Von Queenstown über Mt. Cook nach Christchurch

Von Queenstown über Mt. Cook nach Christchurch

7. März 2019

Es war Zeit lebewohl zu Queenstown zu sagen und endlich Mt. Cook(ie) noch mal einen ordentlichen Besuch abzustatten und das ging am Besten mit einer Bustour von Intercity/Great Sights.

7:30 ging es los mit einem Great Sights Bus. Wir fuhren einige Hotels ab und sammelten noch andere Passagiere ein, 70% Chinesen. Wir hatten sogar eine chinesische Reiseleiterin.

Ich hatte mir gleich den vordersten Platz am Fenster gesichert und war mehr als froh darüber, denn es gab eine riesige Fensterfront zum heraus gucken (die sich im Folgenden noch sehr lohnen sollte).

Und dann fuhren wir langsam aus Queenstown heraus und mir liefen die Tränen in Strömen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so traurig sein könnte, eine Stadt zu verlassen. (was und warum es mir so gut gefallen hat, könnt ihr hier nachlesen)

Nach kurzer Zeit war klar, das Ganze ist nicht nur eine normale Intercity Busfahrt von A nach B, nein es ist eine Great Sights Scenic Tour (obwohl ich es mit meinem Intercity Buspass gebucht habe, mit 10 Buststunden (gibt es auf der Website für 95 Dollar) – Preis für die Tour ohne Buspass 160 Dollar)

Es wurde vom Fahrer viel kommentiert und die chinesische Reiseleiterin kommentierte alles über Kopfhörer für die Chinesen. Also nix mit einem Nickerchen an Board.

Erster Halt – ein Obsthof in Cromwell

dem Obstanbaugebiet in NZ. Ich futterte mich erst mal durch den Probiertisch. Pfirsichnekatrinen oder Pfirsichpflaumen. Sowas muss man ja alles mal probieren.

Aber ich brauchte nichts und guckte mir lieber den hübschen herrlich duftenden Rosengarten an.

Dann ging es weiter nach Omarama. Während der Fahrt erzählte uns der Fahrer unendlich viele Stories. Unter anderem von Shreck dem Schaf. Süße Geschichte. Irgendein besonderes Schaf, was abgehauen war und 6 Jahre in einer Höhle in den Bergen verbracht hat bis ihn jemand gefunden hat. Zu dem Zeitpunkt war es voller Wolle. Der Finder machte ein Foto wie er das Schaf auf dem Rücken ins Tal trug und schickte es an die Zeitung und ab diesem Zeitpunkt wurde das Schaf zum Star und war sogar überall im internationalen Fernsehen zu sehen. Um es Shrek zu nennen wurde eine Erlaubnis bei DreamWorks angefragt. Diese bekamen sie nur weil sie alle zukünftigen Einnahmen im Namen des Schafes an eine gemeinnützige Organisation spenden. Er ließ im Bus sogar ein Buch über Shrek herum gehen. Und wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist Shrek sogar im Te Papa Museem in Wellington ausgestellt (edit: ich hab das Schaf im Museum nicht gesehen). Eine sehr süße Geschichte.

 

Lindis Pass

Der höchste Punkt heute mit 960 Meter. Sah gar nicht hoch aus. Seichte Hügel aus Steppenlandschaft. So verrückt wie schnell sich die Landschaft hier verändert. Kurzer Fotostopp und weiter ging es.

Omarama

Wenn ihr wissen wollt wo der Hund begraben ist, dann kommt nach Oamarama. 7 Häuser, eine Tankstelle, 2 Cafés, ein Supermarkt und ein Antiquitätengeschäft. Hier hielten wir 30 Minuten weil der Fahrer seine gesetzliche Pause brauchte. Ich setzte mich in die Sonne und wartete, denn mehr gab es hier nicht zu tun.

Lake Ruathaniwha (bei Twizel)

Dort war ich ja schon mal zu Zacks Ruderwettkampf mit meiner Alpakafamilie (Beitrag hier). Nur diesmal sah die Wasserfarbe wesentlich beeindruckender aus. Diese Farbe entsteht durch das sogenannte Steinmehl im Wasser, was das eigentlich klare Wasser so milchig werden lässt. Toller Effekt. Das Steinmehl entsteht, wenn sich die Gletscher bewegen und durch die Reibung das Steinmehl abgetragen wird. Es gibt übrigens 300 Gletscher im Mt.Cook Nationalpark.

