Whynotbus Tour Perth – Exmouth – Perth Teil 2

Whynotbus Tour Perth – Exmouth – Perth Teil 2

 

Zu Teil 1 meines Roadtrips kommt ihr hier aber wenn ihr mehr über Monkey Mia und Coral Bay lesen wollt, dann bitte weiter runter scrollen…

 

Tag 5 – Delfine füttern in Monkey Mia und Campen im Outback

 

Ihr erinnert euch daran, dass wir den Schnarcher der Gruppe mit in unserem Hostelzimmer hatten?! Während die eine Hälfte im Zimmer selig schlief, war die andere damit beschäftigt sich von rechts nach links zu wälzen und auf den nächsten Tag zu warten. Ratet mal zu welcher Gruppe ich gehörte?!

Gegen halb 6 reichte es mir stand auf und lief zum Strand zum Sonnenaufgang.

Sonnenaufgänge sind das Gute, wenn man einen schlechten Schlaf hat. Und dieser war wirklich außerordentlich schön.

 

 

 

Noch schöner waren aber die Pelikane, die so langsam an den Strand geflogen kamen.

 

 

 

 

8:45 Uhr war nämlich Delfinfütterung angesagt. Und da wollten die Pelikane auch etwas vom Kuchen abbekommen.

Um 8 wurde ich schon vom Personal vom Pier verscheucht weil dort die Delfinruhezone begann und man die Tiere nicht stören sollte. Na gut, also setzte ich mich an den Strand und guckte zu wie so langsam alle Delfine eintrudelten und mit ihnen auch die vielen Leute, die das Spektakel miterleben wollten, denn ein paar von ihnen hatten die Chance einen Delfin zu füttern.

Ich bin ja eher kein Freund von solchen Sachen aber die Delfine werden schon seit 1960 hier regelmäßig gefüttert. Sie bekommen immer nur eine winzige Portion um nicht zu verlernen wie man jagt. Ich hoffe, dass das auch wirklich alles cool ist.

War ordentlich was los bei der Delfinfütterung. Ein nettes Erlebnis aber hätte man sich im Grunde auch sparen können, da es für mich so viel schöner war, die Delfine einfach nur so herum schwimmen zu sehen ohne das ein Mensch ins Geschehen eingreift.

 

 

 

 

 

 

 

Heute war der Tag, wo ein bisschen die Sitzverteilung der Busse getauscht wurde aber nur minimal, da sich inzwischen jeder an seinen Bus und seine Gruppe gewöhnt hatte.

Wir hatten das Glück, den französischen „Klassenclown“ zu bekommen. Denn zwischen ihm und Ali hatte sich inzwischen eine „Bromance“ entwickelt und die beiden zusammen waren einfach nur unfassbar lustig. Es wurde getanzt und gesungen im Bus und meinerseits wurden viele Lachtränen vergossen. (und ja, ich mochte tatsächlich einen Franzosen. Gibt also doch coole Exemplare von denen ;-))

Auf unserem Weg hielten wir am „tropic of capricorn“ Zeichen an. Ich hatte keinen Schimmer was das sein soll aber Wikipedia erklärte mir, dass das hier der südliche Wendekreis entlang läuft. Und zwischen dem nördlichen Wendekreis (des Krebses) und dem südlichen (des Steinbocks) liegen die Tropen.

 

 

 

Wir fuhren mal wieder einige hundert Kilometer Richtung Norden und hielten dann für einen zweiten Einkauf bei Woolworth an. In Deutschland ist das ja immer mehr so ein Ramschkaufhaus aber hier ist das eine richtig gute Supermarktkette.

Ich liebe ausländische Supermärkte. Und das war mein erster australischer Supermarkt. Es ist einfach unfassbar spannend zu sehen was es hier so tolles zu essen gibt. Ich war begeistert. Was für ein krasses Angebot. 1,5 Reihen nur an Cornflakes und Müsli. Da weiß ja kein Mensch für was er sich entscheiden soll. Preismäßig fand ich das jetzt gar nicht so teuer. Einige Dinge sind schon teurer als in Deutschland aber manches ist super günstig.

Wir stockten nochmal unsere Essensvorräte auf und nutzten die letzte Toilettenmöglichkeit, denn heute ging es über Nacht zum Buschcamp.

Schlafen unter Sternenhimmel. Ohne jegliche Toilette oder irgendwas. Man könnte hunderte Kilometer laufen und würde nirgendwo ankommen. Jaaaaaa, genau so habe ich mir das australische Outback vorgestellt.

