Tempel / Instagram Tour in Central Bali

Tempel / Instagram Tour in Central Bali

 

Schöne Grüße aus Bali, falls jemand noch nicht mitbekommen haben sollte, dass ich auf meiner Tour um die Welt inzwischen dort gelandet bin.

Ich wollte unbedingt auch etwas sehen und nicht nur den ganzen Tag am Strand abhängen (was ja eh nicht so mein Ding ist) und essen (dazu wird es einen gesonderten Post geben, denn das Essensuniversum hier ist einzigartig).

Durch Tripadvisor fand ich dann einen guten Fahrer (Canggu Bali Driver) , mit dem ich mich gleich über Whats App kurz schloss. Er bot genau die Tour an, die ich mir für die Canggu Ecke vorgenommen hatte und einiges mehr. Das Problem war nur, dass ich allein bin und das so eine Tour allein scheiße teuer ist. Und andere Leute für sowas zu finden ist schwer. Aber da ich vermutlich nur einmal auf Bali bin und mir eben die ein oder andere Sehenswürdigkeit in den Kopf gesetzte hatte, musste ich halt in den sauren Apfel beißen und ca. 40 € nur für den Fahrer zahlen. Dazu kamen dann noch die diversen Eintritte, denn wirklich jeder kleine Scheiß kostet Eintritt. Das mag jetzt nicht viel klingen aber wenn man auf Weltreise ist ohne Einkommen, dann ist jeder Cent, ein Cent zu viel. Aber was soll der Geiz – YOLO (ja, ich bin total 2015 ;-))

 

Batu Bolong Tempel

 

8 Uhr wurde ich von John abgeholt. Ein junger stylisher Familienvater. Er fuhr total gesittet und sicher, was mir sehr gefiel, da ich in Asien schon oft so „fast and furious“ Fahrer hatte.

 

 

 

Unsere erste Anlaufstelle war der Batu Bolong Tempel, welcher genau neben dem Tanah Lot Tempel liegt. Zusammen kosten beide knapp 4€. Der Parkplatz, war zu meiner großen Freude noch super leer und am Tempel waren gerade mal 2 andere Frauen. Die erste Frage von John war ob ich meine Menstruation habe.- Wirke ich menstruierend? Oh John, so etwas fragt man eine Frau doch nicht gleich nach einer halben Stunde 😉 In dem Fall wurde aber allen Frauen diese Frage gestellt, denn im Hinduismus dürfen menstruierende Frauen keine Tempel betreten weil Frauen mit Menstruation schreckliche Wesen sind. Sie dürfen nicht mit Essen oder Wasser in Berührung kommen weil es sonst schlecht wird und oh mein Gott, wie würde man die Götter verärgern wenn man während seiner Menstruation einen Tempel betritt. In Westindien müssen Frauen während ihrer Periode sogar in einem Schuppen abseits der Familie leben. Holy Cow! Religion war mir schon immer ein Rätsel. Wer hat den cooleren imaginären Freund und wer die absurdesten Regeln.

 

Zum Glück war ich würdig (wäre Frau ja auch schön blöd, wenn sie die Wahrheit sagen würde, wenn es anders wäre, denn sorry aber soweit geht mein Respekt vor Religion dann doch nicht) und durfte die Tempelanlage betreten, denn es war „damn cool“. Der Batu Bolong Tempel liegt auf einem Vorsprung im Wasser und ist mit einer Felsbrücke verbunden. Betreten darf man das Herz des Tempels, als nicht Hindu, nie. Aber von außen angucken reicht mir tendenziell schon bei jeder Art von Glaubenseinrichtung.

 

 

 

 

Verdammt, war das Meer wütend. Scheinbar geht bei den tektonischen Platten unter mir gerade ordentlich die Luzie, denn die Erde bebt jeden Tag momentan in dieser Region. Am schlimmsten ist Lombok und die Gilis davon betroffen. Dort haben die Erdbeben soviel zerstört, dass die Gilis komplett evakuiert wurden. Auch auf Bali wackelt es öfter mal. Völligst Angsteinflößend im Bett zu liegen und auf einmal fängt alles um einen herum an zu schütteln und das für eine gefühlte Ewigkeit. Da können auch durchaus Tsunamis heran rollen. Momentan rollen aber nur ordentlich Wellen herein, was die Surfer hier sehr freut.