Mt.Cook Viewpoint

Einer der berühmtesten Viewpoints in Neuseeland ABER man kann leider nicht immer Glück haben im Leben. Es war zwar schön sonnig aber super diesig, sodass Mt. Cook unter einem dicken Schleier lag. Unser Fahrer erklärte uns, dass das Sand aus Australien ist, der da durch die Luft flattert. Können die Aussies ihren Sand bitte behalten?! Kein (so richtig) schönes (Instagram) Foto bekommen 😢 (aber in der Nachbearbeitung versucht alles heraus zu holen)

Dafür war die Fahrt zum Mt. Cook und meine geschossenen Fotos aus dem Busfenster umso erfolgreicher oder was denkt ihr?!

Die Beiträge zum Hooker Valley Hike und zum Mt. Cook Village gibt es morgen und übermorgen.

2 Tage später ging es dann weiter um 14:30 vom YHA nach Christchurch. Gleicher Fahrer wie Mittwoch. Also gab es wieder unendlich viele Erklärungen. Zu viele, wenn ihr mich fragt. Jeder Baum und jedes Feld wurden erklärt.

 

Lake Tekapo

Wir hatten sogar 25 Minuten Zeit hier weil der Bus uns erst ablud und dann in den Ort fuhr um Leute aufzusammeln. Ich war ja bereits Anfang Dezember hier, zur Lupinen Blüte. Damals war es leider sehr grau, der See leuchtete nicht so richtig blau aber dafür sah man Mt.Cook/Aoraki. Diesmal schien zwar die Sonne und die erstaunliche Farbe des Sees poppte so richtig. Aber dafür hatten sich die Wolken von heute früh am Mt. Cook/Aoraki fest gehangen und die Lupinen Blüte war auch vorbei. Man kann halt nicht alles haben. Aber wenn ich beide Bilder kombiniere, dann habe ich quasi alles hier gesehen was es tolles zu sehen gab. Diesmal war auch der Sheepdog nicht eingerüstet, sodass ich von ihm auch ein Foto machen konnte.

Eine Stunde später waren wir dann in

Geraldine

Auch ein Örtchen mitten in der Pampa ABER jeder der hier schon mal im Supermarkt Marmelade, Soße oder Getränkesirup gekauft hat, der wird die Marke Barkers schon mal gesehen haben oder genauso lieben wie ich. Mega cooles Verpackungsdesign, gute Zutaten, weniger Zucker. Geiler scheiß und dieser geile Scheiß wird in Geraldine produziert. Ich habe auch einen Shop bei der Durchfahrt gesehen aber leider hielten wir am anderen Ende des Ortes für 30 Minuten.

Und ich muss sagen, Geraldine ist gar kein so übles Örtchen. Don’t get me wrong – es ist immer noch ein Kaff irgendwo im nirgendwo aber es gibt ein paar süße Häuschen und coole Shops, wie diesen Coffeeshop aka Burgerladen aka T-Shirt Shop.

Wir wurden vor einem Cafe abgeladen mit Shop und Touristenbüro. Ich hatte inzwischen extrem Hunger, da ich nur Frühstück hatte und dann eine ordentliche Wanderung (Beitrag dazu übermorgen). Und da solche Cafés tendenziell zu teuer sind, suchte ich den örtlichen Supermarkt auf und kaufte mir unter anderem eine leckere Flasche Barkers Erfrischungsgetränk.

Nach einer halben Stunde ging es dann weiter nach Christchurch.

YHA Christchurch CBD

Auch eines der etwas höherpreisigen Hostels aber dafür hat es auch eine super Lage, genau zwischen botanischem Garten und Innenstadt. Man kann alles locker zu Fuß erlaufen.

2 große Küchen, nen Garten und eine große Lounge. Auch das Gebäude ist total hübsch. Von außen sieht es gar nicht so groß aus aber innen kann man sich echt verlaufen. Hübsch eingerichtet. Gefällt mir an sich sehr gut, allerdings könnte man an einigen Ecken doch ein bisschen mehr auf die Sauberkeit achten. Verschimmelte Ablagen in den Duschen müssen echt nicht sein. (hier spricht der 4 Monate in Hostels geputzt Experte)

Christchurch

Ich war ja bereits 2 mal hier. Was ich mir da so alles angesehen habe, könnt ihr hier, hier und hier nachlesen.