 

 

 

Roter Sandboden und die untergehende Sonne, die so langsam den Blick auf den schönsten Sternenhimmel aller Zeiten freigab. (gibt leider keine Sternenhimmelfotos, das schafft meine Kamera nicht. Guckt euch einfach den deutschen Sternenhimmel an und multipliziert dessen Schönheit mit 1000, dann habt ihr ungefähr den australischen Sternenhimmel ;-))

Wir kochten wieder zusammen und dann war heute richtig Party angesagt. Heidewitzka. Die skurrilen Gespräche des Abends werde ich wohl nie vergessen. So unendlich lustig.

Und Leute ich sage euch, wild pinkeln unterm Sternenhimmel mit komischen Geräuschen aus dem nächsten Busch (nein es war kein Mensch) ist das ultimative Abenteuer. Und allen ernstes eine der tollsten Erfahrungen die ich je gemacht habe.

 

 

 

Tag 6 – Paradies in Coral Bay

 

Am nächsten Morgen zeigten die Jungs mir dann eine Spinne die bei ihnen im Zelt geschlafen hatte. Die Mädels rannten schreiend davon aber ich war total fasziniert. Eine riesige flauschige Spinne. Ich hätte sie ja am liebsten angefasst aber da keiner so genau wusste welche Art von Spinne das nun ist, sollte ich lieber die Finger davon lassen. Schade!

 

 

 

Das Ding ist ja, dass mir überhaupt nicht klar ist, dass das Australische Outback wirklich gefährlich ist. Hier sterben Menschen weil sie von einer Spinne oder Schlange gebissen wurden. Was sowas angeht bin ich halt einfach überhaupt nicht ängstlich. Ich habe vor 100 anderen Sachen Angst aber darüber mache ich mir überhaupt keinen Kopf obwohl man es hier vielleicht doch schon ein bisschen sollte.

Heute mussten wir nur 2 h nach Coral Bay fahren.

Was soll ich sagen. Zu Coral Bay fällt mir nichts mehr ein außer ein Wort: PARADIES!

 

 

 

Ich habe vor ein paar Jahren das Buch „Meerblick statt Frühschicht“ von Carina Herrmann gelesen, die auch mit 30 nach Australien gegangen ist und von ihren Abenteuern und Gefühlen hier geschrieben hat. Und eine Sache war aus dem Buch hängen geblieben – Coral Bay! Sie war von dem Ort so begeistert und hatte so eindrucksvoll darüber geschrieben, dass ich im Grunde die Tour hauptsächlich wegen dem einen Ort gemacht habe.

Und jaaaaaa, sie hat im Buch nicht übertrieben. Die Farbe des Meeres ist hier einfach nicht von dieser Welt.

Coral Bay ist eigentlich gar kein richtiger Ort. Es ist irgendwie mehr ein sehr großer Campingplatz mit Supermarkt und Surfshop und ein paar Häusern und Pubs ringsherum.

Halt ein Urlaubsort wie Monkey Mia. Das heißt jeder hier ist gut drauf. Wenn man hier ist, dann hat man das Gefühl als wenn die Zeit still steht, als wenn es keine Probleme in der Welt gibt. Alles ist perfekt!

 

 

 

 

Nachdem alle ihr Zelt aufgeschlagen hatten, gingen wir gleich zum Strand. Die anderen sprangen sofort ins Wasser aber ich brauchte ein bisschen Fotozeit und checkte zuerst den Viewpoint auf den Dünen ab. Auf dem Weg dahin lief ich an einem kleinen Wassersport Stand vorbei und mich überkam wieder so ein Gefühl von absoluter Glückseeligkeit. Es lief coole gechillte Musik und ein paar Leute die aussahen wie Surfer lagen im Liegestuhl. So cool, so lässig und so entspannt. Ich liebe diesen Vibe so sehr.

 

 

Nachdem ich von meiner Fotorunde zurück war, kam ich gerade rechtzeitig um bei der Fütterung der großen Fische dabei zu sein. Im Grunde so etwas wie die Delfinfütterung in Monkey Mia, nur halt mit großen Fischen. Neben mir standen ein paar kleine Jungs und fingen an den Fischen die Namen der Leute unserer Gruppe zu geben. Ich musste so schmunzeln als auf einmal Jeremy, Emily, Ali und die anderen an mir vorbei schwammen 😀

 

 

Danach fotografierte ich mal wieder alle beim Sprung ins Wasser und jeder wollte der coolste sein und die Fotos wurden einfach nur großartig oder was meint ihr?!

 

 

 

 

 

Ich setzte mich ins Wasser und einer der Jungs zog mich samt meiner Klamotten ins Meer (zum Glück hatte ich meine Kamera inzwischen weg gelegt). Warm war das Wasser nicht gerade trotz 30 Grad Lufttemperatur.

