Art fertig Gewürzmischung, die man mit Wasser anrührt fand ich dann doch ein wenig happig.

 

 

 

Favoriten: Spice Tea, Rosella Tea und Coconut Coffee

 

 

 

Viewpoint Mt. Batur und Lake Batur

 

 

Auch wieder so eine schräge Geschichte. Man fährt eine sehr steile Serpentinenstraße den Berg lang hoch (ich hatte Mühe mein Frühstück in mir zu behalten) und dann kommt so eine winzige Aussichtsplattform. Der Parkplatz ist auf der anderen Seite der Straße. Aussteigen darf man noch aber sobald man die Straße zur Plattform überqueren möchte, muss man ca. 1€ zahlen. Aber was soll der Geiz. Für nen tollen Ausblick würde ich auch mehr zahlen. Und der Wettergott meinte es gut und brachte den Himmel zum Strahlen.

Und damit hatte sich für mich der Ausflug schon gelohnt und alles was danach kam war nur noch ein nettes Extra.

Auf ca. 1000 m liegt der See in einem ehemaligen Vulkankrater und dahinter erhebt sich der ca. 1700 m hohe Mount Batur, ebenfalls ein Vulkan, wie alle Anhöhen hier.

 

 

 

 

So ein schöner Ausblick. Kommt auf dem Foto mal wieder nicht so spektakulär rüber.

 

 

 

 

Besakih – der Muttertempel

 

Grundsätzlich sollte das das Highlight unserer Tour sein. Schon klar, dass die ihren größten und bedeutendsten Tempel als das Beste und Tollste und Wichtigste ansehen aber um ganz ehrlich zu sein, kann man sich den sparen.

Ich hatte im Vorfeld auch so Horrorstories bei Tripadvisor gelesen, dass die die Touris da hart übern Tisch ziehen und manche Guides sogar die Portemonnaies der Leute kontrolliert haben, ob denn da nicht doch noch ein bisschen mehr Trinkgeld drin zu finden wäre. Außerdem sollten die kleinen Kinder, die Postkarten verkaufen so nervig sein. Waren sie tatsächlich auch aber mich ließen sie komischerweise komplett in Ruhe. Die sehen wahrscheinlich schon wer Geld hat und wer nicht.

 

 

 

Aber es gab auch jede Menge hilfreiche Tipps bei Tripadvisor, die ich erfolgreich anwenden konnte.

Eintritt ca. 4,50€ inkl Leihsarong und eigentlich auch einem englisch sprechenden Guide (aber die wollen am Ende dann doch noch mal Geld).

Ich kann euch als grundsätzlichen Tipp nur immer wieder geben – „Do your research!“. Macht euch schlau bevor ihr einen Tourispot oder was auch immer besichtigen wollt.

Am Eingang wollten sie mir 2 mal einen Guide aufs Auge drücken und meinten, dass ich den Tempel nur mit Guide besuchen darf – Bullshit! Hört da nicht drauf. Sagt freundlich und bestimmt Nein, danke und dann geht das auch. Wenn ihr mehr Zeit habt und euch die Religion interessiert, dann nehmt doch den Guide und zahlt ihm dann auch ein bisschen mehr, wenn er sich Mühe gegeben hat.

 

 

 

 

 

Aber ich hatte genau 45 Minuten Zeit auf einem riesigen Gelände, welches am höchsten Vulkan Balis, dem Gunung Agung, auf 950 m gelegen ist. Und ich wollte ganz nach oben zum „Himmelstor“. Das heißte, ich machte im Stechschritt zuerst meinen Weg nach ganz oben bevor ich mir die restlichen Tempel ansah und schwitzte mir dabei die Seele aus dem Leib.

 

 

 

 

Insgesamt gibt es wohl 200 religiöse Gebäude auf dem Gelände. Wen das alles wirklich interessiert, der könnte hier definitiv den ganzen Tag verbringen.