Diesmal habe ich mir ein paar andere Ecken angesehen, wie z.B. die Cathedral of the blessed sacrament. Diese wurde neben der Christchurch Cathedral auch so schwer beim Erdbeben 2011 beschädigt. Sie sieht dabei aber noch viel beeindruckender aus. So ein richtig mystischer Lost Places Ort.

Ein bisschen weniger morbide geht es in der neuen Taruanga Bibliothek zu. An meinem letzten Tag vor 4 Monaten bei dem schwulen Pärchen hier, wurde die Bibo gerade eröffnet und es wurde groß im Fernsehen darüber berichtet. Und ich war schwer begeistert. Das hat mit einer verstaubten alten Bibo gar nichts gemein. Viele Lichter, helles Holz, eine große kinderfreundliche Ecke, 5 Etagen und Räume mit modernster Technik für Ton und Videoaufnahmen um seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Da das Wetter auch eher wenig sommerlich war zum Wochenende, war die Bibo auch außerordentlich gut besucht. Man könnte hier den ganzen Tag mit den Millionen Büchern und anderen Dingen zubringen. Es kleines Cafe gibt es auch, damit man beim ganzen lesen und spielen nicht verhungert. Definitiv die modernste Bibo, die ich je gesehen habe.

Generell fand ich die Stadt jetzt viel lebendiger und es hat sich in den 4 Monaten, wo ich unterwegs war, so viel in der Stadt verändert. Neue Gebäude wurden fertig gestellt, mehr Graffiti an die Wände gebracht und mehr Foodtrucks aufgestellt. Die Stadt hat eigentlich so viel Potential. Sie könnte sich komplett neu erfinden und an einigen Stellen ist das auch schon erfolgreich geschehen aber dennoch sieht ein Großteil der direkten Innenstadt einfach nur schlimm aus und das fast 10 Jahre nach der Katastrophe. Meine Bankberaterin hatte mir damals erklärt, dass es wohl immer noch Streitigkeiten mit Versicherungen und Besitzern gibt und deshalb viele der gruseligen kaputten großen Gebäude noch herum stehen. Es gibt aber zwischendrin so coole moderne Gebäude, ganz viel Kunst, Innovation, Open Air Kino, tolle Orte aber irgendwie wirkt alles immer so ein bisschen wie eine Geisterstadt. Da liegt die coole Bar im stylishen Neubau genau neben einer riesen Baulücke und 5 kaputten Hochhäusern. Das wirkt dann leider irgendwie sehr verstörend.

Cool finde ich auch dieses neue Projekt mit diesen kleinen Electro Scootern. Das wurde damals als ich hier war auch gerade erst ins Leben gerufen und wird mega gut angenommen. Wie es bei uns in Deutschland in vielen Städten diese Leihfahrräder per App gibt, gibt es hier solche kleinen Electro Scooter. Man sieht so viele Menschen damit herum sausen und ich finde es eine absolut klasse Idee und freue mich zu sehen, dass alle es nutzen. Bei der Einführung war das noch komplett kostenlos. Wie es jetzt ist weiß ich leider nicht.

Ich hoffe jedenfalls, dass sich in den nächsten 5 Jahren hier alles zum Guten wenden wird, denn dann kann die Stadt eine junge innovative moderne Stadt werden, die viel zu bieten hat.

Mein Highlight – Food! Bei Happy Cow, hatte ich mir das Green raus gesucht. Am Ende der Cashel in einem stylishen neuen Wohn/Workspace Komplex liegt das kleine Cafe/Restaurant mit viele Säften, Smoothies, Acai Bowles und leckeren kleinen Snacks. Ich war total angetan, da es super viel veganes gab. Ich entschied mich für einen Burrito mit veganem Käse und Majo und einem Bounty Bar. Preistechnisch, nicht gerade günstig aber so okay wie alle veganen To Go Snacks bisher so waren. Beides super lecker und absolut zu empfehlen.

Fazit

Ich bin froh, dass ich die Bustour nicht an einem Tag gemacht habe. Das wäre extrem anstrengend geworden, vor allem auch mit den ständigen Erklärungen vom Busfahrer. Aber so war es echt eine richtig tolle Fahrt, wo ich viel von der Landschaft gesehen habe und quasi einmal quer von Südwest nach Nordost gefahren bin. Schön, fand ich auch die vielen Fotostopps zwischendurch.

Jedem der kein eigenes Auto zur Verfügung hat, kann ich diese Fahrt nur wärmstens ans Herz legen.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere