Working Holiday in Neusseland – die ersten Schritte

Working Holiday in Neusseland – die ersten Schritte

Ich habe ein Working Holiday Visum in Neuseeland. Wie es dazu kam, könnt ihr hier nachlesen.

Im Vorfeld habe ich unzählige Blogs gelesen oder YouTube Beiträge geguckt um mich darauf vorzubereiten, denn es ist schon ein kleiner Weg bevor man hier so richtig durchstarten kann.

Ich versuche euch einen kurzen Ratgeber an die Hand zu geben was die unterschiedlichen Schritte sind und wie es bei mir lief.

 

Wie bekomme ich ein WHV (working holiday visum)?

 

WH kann man in so vielen unters. Ländern machen. Die beliebtesten sind wohl Kanada, Australien oder Neusseeland. Während man in Kanada ein paar Voraussetzungen erfüllen und an einer Art Lotterie teilnehmen muss, so ist es für Australien und Neuseeland in der Regel super einfach an ein WHV zu kommen.

Die genauen Schritte und Voraussetzungen könnt ihr hier nachlesen.

Kostenpunkt: ca.130€

Wenn ihr alles ausgefüllt habt und das Geld überwiesen ist, dann dauert es nur ein paar Tage bis ihr die Bestätigung bekommt, dass ihr einreisen dürft.

Bei mir war die Sache recht knapp, da es meine letzte Chance auf ein working holiday visa war, denn man darf noch keine 31 Jahre alt sein um eins zu beantragen. Ich bin im Dezember 2017 31 geworden, deshalb habe ich Ende Oktober 2017 die Chance noch schnell genutzt mich anzumelden. Man hat dann ein Jahr Zeit um einzureisen und erst dann beginnt das Jahr. Ich werde hier also sogar 32.

Ich habe mein Visum am 25.10.17 beantragt. Bin am 2.10.18 eingereist und darf jetzt bis 2.10.19 in Neuseeland bleiben.

 

Einreise ins Land

 

Ich war super aufgeregt vor meiner Einreise, denn ich hatte im Vorfeld viel gelesen. Zum einen war ich mir nicht sicher ob mein Plan aufgehen würde hier mit 31 einzureisen und zum anderen war ich etwas nervös vor dieser ganzen großen Biosecurity Geschichte.

 

Immigration

 

Ich landete also in Christchurch und hatte schon in Australien alle wichtigen Unterlagen zusammen in eine Mappe gepackt. Mein Visum, mein Impfausweis und meinen Kontoauszug, der beweist, dass ich genug Geld für ein Rückflugticket habe.

Und dann stand ich vor dem elektronischen Einreiseschalter. Man schiebt dort nur seinen elektronischen Reisepass rein, eine Tür öffnet sich, dann guckt man in eine Kamera und im besten Fall öffnet sich eine 2. Tür. Das war es. Das war alles. Ich hatte nicht mal einen Menschen von der Immigration gesehen.

Bei ein paar Backpackern die vor mir in der Schlange waren, hatte ich gesehen, dass der Computer ihnen noch ein paar Fragen gestellt hat und ein Mädchen hier erzählte mir, dass sie zu einem Immigration Officer musste, der ihr ein paar Fragen stellte. Es ist also scheinbar immer etwas unterschiedlich. Und ich hatte die einfachste Variante erwischt.

 

Biosecurity

 

Neuseeland liegt ja quasi irgendwo im nirgendwo und hat ein sehr sensibles Ökosystem. Z.B. gibt es hier keine natürlich lebenden Säugetiere wie Rehe oder Maulwürfe oder was es so bei uns gibt. Außerdem gibt es Pflanzen, die nur hier existieren und die kaputt gehen würden, wenn sie mit irgendwelchen Krankheitserregern in Berührung kommen. Deshalb sind die Bestimmungen bei der Einreise hart.

Im Flugzeug bekommt man eine Karte zum ausfüllen. Wer ist man, die Flugdaten, wo kommt man her, hat man viel Geld, Waffen etc dabei. Aber halt auch ob man Erde aus einem fremden Land an den Schuhen hat oder ob man organische Bestandteile dabei hat, die das Ökosystem hier stören könnten. Ich glaube der Teil sind 8 Fragen und ich habe 7 davon mit ja angekreuzt, da ich davor im australischen Outback wandern war und einige Lebensmittel dabei hatte und mir in einigen Punkten nicht so sicher war.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, dann kreuzt ja an. Falls ihr nämlich nein ankreuzt und die euch mit irgendwas erwischen, wie einem Apfel oder ähnlichem, dann wird es richtig teuer. Wenn ihr aber ja angekreuzt habt und sie euch mit dem Apfel erwischen, dann müsst ihr ihn einfach nur wegwerfen.