 

 

 

 

Ich ging dann sogar noch ein Stückchen höher um mir den 3241 m hohen Gunung Agung anzusehen, allerdings hatte er sich bereits in seine Wolkendecke zurück gezogen und schlief. Man kann ihn wohl immer nur mal früh sehen, wenn man Glück hat. Meist hängt aber eine dicke Wolkendecke über dem ganzen Tempelgelände. 1963 gab´s den letzten richtigen Ausbruch, bei dem 1600 Menschen starben und die Meisten ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Letztes Jahr im November hat es wohl auch ein paar Eruptionen gegeben aber heute war davon nichts zu sehen. Ein Vulkan ließ sich nicht mal mehr erahnen.

 

 

 

 

Bukit Jambul Reisterrassen

 

 

Ich wollte ja eigentlich auch zu den Tegalalang Reisterrassen aber das ist mir dort ja viel zu touristisch und „overhyped“ und sie sollen außerdem so viel kleiner sein als Jatiluwih, von daher bin ich nicht traurig mir das gespart zu haben.

Bin aber happy, dass wir trotzdem noch mal kurz an einem Reisterrassen Ausblick angehalten haben. Weil es echt schön dort war und man hätte am Morgen auch einen tollen Blick auf den Gunung Agung gehabt aber ihr wisst ja, die Wolkendecke.

 

 

 

 

 

Hier war eigentlich ein Lunchstopp eingeplant aber ich bin ja immer nicht so dafür in Touriausflugslokalen zu essen, deshalb sagte ich nichts weiter als Ketut fragte ob wir hier essen wollen. Und ich glaube die Franzosen verstanden seine Frage schlichtweg nicht, sodass wir nach kurzem Zwischenstopp wieder ins Auto stiegen, sehr zum Leidwesen der Mitarbeiter des Restaurants, auf dessen Terrasse wir den Ausblick genossen hatten. (waren aber noch genug andere Touris dort, die da gegessen haben. Sie werden wegen uns also nicht pleite gehen)

 

 

 

 

Hochgerichtspalast von Klungkung

 

Ich hatte das zwar auf dem Plan gelesen aber null „research“ dazu betrieben, sodass ich keine Ahnung hatte was das jetzt sein sollte. Und auch hinterher war ich nicht schlauer und musste gerade erst mal Wikipedia bemühen.

Also Klungkung ist ein Regierungsbezirk und war früher ein wichtiger königlicher Standort. Zu Beginn des 20. Jh. fanden hier blutige Auseinandersetzung mit den Niederländern statt, die zu Massenselbstmorden der Balinesien führten. Mensch, das kann man sich heute gar nicht mehr von den niedlichen Holländern vorstellen, dass die mal so eine metzelnde Kolonialmacht waren.

Semarapura ist quasi die Hauptstadt von Klungkung (süßer Name, ne?!).

Und in diesem Ort gibt es verschiedene Sehenswürdigkeiten, die alle mit dem Cityticket für ca. 3€ angeguckt werden können.

Wir hatten wieder nur eine halbe Stunde Zeit und die reichte für einen kurzen Schwenk ins Museum, durch ein Monument und durch den Hochgerichtspalast und dessen hübschen Garten.

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin ja ein Geschichts- und Kulturbanause und mich interessieren die Hintergründe von Dingen auf Reisen immer nur sehr grob. Ich gehe da meist ganz oberflächlich heran und gucke nur ob etwas ansehnlich ist. Und das war der Palast von Semarapura auf jeden Fall.

Es gibt einen schwimmenden Palast auf einem Teich mit wunderschöner Deckenmalerei. Ringsherum einen netten kleinen Park und die Sonne lachte auch noch. Was will man mehr.

 

 

 

 

 

 

 

Man hätte sich in dem Ort aber noch viel mehr angucken können, wenn man mehr Zeit gehabt hätte.

 

 

 

 

 

 

Fazit

 

Man bekommt bei diesem Ausflug richtig viel fürs Geld. Für ca. 20 € habe ich heute verdammt viel von Balis Herz gesehen.

Allerdings hetzt man sehr durch die einzelnen Stationen durch. Gemütlich oder spirituell ist da absolut nichts.

Die Zeit ist halt leider sehr begrenzt, was bei einigen Sehenswürdigkeiten wirklich schade ist aber immerhin bekommt man so einen guten Überblick.

Ich war sehr positiv überrascht und kann diese Tages Tour nur weiter empfehlen.

 

 



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