 

 

War jedenfalls eine sehr mystische Stimmung, dieser Tempel in den Monsterwellen.

 

 

Tanah Lot Tempel

Gleich daneben liegt der Tanah Lot Tempel. Dort war schon einiges mehr los. Abends soll hier die Hölle los sein, da viele zum Sonnenuntergang kommen und typisch Balinesische Tänze aufgeführt werden. Aber mir reichten die Mengen an asiatischen Touristen für die ich mal wieder eine Attraktion darstellte.

 

 

 

Dieser Tempel liegt bei Flut komplett im Meer und bei Ebbe ist er manchmal über einen schmalen Steg begehbar, allerdings nur für Hindus. Aber zur Zeit ist er nicht mal bei Ebbe begehbar, wegen dem aufgewühlten Meer.

Am Tempel wieder unzählige dieser bunten Schalen mit Opfergaben. Die liegen auf Bali alle 5 Meter irgendwo herum und man muss immer aufpassen, dass man nicht drauf tritt.

 

 

Die Wellen klatschten an den Tempel und die asiatischen Besucher freuten sich, wenn sie ein bisschen Gischt abbekamen.

 

 

 

Ich hätte mir von John ein bisschen mehr Information gewünscht. Er beantwortete zwar meine Fragen aber erzählte von sich aus nichts, was sehr schade war aber dazu gibt es ja zum Glück Google.

Denn Achtung – kleine Tempelkunde: es gibt unterhalb des Tempels eine kleine Höhle wo eine Süßwasserquelle entspringt. Süßwasser mitten im Meer, ziemlich abgefahren und deshalb auch ein totales Heiligtum was von Priestern und überhochgiftigen Schlagen bewacht wird.

 

 

 

Der Tempel ist auf jeden Fall zu Recht eines des beliebtesten Postkartenmotive, wobei mir Batu Bolong noch einen Ticken besser gefallen hat. So oder so beides ein Must See.

 

Jatiluwih Reisterrassen

 

Nach einer Stunde Fahrt kamen wir dann zu den Reisterrassen von Jatiluwih, die seit 2012 zum Unesco Weltkulturerbe zählen, wegen ihres einzigartigen Bewässerungssystem.

 

 

 

Eintritt 3 €. Ja, auch für Reisfelder muss man auf Bali Eintritt zahlen.

 

 

 

Auf 700 m liegen die riesengroßen Terrassen in den Berg gehauen und werden über kleine Kanäle bewässert, denn Reis steht ja zu gern mit seinen Füßchen im Wasser.

 

 

 

 

Total ländlich dort und trotz vieler Touristen fühlt es sich nicht überlaufen an. Die Luft ist kühl und frisch und einen richtig tiefen Lungenzug wert.

 

 

 

Die Farbe von den jungen Reispflänzchen ist der Wahnsinn. Ich habe noch nie ein so grünes Grün gesehen.

 

 

 

Im Jahr kann es bis zu 3 Reisernten geben, da der Boden hier besonders fruchtbar ist. Alles natürlich den Göttern geschuldet.

Man kann dann über kleine Wege ein bisschen durch die Terrassen spazieren und sich alles angucken. Sehr faszinierend. Ich hatte vorher schon Reisfelder gesehen aber in dem Ausmaß ist das schon etwas ganz besonderes.

 

 

 

 

Zum Essen wurde ich in ein Restaurant mit Aussichtsterrasse gekarrt. Das mag ich auf solchen Touren immer nicht, dass man meist gezwungen wird in ein bestimmtes Restaurant zu gehen. Der Ausblick war wirklich schön aber das Essen recht teuer, sodass ich nur eine kleine Vorspeise bestellte.

 

Wangiri Hidden Hill

 

Wieder eine Stunde Fahrt nach Bedugul. Ein recht touristischer Ort auf 1300 m Höhe, mit zwei tollen großen Seen und ganz speziellem Klima. Meist liegt eine Wolkendecke über dem Ort und es ist recht kühl. Hier werden sogar Erdbeeren angebaut. Was habe ich nicht schlecht gestaunt, als überall an den Straßenständen kleine Erdbeerkörbchen lagen.

Der Hidden Hill liegt oberhalb der Stadt und hidden, also versteckt, war das Ding vielleicht vor 5 Jahren. Inzwischen ist dort der Instagram Wahnsinn ausgebrochen. Ich bin ja auch total drin in dem ganzen Instagram Ding und freue mich über tolle Fotos aber was da los war, war einfach nur lächerlich. Auf dem Bergkamm alle paar Meter ein Restaurant oder ein Platz wo es irgendwas instagramtaugliches gab. Eine Leiter ins Nichts. Ein Fenster in den Wolken. Ich wurde zur Vogelnest und Schaukelecke gekarrt. Wenn man Instagram zur Zeit öffnet und Beiträge aus Bali betrachtet, dann kann man sich sicher sein, dass auf etlichen Bildern solch ein Motiv auftauchen wird. „the hype is real“. Über 6 € Eintritt in einen Bereich mit 2 Schaukeln und 4 Vogelnestern. Da habe ich nicht schlecht gestaunt. Aber man kann ja da auch nicht weg. Das ist so in der Tour mit drin und dann wird das halt auch gemacht. Und dann lässt man sich auch auf den Scheiß ein. Die Fotos, bei denen man teilweise sogar ausgeleuchtet wird, sehen am Ende toll aus, keine Frage aber es ist halt irgendwie unfassbar albern.

 

 

 

 

 

So eine große Schaukel über dem Abgrund hätte man auch machen können aber ich habe es aus 2 Gründen nicht gemacht. Ich saß schon in der Warteschlange aber vor mir waren 8 Leute und bei jedem dauert es ja auch einige Minuten und während ich da saß habe ich mir das Ganze aus Sicherheitsaspekten angesehen und entschieden, dass man nicht jeden Scheiß mitmachen muss. Ein Mädchen war etwas ängstlich auf der Schaukel und hat das auch vorher mitgeteilt und trotzdem haben die Jungs sie so doll angeschubst, dass sie fast mit weinen anfing, während die Jungs lachten. Echt ne doofe Aktion und auch Fototechnisch hätte das ganze, meiner Meinung nach aus der Position nicht so schön ausgesehen, da der Fotograf viel zu flach gestanden hätte. Also nee, richtige Entscheidung es nicht zu tun und nur die kleinere Schaukel zu beanspruchen.

 

 

 

 

Und auch so generell würde ein deutscher Sicherheitsbeauftragter diese Anlage sicher sofort sperren lassen, denn wackelige Vogelnester mitten am Abgrund können einfach nicht sicher sein. Wer mehr von meinen Vogelnestaufnahmen sehen will, sollte in den nächsten Tagen hier rüber switchen – Instagram: enfant_terrible86 

 

 

 

 

Äffchen

 

 

 

 

Auf dem Weg den Berg hinauf (krass steile Serpentinen teilweise. Ich war sehr froh über meinen erfahrenen Fahrer, wobei ich doch einige verrückte Touristen mit Rollern gesehen habe) hatte ich an so Haltebuchten ganz viele lustige Äffchen gesehen. Deshalb fragte ich John, als wir herunter fuhren, ob wir dort mal anhalten können.

 

 

 

Er gab mir noch eine Warnung, dass ich mich vor den Viechern in Acht nehmen soll und in der Tat waren die Herrschaften nicht ganz ohne. Ein junger Mann gab ihnen aus einer Wasserflasche etwas zu trinken und als er sie dem Affen wieder weg nehmen wollte, hätte dieser ihn fast gebissen, sodass die Wasserflasche ab jetzt dem Affen gehört.

 

 

 

 

Aber seht euch die putzigen Dinger mit ihren kleinen Schnurrbärten mal an. Ich hätte Stunden dort verbringen können und mir deren menschliches Verhalten angucken können. So lustig!

 

 

 

 

Handara Gate

Und ein weiterer Instagram Spot. Das Tor, was eigentlich nur der Eintrittsbereich zu einem Golfresort ist aber durch Instagram so berühmt wurde, dass inzwischen natürlich auch hier ein Kassenhäuschen steht. Eintritt 2€ um dann in einer Warteschlange zu stehen und eines der berühmten Fotos vor dem Tor zu machen.

