Trainriding the world – Coastal Pacific von Christchurch nach Blenheim

Trainriding the world – Coastal Pacific von Christchurch nach Blenheim

9. März 2019

Es gibt 3 vers. Zugrouten in Neuseeland. Ziel ist es alle zu fahren. Der Coastal Pacific fährt nach dem Erdbeben in Kaikoura 2016 erst seit 1.12.18 wieder und ich wollte ja bereits von Picton aus damit fahren. Leider habe ich es nicht so lange in Picton (warum liest du hier) ausgehalten um den 1.12. abzupassen.

Deshalb passte es dieses Mal ganz gut, da ich eh nach Blenheim musste. Da konnte ich das gleich mit dem Zug verbinden.

Aber ich sag’s gleich vorweg. Schöne Bilder muss heute keiner erwarten, denn ich hatte auf dieser Fahrt in jeglicher Hinsicht kein Glück. Aber von vorn:

 

Hard Facts

 

Der Coastal Pacific verkehrt zwischen Picton und Christchurch auf einer Strecke von ca. 280 km in 6 h Fahrzeit. Meine Route bis Blenheim (was kurz vor Picton liegt) hat mich im Sparticket 103 Dollar gekostet. Nicht gerade wenig aber der Bus würde auch schon 70 Dollar kosten. Außerdem bin ich ja Zug Fan und mit der deutschen Bahn hätte es mindestens so viel in Euro gekostet.

 

 

 

Los geht’s

 

5:20 klingelte der Wecker und 6:10 holte mich das Supershuttle für preiswerte 7 Dollar vom YHA Christchurch ab und brachte mich und einen anderen Gast zum Bahnhof. Mit uns kam auch gerade der Zug an.

 

 

 

 

Um 7 ging sie dann los die gemütliche Spazierfahrt.

Ich war mir unsicher mit meinem Sitzplatz. Denn ich saß in Fahrtrichtung, so dachte ich und würde somit an der Meerseite sitzen. Die Fahrt ging los und ich saß auf einmal rückwärts. Die anderen Reisenden waren genauso verwirrt wie ich. Bis die Schaffnerin kam und feststellte, dass in unserem Abteilbereich die Sitze falsch herum waren. Mit einem Klick drehte sie die Sitze wieder richtig herum sodass wir wieder in Fahrtrichtung saßen. Leider ich nicht auf Meerseite. Schon der erste Fail.

 

 

 

 

Großer Kritikpunkt

 

Was habe ich mich im Vorfeld der Reise geärgert. Die „Scenic Routes“ mit den Zügen hier sind ja deshalb so toll weil es einen offenen Wagen gibt von dem aus man ganz ohne Fensterscheibe Fotos machen kann. Dort hatte ich während meiner Tranzalpine Reise 90% der Zeit verbracht und es sehr genossen (den Beitrag findest du hier). 2 Tage vor der Reise bekam ich eine Mail, dass diese offenen Wägen ab jetzt nicht mehr verfügbar wären weil sich zu viele Passagiere zu weit heraus gelehnt und sich verletzt haben (wenn es zb in den Tunnel ging). Ich bin mir sicher, dass zu viele Passagiere in dem Fall Chinesen (#noracist aber zu viel Negativerfahrungen bei meiner ersten Zugfahrt hier) heißt, denn die verhalten sich immer selten dämlich und würden für ein vermeintlich gutes Foto überall hinklettern und sich heraus hängen.

Ich versuchte daraufhin meine Fahrt zu stornieren, da ich die Fahrt mit dem angepriesenen offenen Wagen gebucht hatte. Ich bekam als Antwort, dass es die Aufgabe vom Zug ist mich von A nach B zu bringen und nicht mir schöne Bilder zu verschaffen. Fair enough – wo sie Recht haben.

Somit musste ich die Zugfahrt ohne offenen Aussichtswagen antreten. Die Schaffnerin entschuldigte sich noch mehrmals und erklärte die Situation erneut. Allerdings finde ich, dass man ganz schnell eine Lösung hätte finden können in dem man den offenen Wagen grobmaschig vergittert. Sowas ist ja nun keine große Arbeit. Naja genug gemeckert. Nicht zu ändern.

 

 

 

 

Der Zug

 

Der Coastal Pacific ist genauso aufgebaut wie der Tranzalpine nur mit weniger Waggons. 2 um genau zu sein und einem Café Waggon. Der Zug ist schon echt schick. Viele große Fenster und alles mit Holz verkleidet. Macht schon was her. Schöner als so nen oller ICE.

Wir bekamen auch dieses mal wieder Kopfhörer und es wurden an vers. Stationen Erklärungen zu Neuseeland und der Landschaft abgegeben. Ich mag, dass es über Kopfhörer funktioniert weil ich so entscheiden kann ob ich mir das alles anhören will. Das ständige Gequatsche hatte mich bei meiner Busfahrt von Queenstown nach Christchurch (siehe hier) ja so genervt. Deshalb war ich hier sehr froh über die Stille.
Auch der Café Wagen sieht sehr vornehmen aus. Und auch die Preise sind gar nicht so übel. Eigentlich wie in einem normalen Café. Witzig finde ich immer noch, dass ein kleines Bier genauso viel kostet wie eine größere Menge Gin Tonic oder Jacky Cola.