Wir gingen wieder zurück zum Duschen und kamen dann zum Sonnenuntergang noch einmal an den Strand. Die Stimmung beim Sonnenuntergang ist einfach so friedlich und besonders.

 

 

Nach dem Abendessen (heute machten wir ein Australisches Barbecue) passierte heute nicht mehr viel und wir gingen schon vor um 10 ins Bett, da die anderen morgen eine große Tour machten, die schon um 7 los ging.

Tag 7 – Speerfischen und Sonnenuntergang am Traumstrand

 

Der eine Teil unserer Familie machte sich um 7 auf den Weg zur Manta Ray Tour (145 Dollar – da ich ein bisschen aufs Budget achten muss und mein Interesse an Rochen jetzt nicht so groß war, habe ich mir die extra Ausgabe gespart. Die Tour war aber ganz toll und es gab zusätzlich noch Wale und Delfine und Schildies zu sehen. Also wenn ihr noch einen Groschen extra habt, dann macht die Tour)

Ich wollte erst mit einem der Mädels den Tag am Strand verbringen, war aber traurig, dass wir uns vom restlichen Teil der Gruppe trennen würden, die zum Speerfischen wollten. Zum Glück fragte dann einer der Jungs ob wir nicht mitkommen wollen – klar wollten wir.

Die Jungs kauften sich noch ein paar Speere im Supermarkt und ab ging es in little pickles an den nächsten Strand. Ich hatte zwar irgendwas von 2,5 km Entfernung gehört, hätte aber gedacht, dass das der Weg war, den wir mit dem Bus gefahren waren. Nee, das war der Weg den wir noch laufen mussten. Klingt ja grundsätzlich nicht viel aber bei 30 Grad australischer Mittagssonne durch die Dünen macht das einen doch ein wenig weich in der Birne.

Aber immerhin lohnte sich der Weg und ich bekam endlich mal ein Kängu vor die Linse.

 

 

 

Wir schleppten uns erst mit der ganzen Ausrüstung über die Dünen und dann noch am Strand entlang. Jeder war inzwischen ein wenig genervt und wir hätten am liebsten alles fallen lassen aber nein, es sollte bis zur Spitze der Bucht vor gehen. Na gut, hat sich am Ende dann aber auch wirklich gelohnt.

Super wenig andere Menschen und es war am „five fingers“ Reef tatsächlich noch schöner als der Strand und das Wasser in Coral Bay (hätte nicht gedacht, dass das noch geht).

 

 

 

 

Ein paar Meter weiter hatte es sich ein paar mit 2 riesen großen Hunden bequem gemacht. Ich glaube ich habe noch nie einen so massiven Hund gesehen. Der eine soll angeblich 90 Kilo gewogen haben aber war so lieb wie ein Lämmchen und wollte ständig spielen.

 

 

Die Jungs machten sich mit ihren Speeren bereit. Egal wie alt so ein Mann ist, bei sowas werden sie wie kleine Kinder. Oder vielleicht kommt dieser Jäger und Sammler Urtrieb hervor. Sie waren jedenfalls alle ganz aufgeregt und ich sollte Fotos machen wie sie mit ihrer Beute wieder aus dem Meer kommen (auf die Fotos könnt ihr lange warten, denn es gab zur Freude von uns nicht Fleischessenden Mädchen keine Beute)

 

 

 

 

Wir entspannten erstmal eine Weile am Traumstrand während die Jungs ins Wasser wateten. Ich war froh, dass die Jungs den Pavillon mitgeschleppt hatten, denn Schatten war wirklich nötig.  Einfach nur wie im Paradies hier. Kann ich bitte für immer bleiben?!

 

 

 

 

Dann machten wir uns bereit für eine Runde schnorcheln. Ich hatte das das letzte Mal vor 4 Jahren gemacht und da hatte ich eine so doofe Maske, dass ich Angst hatte wieder so viel Wasser in die Augen zu bekommen. Aber diesmal waren die Masken scheinbar einiges besser und nach ein paar Versuchen verlor ich meine Angst und konnte schön im Wasser umher gleiten. Immer wieder faszinierend wie die dünne Wasseroberfläche zwei Welten voneinander trennt.

 

 

 

Viele bunte kleine Fische und ein paar hübsche Korallen, vor denen man sich ganz schön in Acht nehmen musste, denn auch bei nur einmal kurz anecken hatte man direkt eine blutende kleine Wunde am Körper.

 

 

 

Nach einer Weile wurde es dann aber doch ganz schön kalt und wir legten uns wieder an den Strand um die enttäuschten Jungs zurück kommen zu sehen. Bei 2 von 3 war der Speer bereits beim ersten Schussversuch kaputt gegangen. Wahre Qualitätsarbeit.

Irgendwann bekamen wir Hunger und traten den langen Rückweg an.