 

 

Ich war völligst überfordern und drückte John nur meine Kamera in die Hand und machte ein paar Posen um dort schnell wieder zu verschwinden. Dabei habe ich dann leider auch vergessen, mal zu versuchen ein schönes Foto ohne Menschen hinzubekommen. Und unscharf ist mein Foto dann auch noch geworden also eher so mäh. Nicht sein Geld wert und mir mal wieder viel zu verrückt. Wie ein Foto solch einen Hype auslösen kann, dabei fand ich das Motiv schon bei Instagram nie sonderlich atemberaubend. Da gibt es definitiv fotogenere Tore auf Bali.

 

 

 

Ulun Danu Wassertempel

 

Zum Schluss dann noch etwas Kultur. Eintritt hier ca. 3€. Leider völligst überlaufen das Ganze und noch schlechtes Wetter. Ich war ein wenig enttäuscht. Die Parkanlage ringsum den Tempel ist sehr schön aber auch so ein klein bisschen Disney Land, wobei Kitsch im Hinduismus ja auch vorkommt. Maiskolben als Papierkörbe. Spongebobs die einem den Ausgang weisen. Schräges Zeug eben.

 

 

 

Der Tempel mitten im Bratan See ist sogar auf dem 50000 IDR Schein abgebildet. Eigentlich ein hinduistischer Tempel hat aber im inneren auch einen Buddha. Der Vulkansee gilt als heilig und ist eine der wichtigsten Wasserquellen auch für die Reisfelder.

 

 

Der See hat mir sogar besser gefallen als der Tempel. Hat mich fast ein bisschen an Kanada erinnert. Ein großer See auf dem man Boot fahren konnte und im Hintergrund die Berge. Echt schön.

 

 

 

 

Wahrscheinlich muss man hier Glück haben und gutes Wetter erwischen und dann am besten ganz früh kommen um nicht mitten in ganzen Busladungen zu stehen.

 

 

 

 

 

trauriges Erlebnis

Mein erster Verkehrstoter in Asien. Einen armen Kerl auf einem Roller hatte ein Auto erwischt. Der Roller war nur noch halb so groß und der tote Mann lag mit einer Plane bedeckt auf der Straße. Mein Fahrer John, war genauso geschockt wie ich von dem Anblick, denn man mag es bei dem irren Verkehr kaum glauben aber Unfälle passieren hier sehr selten und schon gar keine tödlichen. Auch der nette Leipziger Besitzer vom District erzählte mir später, dass tödliche Unfälle so gut wie nie vorkommen und er in 1,5 Jahren, die er hier lebt, noch keinen gesehen hat.

Ich meine die Leute transportieren alles auf ihrem Roller. Eine 4 köpfige Familie inklusive Vogelkäfig, einen Baum oder mehrere dieser Wasserspender. Total unglaublich, das da nicht viel mehr passiert.

Dank Google bin ich jetzt auch schlauer zum Thema Tod im Hinduismus. Mega interessantes Gebiet mit der ganzen Wiedergeburt, Karma und dem ganzen Kram. Quintessenz des Ganzes ist aber, dass ich gar nicht traurig sein muss über den armen Kerl, denn Tod bedeutet nicht Verzweiflung sondern Befreiung. Der Übergang von einer Existenz in eine neue.

 

Fazit

 

Ich habe so viel auf der Tour gesehen, dass mein kleines Gehirn das gar nicht richtig verarbeiten kann. Viele tolle Orte gesehen, interessante Sachen gelernt und wunderschöne Fotos geschossen.

Die Tour war fast genau das was ich erwartet hatte, auch wenn ich mir weniger von dem ganzen Instagramhype und mehr Informationen zu allem gewünscht hätte.

Ich habe an einem der Tempel auch eine Tour gesehen, wo der balinesische Reiseleiter sogar deutsch gesprochen hat und extrem viel erklärt hat. Wenn man also mit mehreren Leuten auf eine Tour geht, dann lohnt es sich vorher auf jeden Fall gut zu recherchieren und vielleicht auch etwas mehr Geld auszugeben, was ja in einer Gruppe nicht weiter tragisch ist.

Insgesamt dennoch ist diese Tour  zu empfehlen.

 



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