 

Die Fahrt

 

Es ging bei grauem Wetter und Nieselregen durch die hügeligen Kerrygold Werbelandschaften (ja, ich weiß dass die eigentlich in Irland sind). Ich beobachte Lämmer und Kälbchen beim Spielen und kämpfte mit zufallenden Augen aufgrund des Wetters und der frühen Uhrzeit.

Nach den rolling Hills wurde die Landschaft wieder rauer und wir fuhren durch vers Schluchten, vorbei an native Bush und Yukka Palmen.

 

 

Kaikoura

 

In Kaikoura hatten wir einen kurzen Stopp und ich dachte an meine schöne Zeit hier (Beiträge hier und hier). Irgendwie hatte ich insgeheim gehofft bei dem Stopp ein Bild vom Zug und mit den Bergen im Hintergrund zu machen aber wie so oft, lagen die Berge in dichte Wolken gehüllt. Wegen der knappen Zeit rannte ich trotzdem kurz los für ein paar Aufnahmen um dann beim Hupen des Zuges bereits wieder in meinem Sessel zu sitzen.

 

 

 

 

Die Strecke

 

Hinter Kaikoura war ich schon ein paar mal an den Seehunden mit dem Bus vorbei gefahren, die da ganz nah neben der Straße sich alle zu Hauf herum wälzen. Und auch mit dem Zug war es eine grandiose Ansicht wie die klopsigen Faulpelze da ihrem Leben frönten. Ich hatte mittlerweile die Fensterscheibe im Gang für mich entdeckt um auch etwas von der Meerseite zu sehen und hielt mich von da an, fast nur noch dort auf. Lieber stehen mit Aussicht als sitzen mit nichts. #Lebensmotto 😉

 

 

 

 

 

 

Ich sah sogar einen Delfin aus dem Wasser hüpfen. Das Meer war heute recht rau und wild, so wie ich es am Meisten liebe. Von daher war es für mich sehr entspannend einfach nur aufs graue Meer hinaus zu schauen und an nichts zu denken. Meditation beim Zug fahren quasi. Dadurch, dass ich die Strecke aber bereits 3 Mal mit dem Bus gefahren war, gab es den Großteil der Fahrt nichts Neues für mich zu entdecken.

 

 

 

 

 

(Edit: Zu allem Überfluss scheine ich ab hier auch ausversehen meine Fotos gelöscht zu haben, somit gibt es leider keine Kerrygold Hügel oder Salzseen. Oh, wie mich das gerade ärgert. Zum Glück ist mir sowas nicht mit wichtigeren Fotodatein passiert!)

Erst als wir unsere Route vom Meer abwendeten und ins Inland fuhren, gab es auch für mich wieder ein paar neue Entdeckungen. War gerade noch das wilde Meer an mir vorbei geflogen, fuhren wir nun durch sanfte grüne Hügel hindurch und wurden ständig von Kühen und Schafen unter die Lupe genommen.

 

Richtung Blenheim

 

Nachdem wir aus den grünen Hügeln heraus kamen und wieder Richtung Meer fuhren taten sich links und rechts neben der Zugstrecke rötliche Salzseen auf. Soetwas hatte ich zuletzt in Sardinen gesehen aber noch nie in Neuseeland. Wieder ein ganz anderer Teil der Landschaft. So vielseitig dieses Land!

 

Ankunft in Blenheim

 

Püktlich um eins rollten wir dann in Blenheim ein. Den Bahnhof dort hatte ich mir ja auch bereits das ein oder andere Mal angesehen und ich muss sagen, dass das der schönste kleine Bahnhof der Strecke des Coastal Pacific ist.

 

 

 

Fazit

 

Ich bin ja nun Zugfan und von daher war es für mich ein Muss mit dem Coastal Pacific, allerdings würde ich dieser Strecke dennoch keine Empfehlung geben, da sie nicht annährend so spektakulär ist wie der Tranzalpine. Ich hatte eine schöne Fahrt im schicken bequemen Zug mit interessanten Informationen aber eine aufregende Fahrt war es auf keinen Fall. Den Tranzalpine würde ich hingegen sogar Leuten weiter empfehlen die sonst nie mit dem Zug fahren, eben weil sie so herrlich spektakulär ist. Allerdings sollte man da auch vorher noch mal drauf achten, dass inzwischen dieser Aussichtswagen wieder freigegeben ist, denn bisher (aktueller Stand Mitte August) habe ich noch nichts wieder gehört, dass es den Aussichtswagen gibt (hat aber vielleicht auch einfach mit Winter zu tun)

 

 

 



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