 

 

 

 

Wieder zurück im Camp lief ich mit einem der Mädels und dem coolsten Niederländer aller Zeiten nochmal zum Coral Bay Strand zum Sonnenuntergang. Die beiden anderen schnorchelten noch eine Runde und ich machte mal wieder Fotos.

 

 

Wir standen Arm in Arm am Strand und guckten zu wie die Sonne unter geht. Ein Gefühl von absoluter Zufriedenheit und Glückseligkeit stellte sich wieder ein.

 

 

 

Da wir ja nun keinen „Fang des Tages“ auf den Grill hauen konnten, gab es stattdessen Nudeln. Danach saßen wir noch bis zur Sperrstunde um 10 im Camp. Die einen gingen danach ins Bett, die anderen ins Pub und ich mit ein paar Mädels und einem der Jungs zum Strand wo wir eine Runde „never have i ever“ spielten. Ganz ehrlich – um wirklich richtig englisch zu lernen, muss man mit Muttersprachlern dieses Spiel spielen. Ich konnte meinen Wortschatz um sehr wichtige Worte erweitern (Bsp. können nicht genannt werden, da meine Mutti mitliest ;-))

Als ich am nächsten Tag auf diversen Videos sah was die Jungs, allen voran unser lieber Tarzan Tourguide im Pub angestellt hatten, war ich ein wenig traurig, dass ich nicht dort mitgegangen war.

 

Tag 8  – Exmouth und Sonnenuntergang am Leuchtturm

 

Die Nacht hat es ganz schön in sich. Der Unterschied zwischen 30 Grad Tagestemperatur und 14 Grad in der Nacht geht ganz schön an die Gesundheit.

Scheinbar auch an die Gesundheit von unserem großen Bus, denn die Batterie ist alle und die Jungs müssen erstmal eine Lösung finden. Mehr Zeit für uns nochmal den Supermarkt und den leckeren Bäcker auszuchecken.

Mit einer Stunde Verspätung ging es dann nach Exmouth. Kurzer Stopp beim besten Bäcker der Stadt (himmlisches Knoblauchbrot und Törtchen)

 

 

Dann fuhren wir zum Stadtstrand. Nicht unbedingt eine Schönheit (wie verwöhnt man wird, wenn man mal den schönsten Strand vor der Nase hatte). Gleich als wir dort ankamen, sahen wir einen Wal aus dem Wasser springen. Ich war wieder völligst Feuer und Flamme.

 

 

 

 

 

Da unser Plan für den Nachmittag Surfen zu lernen, auf Grund von nicht vorhandenen Wellen, ins Wasser fällt, haben wir mehr Zeit an diesem Strand. Die einen hauten sich in den Liegestuhl, die anderen nutzten die Chance zum SUP oder zum Kajak fahren. Ich legte mich ins super flache Wasser. Man konnte bestimmt einen Kilometer ins Meer laufen ohne, dass einem das Wasser bis zum Hals ging.

Inzwischen waren meine Finger schon ganz verschrumpelt aber ich super glücklich.

 

 

Nachdem wir unser Camp am Leuchtturm bezogen hatten, ging es mit den Meisten mit dem Bus nochmal zum Leuchtturm hoch um von dort den Sonnenuntergang zu genießen. Ich glaube fast, dass das mein Lieblingsmoment unserer Tour war.

 

 

Wir saßen alle zusammen, schauten aufs Meer, wo die Humpback Wale aus dem Wasser sprangen, machten Fotos und genossen die untergehende Sonne.

 

 

 

 

 

Ein paar Leute kletterten auf den Bus hoch und ich fühlte mich direkt an meinen Lieblingsfilm „into the wild“ erinnert. Im Titelbild sitzt der Held der Geschichte nämlich genau auf so einem Bus.

 

 

Der Film ist für mich der Inbegriff von Freiheit und meine neue Familie da oben auf dem Bus im Abendlicht zu sehen, brachte mir ein wohlig warmes Gefühl in mein Herz.

Nachdem die Sonne untergangen war, fuhren wir zum Camp zurück, aßen zu Abend und saßen dann noch lange zusammen und redeten. Eines der Mädels meinte dann, dass sie zwar müde ist aber noch nicht ins Bett gehen will, weil dann wieder ein perfekter Tag zu Ende ist und unser Abschied immer näher rückt. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

Jeden Abend denkst du dir „das war heute der schönste Tag von allen“ aber dann kommt ein neuer Tag und du bist wieder völlig stoked von all den Erlebnissen, Gesprächen und Gefühlen die dich übermannen.

Sternenhimmel, Lieblingsmusik, gute Gespräche und Lieblingsmenschen – „a moment to remember“

 

 

 

 



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