Die Schlange bei der Biosecurity war enorm lang, da gerade 2 Flieger auf dem kleinen Flughafen gelandet waren und es nur 5 Officer in der Vorabnahme gab. Also schängelten sich 10 Reihen durch die ganze Flughafenhalle und ich musste ca 30 Minuten warten, bis ich an der Reihe war. Der Herr guckte sich meine Schuhe an (die ich vorher gesäubert hatte) und war zufrieden und schickte mich, dann zu einer zweiten Kontrolle, wo mein gesamtes Gepäck noch mal durchleuchtet wurde. Da meine Snacks nur aus Chips und Keksen bestanden, musste ich auch nichts weg werfen aber frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder Käse solltet ihr schon vorher aufgegessen haben, damit ihr es nicht am Flughafen wegwerfen müsst.

Im Flughafengebäude laufen auch einige Officers mit Hunden herum, die einen anschnüffeln. Aber auch hier blieb ich verschont und niemand schnüffelte an mir.

Meine Einreise verlief somit mehr als reibungslos und die ganze Aufregung davor war total umsonst.

 

Arbeiten in Neuseeland

 

Wenn ihr hier nicht nur wwoofen oder Urlaub machen, sondern auch arbeiten wollt, dann müsst ihr ein paar winzige bürokratische Hürden überwinden, wobei das auch schon zu viel gesagt ist. Ihr müsst einfach ein paar Dinge haben um arbeiten zu dürfen.

Was genau und in welcher Reihenfolge ihr das beantragt erkläre ich euch jetzt:

 

  1. Konto eröffnen:

  Um ein Konto zu eröffnen braucht ihr ein paar Dinge.

  • Brief mit aktueller Wohnanschrift in NZ
  • Einloggdaten für euer working holiday visa (bei mir reichte die ausgedruckte Version zumindest nicht)
  • Steuernummer aus dem Land wo ihr zuletzt gearbeitet habt. Wenn ihr Schüler gewesen seid, dann könnt ihr eure Steuer ID aber trotzdem beim Finanzamt in Deutschland online erfragen, denn jeder bekommt schon bei Geburt in Deutschland eine Steuer ID (traurig oder?!)
  • Reisepass

 

 

 

Meine Erfahrung

 

Ich bin an die Rezeption von meinem ersten Hostel gestiefelt und habe gesagt, dass ich gerade neu mit WHV hier gelandet bin. Und ehe ich mich versah, hatte mir die nette Besitzerin vom Hostel schon ein Schreiben für die Bank ausgestellt, dass ich dort zur Zeit wohne. Dann fragte ich noch welche Bank sie empfehlen würde und sie riet mir zu ANZ. Auch auf den einschlägigen Facebookseiten wird oft zu ANZ geraten. Ich habe mich dann aber auch gar nicht weiter mit dem Thema auseinander gesetzt, sondern bin gleich zur nächsten Filiale von ANZ in Christchurch gelaufen (die Bank gibt es überall hier) und habe nach einem Termin gefragt. Am selben Tag war nichts mehr frei aber einen Tag später bekam ich einen Termin.

Beim Termin musste ich nur meine Unterlagen der netten Dame geben, die sich Kopien machte. Ich habe mich dann auf der Immigration Seite über den Rechner der Bankdame angemeldet, damit die sich mein Visum angucken konnte. Dann erklärte sie mir noch etwas zur Bank und den verschiedenen Kontomodellen. Meins nennt sich GO und ist ein simples online Banking Konto. Die Kreditkarte kostet pro Jahr 10€ und alles andere ist online kostenlos.

 

   2. Geld vom deutschen Konto auf das neuseeländische transferieren

 

Damit hatte ich ja so meine Probleme aber auch nur weil ich dumm war und nicht richtig gelesen habe (ich habe das Geld quasi wieder an Deutschland zurück gesendet anstatt auf mein NZ Konto). An sich ist das aber ganz ganz einfach.

Man braucht ja ein gewisses Startkapital auf seinem Neuseeländischen Konto, deshalb muss man sich Geld von seinem deutschen Konto rüber schieben.

Könnte man grundsätzlich auch über die eigene Bank machen aber dort sind die Kosten für einen Auslandstransfer recht hoch und daher nicht so empfehlenswert.

Besser sind solche Transferwebsites.

Ich habe 2 vers. Seiten benutzt, mit denen ich sehr zufrieden war.

Zum einen gibt es HiFX, dort ist der erste Transfer generell kostenfrei.

Und zum anderen gibt es Transferwise. Da habe ich einen Code, damit der erste Transfer kostenfrei ist (aber auch danach sind die Kosten nicht gerade hoch). Bitteschön!

 

 

 

 

 

Wie funktioniert das Ganze nun?

 

Man meldet sich bei der Seite an mit einigen Angaben wie Passnummer usw. Dann gibt man an wie viel Geld man transferieren möchte. Also z.B. 1000€. Die Seite ermittelt dann den Umrechnungskurs. Der ist vielleicht nicht immer so der allerbeste aber ich glaube auch nicht allzu schlecht. Man überweist der Seite dann die 1000€. Die wechseln es in NZ$ um und überweisen es einen Tag später auf das neuseeländische Konto.

Zur Zeit hat man auch echt Glück weil der NZ$ so niedrig ist. Ich habe z.b. 556€ überwiesen und 1004 NZ$ dafür bekommen. Und die Preise hier sind definitiv nicht doppelt so teuer. Man kommt mit seinem Geld hier also ein Stückchen weiter als in Europa, was für uns Traveller ja immer gut ist.

Eine kleine Hürde gab es noch – für die Anmeldung zum online banking bei ANZ brauchte ich eine Handynummer aus Neuseeland, deshalb:

 

   3. Neuseelädnische Sim Card

 

Im Grunde ist das alles auch ganz einfach. Es gibt Skinny, 2degrees, Vodafone und Spark hier als Telefonanbieter. Die nehmen sich alle nicht allzu viel. Hier gibts weiterführende Infos zu den Anbietern.

Ihr bestellt euch dann online eine Sim Card oder geht einfach in einen der vielen Läden. Einige haben sich ihre Sim Card auch gleich am Flughafen geholt.

Bei den meisten ist das alles schrecklich einfach. Bei mir war es das leider nicht und eines meiner größten Probleme.

Ich besitze ein älteres Huawei Modell, welches nicht mit den neuseeländischen Frequenzen arbeiten kann. Mehr Infos dazu hier. Ich habe das dann online bei den Anbietern durchgecheckt. Ohne Erfolg. Bin aber trotzdem nochmal ins Warehouse (eine Art großer Laden für alles – Möbel, Kleidung, Elektronik) gegangen, da man dort alle Anbieter bekommt. Der freundliche Mitarbeiter hat dann von jedem Anbieter die Sim Card in meinem Handy gecheckt und nichts funktionierte.

Deshalb brauchte ich ein neues Handy. Da ich nicht einsehe viel Geld für ein Handy auszugeben, was ich nicht wirklich brauche und der Mitarbeiter, das sofort verstand, habe ich ein typisches Wegwerf Handy genommen für grandiose 29 Dollar inklusive 10 Dollar Vodafone Startguthaben. Also für umgerechnet  10€ ein neues Handy. So sieht es natürlich auch aus. Es ist super einfach. Kein Smartphone (aber Wifi, Whatsapp und Facebook funktioniert als Art App sogar) und ganz schlicht (witzigerweise aber in Frankreich für den europäischen Markt hergestellt, laut Karton)

 

 

 

 

Man kann sich dann online, wenn man das Handy einrichtet, entscheiden ob man einen Handy Plan haben will, also wie eine Art Vertrag aber auf monatlicher Basis. Also z.B. zahlt man bei Vodafone 19 Dollar für eine gewisse Anzahl Freiminuten/SMS und ein paar GB.

Da ich aber mein Handy hier eh nur im Wlan nutze und eigentlich nur eine neuseeländische Nummer brauchte, habe ich mich für die allerbilligste Variante entschieden. Nennt sich Pay and Go. Und entspricht unserem deutschen Prepaid System.

Man zahlt nur das, was man auch nutzt. Und 10 Dollar Guthaben habe ich schon mal. Eine SMS kostet z.B. 30 cent, eine Minute auch. Internet ist teurer aber brauche ich halt auch nicht. Deshalb denke ich, dass ich hoffentlich keine weiteren Handykosten hier haben werde, da es für mich persönlich halt absolut nicht wichtig ist immer und überall online zu sein. Für den Notfall, Jobs und irgendwelche Anmeldungen ist es gut und das reicht mir.

 

   4. IRD Number

 

Das ist quasi die Neuseeländische Steuernummer. Die kann man ganz easy peasy online beantragen.

Ich habe noch auf vielen Seiten gelesen, dass man das bei der Post beantragt und man dort mit all seinen Dokumenten hin marschiert aber online ist das sicher noch einfacher.

Man braucht:

  • ein vollfunktionsfähiges neuseeländisches Bankkonto. Das bedeutet, dass auf dem Konto eine Einzahlung und eine Auszahlung stattgefunden haben muss. Ich bin also zur Bank und hatte noch 50 Dollar aus Australien übrig. Habe am Schalter gefragt ob die mir das auf mein Konto einzahlen kann. (Kostet normalerweise 5 Dollar Gebühr, weil ich ja nur ein online Konto habe aber warum auch immer, wurde mir die Gebühr erlassen) Die Dame hat dann das Geld in NZ Dollar umgerechnet und eingezahlt und im gleichen Atemzug habe ich mir 10 NZ Dollar auszahlen lassen. Daraufhin hat mir die Dame in der Bank eine Art Kontoauszug ausgedruckt und das wars auch schon.
  • Reisepass
  • WHV
  • Brief über Wohnanschrift in NZ
  • Steueridentnummer aus Deutschland oder letztem Arbeitsland

Ich habe dann einfach das online Formular ausgefüllt. Alles abfotografiert und als Anlage an das Formular gehangen (man muss es also nicht mal einscannen) und ab ging das Onlineformular.

Ca. 3 Tage später war ich dann stolzer Besitzer von einer IRD Number

Ja, und das war im Grunde dann auch schon alles. Jetzt heißt es nur noch Jobs suchen und für den Anfang erst mal wwoofen. (dazu wird demnächst ein Beitrag online kommen)

 



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